Sex-Killer: Diese 6 Medikamente sorgen für tote Hose

Gaby Scheib

Eigentlich sollen sie uns helfen, Schmerzen lindern oder uns gesund machen. Doch viele Arzneimittel haben unerwünschte Nebenwirkungen. Manche entpuppen sich sogar als echte Sex-Killer – so wie diese 6 Medikamente.

Paar im Bett, er sitzt am Bettrand und dreht ihr den Rücken zu, beide stützen den Kopf in die Hände
Wenn Medikamente zum Sex-Killer werden, leidet das Liebesleben Foto:  iStock-ID: 928635720 South_agency

Dass Medikamente sich auch auf die Sexualität auswirken können, ahnen viele Menschen nicht. Dabei ist das Problem gar nicht so selten, wie der US-amerikanische Urologe Dr. Henry Rosevear auf medsacpe.com beschreibt: Er berichtet von Patienten, die verschriebene Präparate nicht wie verordnet einnähmen, weil sie ihr sexuelles Erleben störten. Echte Sex-Killer sind demnach vor allem 6 Medikamentengruppen, die zu den meistgenutzten Wirkstoffklassen gehören.

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Sex-Killer – diese 6 Medikamente können Probleme bereiten

Medikamente können sich auf verschiedene Weise negativ auf das Sexleben auswirken: Errektionsstörungen, Ejakulationsprobleme oder die Unfähigkeit, zum Orgasmus zu kommen, können die Folge sein. Diese sechs Medikamente sind mitunter echte Sex-Killer:

 

1. Herz-Kreislauf-Medikamente: sexuelle Unlust durch ruhigen Herzschlag

Die so genannten Antihypertensiva – zum Beispiel Thiazide und Spironolacton-Diuretika – beeinflussen die Erektionsfähigkeit. Dies wird in Fachkreisen erektile Dysfunktion genannt. Auch Betablocker gehören in diese Gruppe: Sie sollen aus gesundheitlichen Gründen für einen ruhigeren Herzschlag sorgen, verhindern damit aber zugleich den bei sexueller Lust normalen Anstieg des Pulses.

 

2. Mittel gegen Prostatavergrößerung verursachen Ejakulationsprobleme

Auch die Wirkstoffe dieser Medikamentengruppe haben einen negativen Effekt auf die männliche Sexualität, so Dr. Rosevear: Während der eine Teil den Blutdruck senkt und damit zu Potenzstörungen führt, kann es bei Alphablockern wie Tamsulosin oder Silodosin zu Ejakulationsproblemen – der retrograden Ejakulation – kommen. Dabei wird die Spermienflüssigkeit durch eine Entspannung der Muskeln rückwärts in die Harnblase ausgestoßen.

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3. Antidepressiva – SSRI beeinträchtigen Orgasmusfähigkeit

Diese Wirkstoffe können sich sowohl aufs Sexleben von Frauen als auch von Männern auswirken. Die selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), dazu zählen unter anderem Citalopram und Fluoxetin, hemmen die Fähigkeit, zum Orgasmus zu kommen bzw. zu ejakulieren. Weil diese Nebenwirkung so oft auftritt, verordnet Dr. Rosevear derartige Medikamente sogar Männern, die unter einem frühzeitigen Samenerguss leiden.

 

4. Potentstörungen durch weitere Antidepressiva 

Durch andere Mittel, die gegen Depressionen eingesetzt werden, kann das sexuelle Verlangen leiden: Dazu zählen trizyklische Antidepressiva wie Doxepin oder Amitriptylin, Antipsychotika wie Haloperidol oder Thioridazin sowie Monoaminoxidase(MAO)-Hemmer wie Phenelzin oder Tranylcypromin. 

 

5. Verminderte Libido wegen Medikamenten gegen Krebs

Alle Mittel, die zur Hormontherapie etwa von Brust- oder Prostatakrebs eingesetzt werden, senken den Testosteronspiegel und sorgen so für eine deutlich verminderte Libido. Eine andere Möglichkeit besteht leider nicht, will man nicht riskieren möchte, dass der Tumor weiter wächst. Mit den Medikamenten erhöhen sich aber sowohl die Überlebenschance als auch die Lebensqualität, was hier im Vordergrund steht.

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6. PDE-5-Hemmer gegen Erektionsstörungen

Es klingt wie ein Widerspruch: Doch Medikamente, die eine erektile Dysfunktion beheben und Erektionen fördern sollen, können laut Dr. Rosevear wegen ihrer Nebenwirkungen auch negativ auf die Potenz wirken. Denn mit Kopfschmerzen, verstopfter Nase, gerötetem Gesicht oder Sodbrennen lässt die Lust schnell nach. Abhilfe könnten Schmerzmittel wie Paracetamol schaffen, auch viel trinken – allerdings kein Alkohol – ist ratsam.

Anderen Fachberichten zufolge können auch Medikamente, die zum Beispiel bei einer Parkinsonerkrankung oder Epilepsie eingesetzt werden, Folgen für die Sexualität des Patienten haben. In jedem Fall sollten Betroffene ihren Arzt dazu befragen und klären, ob das ihnen verordnete Mittel zu den 6 Medikamenten zählt, die als Sex-Killer gelten.

Quellen:​
6 Sexkiller: Diese populären Medikamente stören Potenz und Orgasmus – bereiten Sie Ihre Patienten lieber auf die Nebenwirkungen vor in: Medscape, 3. Feb 2021
Nebenwirkungen von Medikamenten auf die Sexualität in: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
Sexuelle Dysfunktion durch Medikamente in: Ars Medici 15/17 2013

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