Sex in der Schwangerschaft – was ist erlaubt?

Michelle Kröger

Werdende Eltern machen sich häufig viele Gedanken darüber, ob Geschlechtsverkehr während der Schwangerschaft dem Baby schaden könnte. Grundsätzlich spricht jedoch nichts dagegen, Sex in der Schwangerschaft zu haben.  Doch was ist wirklich erlaubt? Kann Sex dem Kind schaden? Welche Stellungen eignen sich und wann sollte man doch lieber darauf verzichten? Wir klären Sie auf!

Junges Paar erwartet Nachwuchs
Sex in der Schwangerschaft schadet dem Kind nicht Foto:  djedzura/iStock
Inhalt
  1. Was bekommt das Baby mit?
  2. Wann Sie auf Sex verzichten sollten
  3. Lustempfinden während der Schwangerschaft
  4. Kann ein Orgasmus Wehen auslösen?
  5. Die besten Stellungen
 

Sex in der Schwangerschaft: Was bekommt das Baby mit?

Sie brauchen sich keine Sorgen machen, Ihr Kind wird nichts vom Geschlechtsverkehr mitbekommen. Es wird in der flüssigkeitsgefüllten Fruchtblase bestens vor Erschütterungen geschützt. Durch sexuelle Bewegungen der Eltern kann das Kind also üblicherweise nicht verletzt, erdrückt oder anders beeinträchtigt werden. Dem Sex in der Schwangerschaft steht also nichts im Wege. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für negative Auswirkungen für Mutter und Kind. Wichtig ist jedoch, dass beide Partner miteinander reden und sich Wünsche und Ängste mitteilen. Befragen Sie auch gern Ihre Hebamme.

 

Wann Sie auf Sex in der Schwangerschaft verzichten sollten

Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft ohne Komplikationen können Sie jederzeit Sex haben – theoretisch sogar bis zur Geburt. Es kann jedoch auch sein, dass Ihnen Ihr Frauenarzt aus bestimmten medizinischen Gründen davon abrät oder sie einschränkt. Dies kann unter anderem in folgenden Fällen zutreffen:

  • Vorhergegangene Fehlgeburt
  • Blutungen in der Schwangerschaft
  • Zervixinsuffizienz
  • Genitale Infektionen
  • Uterusfehlbildungen
  • Vorzeitige Wehentätigkeiten
  • Drohender Blasensprung
  • Verkürzter Muttermund oder Gebärmutterhals
  • Bei Mehrlingsschwangerschaften
 

Sexualität in der Schwangerschaft

Manche Frauen empfinden Sex in der Schwangerschaft als besonders intensiv, denn der Genitalbereich ist in dieser Zeit besonders stark durchblutet. Doch das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Einige Frauen haben auch überhaupt keine Lust auf Geschlechtsverkehr, wenn sie schwanger sind. Generell gilt: Wenn medizinisch gesehen nichts gegen Sex in der Schwangerschaft spricht und es beiden gefällt, können Sie genießen, was Ihnen Spaß macht. Einige Frauen berichten auch, dass sich ihr Lustempfinden im Verlauf der Schwangerschaft verändert hat:

  • Erstes Schwangerschaftsdrittel: In der Frühschwangerschaft haben einige Frauen keine Lust auf Sex. Die Ängste sind zu groß, genauso wie die körperlichen Beschwerden (z.B. Übelkeit, Müdigkeit). Frauen, die bereits eine Fehlgeburt erlebt haben, sollten in dieser Zeit auf Sex verzichten.
  • Zweites Schwangerschaftsdrittel: Jetzt ist eine normale Sexualität bei den meisten Paaren möglich. Der Bauch wird langsam größer, deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass Mann oder Frau (oder beide) ein geringeres Lustempfinden verspüren. Doch es bieten sich spezielle Sexstellungen an, die Lust machen (siehe unten).
  • Letztes Schwangerschaftsdrittel: In den letzten Wochen der Schwangerschaft gerät das Thema Sexualität bei den meisten Paaren in den Hintergrund. Der Bauch ist einfach zu groß und wird zum Störfaktor beim Sex. Zudem entstehen oft auch Ängste vor einer Frühgeburt durch Geschlechtsverkehr. Doch fühlen sich beide Paare wohl, so spricht nichts gegen Sex bis zur Geburt. Jetzt empfiehlt es sich allerdings, beim Sex ein Kondom zu benutzen. Denn in der männlichen Samenflüssigkeit sind Prostaglandine enthalten, diese haben eine durchblutungsfördernde und wehenauslösende Wirkung.

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Kann ein Orgasmus Wehen auslösen?

Wenn eine Frau schwanger ist, kommt sie auch häufiger und leichter zum Orgasmus. Warum? In der Schwangerschaft werden Klitoris und Vagina besser durchblutet. Aber keine Bange: Auch beim Höhepunkt kann dem Baby nichts passieren. Selbst, wenn es herumzappelt und sich bewegt. Meist merkt das Ungeborene nur, dass der Herzschlag der Mutter schneller geworden ist. Wehen werden durch einen Orgasmus also nicht ausgelöst.

 

Sex in der Schwangerschaft – die besten Stellungen

Wenn der Bauch kugelrund ist und stetig wächst, eigenen sich einige Sexstellungen mehr als andere. Außerdem: Je größer der Bauch, umso unangenehmer ist es für die Frau, unten zu liegen. Speziell im letzten Schwangerschaftsdrittel sind Stellungen empfehlenswert, die Bauch und Brüste schützen. Zum Beispiel:

  • Hündchenstellung: Der Klassiker unter den Schwangerschafts-Sexstellungen! Dabei hängt der Babybauch nach unten und nichts drückt auf die Wirbelsäule oder das Becken.
  • Löffelchenstellung: Bei dieser Stellung kann die Frau gut kontrollieren, wie tief der Mann in sie eindringt – außerdem ist sie nicht allzu anstrengend für beide Partner. Die Frau liegt dabei gemütlich auf der Seite, der Mann liegt in derselben Position hinter ihr und dringt in sie ein.
  • Reiterstellung: Die Frau sitzt hier auf dem liegenden Mann. Auch in der Reiterstellung kann sie das Tempo vorgeben.
  • Stolze Königin: Wenn der Bauch auch bei der Reiterstellung stört, sollten Sie die umgekehrte Stellung ausprobieren. Sprich: Die Frau setzt sich in Richtung der Füße auf den Mann.

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