Shishas - Jugendliche unterschätzen Gefahr

Rasmus Cloes Medizinredakteur
Jugendliche rauchen Shisha
Viele Jugendliche probieren Shishas - und denken das sei kein Rauchen © Fotolia

Knapp ein Drittel aller Jugendlichen in Deutschland hat schon einmal Shisha geraucht. Viele davon sehen den Wasserpfeifenkonsum nicht als richtiges Rauchen an: Rund ein Drittel der gelegentlichen Shisha-Raucher geben an, Nichtraucher zu sein.

Die Daten stammen aus einer Erhebung des Robert Koch-Instituts, das die Gesundheit von 4543 Jugendlichen aus Deutschland im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren untersucht hat.

Rund 29 Prozent davon gaben an, schon einmal Wasserpfeife geraucht zu haben. Im Jahr vor der Befragung waren es 20,6 Prozent, im Monat davor zehn Prozent. Wirklich regelmäßige Konsumenten sind hingegen nur fünf Prozent der Jugendlichen.

Kurios: Die Jugendlichen scheinen den Wasserpfeifenkonsum nicht als richtiges Rauchen einzuschätzen. Etwa ein Drittel der gelegentlichen und ein Achtel der regelmäßigen Konsumenten gab an, Nichtraucher zu sein.

 

Wasserpfeife genau so schädlich wie Zigaretten?

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) hat sich bereits 2011 zu den Gesundheitsrisiken durch Shishas geäußert. Es kam zu dem Schluss, dass sich „Wasserpfeifenraucher, die zwei bis drei Tabakköpfe pro Tag rauchen, nach heutigem Kenntnisstand ähnlichen gesundheitlichen Gefahren“ aussetzen wie ein „Zigarettenraucher, der 20-30 Zigaretten am Tag raucht“. Das BfR bemerkte aber auch, dass die große Mehrheit der Konsumenten Shishas eher unregelmäßig konsumiert – und sich damit weniger schadet, als durch regelmäßiges Zigarettenrauchen.

Schädlich sind beim Wasserpfeifenkonsum die Substanzen Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid – die gleichen wie bei normalen Zigaretten. Auch wenn sich das Gerücht standhaft hält: Trotz Wasserfilterung und geringerer Temperatur ist der Rauch von Shishas genau so schädlich wie der von Zigaretten. Dabei entspricht eine gerauchte Shisha in etwa zehn Zigaretten, da sie deutlich mehr Tabak enthält.

 

Sodbrennen durch Shishas

Die Folgen sind eindeutig: Das Risiko für Lungenkrebs steigt. Aber auch Krebs in Mund, Blase oder Darm tritt weit häufiger auf. Herzkreislauferkrankungen kommen deutlich öfter vor. Und: Shisha-Raucher leiden ebenfalls vermehrt an weniger gefährlichen, aber belastenden Problemen wie Sodbrennen und Mundgeruch.

Hamburg, 28. April 2015

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