Sind Albträume Vorboten von Parkinson? Neue Studie

Eine Studie der Universität Birmingham stellt einen interessanten Zusammenhang her. Demnach könnten Albträume ein frühes Parkinson-Symptom sein.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Parkinson-Erkrankte leiden wesentlich häufiger unter Albträumen sowie Ein- und Durchschlafstörungen als andere Menschen. Forschende der Universität Birmingham haben nun untersucht, ob man Albträume als sehr frühes Symptom der als Schüttellähmung bekannten Nervenkrankheit werten kann.

Albträume: Vorboten von Parkinson?

Das Team um Dr. Abidemi Otaiku wertete für seine Studie die Daten von 3.818 Männern über einen Zeitraum von 12 Jahren aus. In diesen 12 Jahren wurden die Probanden insgesamt dreimal befragt, unter anderem zu ihrer Schlafqualität.

Sämtliche Teilnehmer hatten bei der ersten Befragung (noch) keine Parkinsondiagnose erhalten. Allerdings erkrankten 91 von ihnen im Laufe der Zeit an der Nervenkrankheit. Der Altersdurchschnitt lag bei 77 Jahren. 368 Teilnehmer gaben zu Beginn an, mindestens einmal wöchentlich unter Albträumen zu leiden.

Parkinsonrisiko doppelt so hoch

Die Forscher:innen konnten tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Albträumen und dem Risiko, an Parkinson zu erkranken, herstellen.

Denn unter den 91 an Parkinson erkrankten Männern fanden sich häufiger jene Probanden, die angegeben hatten, mindestens einmal pro Woche schlecht zu träumen: Im Vergleich zu Personen, die nie oder selten unter Albträumen leiden, erkrankten Albtraum-Betroffene mit doppelter Wahrscheinlichkeit innerhalb von fünf Jahren an Parkinson.

Ob dies auch auf Frauen oder jüngere Menschen gilt, müssten weitere Studien zeigen.

Parkinson-Symptome - Foto: iStock/peterschreiber.media
Parkinson-Symptome

Das Tückische an Parkinson und den Symptomen der Erkrankung ist die Tatsache, dass eindeutige Anzeichen selten zu Beginn der Krankheit auftreten. Das heißt, dass die Erkrankung meist schon fortgeschritten ist, wenn sie sich bemerkbar macht.

Zu den charakteristischen Parkinson-Symptomen gehören:

  • Zittern

  • Gangunsicherheit

  • Bewegungsarmt

  • fehlende Mimik

  • erhöhte Muskelspannung

  • nachlassende Gedächtnisleistung

Auslöser des Parkinson-Syndroms ist das Absterben bestimmter Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dieser ist mitverantwortlich für die Kommunikation innerhalb des Nervensystems. Männer erkranken mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit an Parkinson wie Frauen.

Albträume als frühes Parkinson-Symptom: Warnsignal

Regelmäßige schlechte Träume als frühes Warnsignal für Morbus Parkinson zu verstehen, könnte in manchen Fällen eine frühe Diagnose der Krankheit erleichtern. Obwohl Parkinson derzeit nicht heilbar ist, kann ein früher Therapiebeginn den Krankheitsverlauf begünstigen.

Dr. Abidemi Otaiku erklärte in einem Beitrag zur Studie: "Personen, die im Alter Veränderungen in ihren Träumen erleben – sofern diese ohne offensichtlichen Auslöser geschehen – sollten sich ärztlich untersuchen lassen."

Albträume als Vorboten von Parkinson sollten ernstgenommen werden.

Quellen:

Distressing dreams and risk of Parkinson's disease: A population-based cohort study, in: thelancet.com

Bad dreams could be early warning of Parkinson’s disease, in: birmingham.ac.uk