Sierra Leone: Ebola-Opferzahlen steigen wieder

Ernest Bai Koroma und Sam Sumana
Sam Sumana, Vize-Präsident von Sierra Leone (rechts im Bild, zusammen mit Präsident Ernest Bai Koroma) begab sich freiwillig in Quarantäne, nachdem sein Leibwächter an Ebola verstorben war © Corbis

Die Zeichen standen auf Hoffnung im Kampf gegen Ebola – doch jetzt melden die Behörden in Sierra Leone einen Rückschlag.

Gerade hatten wir uns an die guten Nachrichten zum Thema Ebola gewöhnt: Die Zahlen der Neuinfizierungen sanken deutlich, in Liberia konnten die Schulen wieder öffnen. Bis Mitte April sollte die Epidemie gestoppt sein, so der Plan der Mediziner.

Doch die aktuellen Nachrichten aus Sierra Leone schieben der positiven Stimmung einen Riegel vor: Seit einigen Wochen steigt die Zahl der Neuansteckungen dort wieder. Sogar Vize-Präsident Sam Sumana hat sich freiwillig in Quarantäne begeben, nachdem einer seiner Leibwächter an Ebola gestorben war.

 

Schutzvorschriften gelten wieder

Alle Schutzmaßnahmen, die in den vergangenen Wochen gelockert oder aufgehoben worden waren, seien ab sofort wieder einzuhalten, ließ Präsident Ernest Bai Koroma bekanntgeben. Dazu gehört etwa, dass Taxifahrer nicht mehr als zwei Passagiere mitnehmen dürfen.

60 bis 80 neue Ebola-Fälle pro Woche wurden seit Anfang Februar in Sierra Leone registriert. Als Erklärung für das erneute Hochschnellen der Fallzahlen vermuten Experten erkrankte Seeleute, die Ebola über die Häfen ins Land brachten. Als Schutzmaßnahme wurde der Fähr- und Frachtschiffverkehr eingeschränkt.

In Liberia sorgt derweil ein an Ebola erkrankter Pfleger, der Patienten und Kollegen angesteckt haben könnte, für Angst in der Bevölkerung. Auch in Guinea, wo Ebola so gut wie besiegt schien, wurden in der vorvergangenen Woche 35 Neuansteckungen gemeldet. Insgesamt haben sich seit Ausbruch der Epidemie mehr als 23.000 Menschen mit dem Ebola-Virus infiziert – 9.500 Menschen erlagen der Krankheit.

Hamburg, 2. März 2015

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