Sex-Geruch – geheime Botenstoffe entdeckt

Duft von Sex
Forscher haben nun herausgefunden, dass auch Menschen durch Pheromone die sexuelle Wahrnehmung ihrer Artgenossen beeinflussen © Fotolia

Eine aktuelle Studie belegt nun die Existenz menschlicher Pheromone. Die Forscher bewiesen in einer Laboruntersuchung, dass nicht nur Tiere in der Lage sind, mit Signalstoffen die sexuelle Wahrnehmung ihrer Artgenossen zu beeinflussen, sondern auch Menschen. Praxisvita.de fasst für Sie die Studie zum Sex-Geruch zusammen.

Ein Team chinesisch-amerikanischer Biologen konnte in einem Laborversuch erstmals die Existenz menschlicher Sexualhormone nachweisen. Die kürzlich in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlichte Studie beweist damit, dass Frauen und Männer zwei unterschiedliche Signalstoffe produzieren, welche die sexuelle Wahrnehmung des jeweils anderen Geschlechts stimulieren kann – sozusagen ein Sex-Geruch.

 

Sex-Geruch: Bei Tieren bekannt

Solche Botenstoffe mit einer Wirkung auf die sexuelle Wahrnehmung von Artgenossen waren bisher nur unter Tieren bekannt. Im Tierreich spielen solche Stoffe eine wichtige Rolle bei der sexuellen Interaktion zwischen Artgenossen.

Bei Menschen konnten Pheromone zum Sex-Geruch bisher nur vermutet werden. Einen wissenschaftlichen Beweis für die Signalstoffe gab es trotz umfangreicher Forschung nicht. Nun scheinen die Wissenschaftler rund um Wen Zhou von der Chinese Academy of Science dieses Rätsel gelöst zu haben. Inwieweit die Stoffe auch beim Menschen Teil der Fortpflanzungsstrategie und Partnersuche sind, soll Gegenstand weiterer Untersuchungen sein. Fest steht aber, dass ihre Bedeutung bisher unterschätzt worden ist.

 

Pheromone: Verborgen in Schweiß und Sperma

Das männliche Pheromon Androstadienon – das auf die weibliche Sexualwahrnehmung wirken soll – findet sich in der Samenflüssigkeit des Mannes und in dessen Achselhöhlen. Das vom weiblichen Körper produzierte Estratetraenol – das auf die sexuelle Wahrnehmung der Männer wirken soll – wurde im Urin von Frauen nachgewiesen.

 

Ein Duft, der nicht riecht

Die Pheromone sind hundertprozentig geruchsneutral und können also nur rein unterbewusst wahrgenommen werden. Außerdem würden die Stoffe – das haben vorausgegangene Studien bewiesen – die Stimmung beim jeweils anderen Geschlecht heben.

Interessant ist auch, dass nicht nur die sexuelle Wahrnehmung des Menschen über solche Signalstoffe direkt beeinflussbar ist, sondern die menschliche Nase ebenso in der Lage ist, den geschlechtlichen Unterschied zwischen Mann und Frau unterbewusst zu erschnuppern.

Zudem spielt die sexuelle Orientierung bei der Wahrnehmung von Pheromonen eine Rolle. Die Studie zeigte, dass homosexuelle Menschen auf die Pheromone des jeweils gleichen Geschlechts reagieren.

Hamburg, 5. Mai 2014

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