Senkt die Pille das Krebsrisiko?

Antibabypillen
1961 kam die erste deutsche Pille auf den Markt. Im Vergleich zum amerikanischen Vorbild enthielt sie nur die Hälfte der Hormone © iStock

Laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist die Pille das beliebteste Verhütungsmittel in Deutschland. Ergebnisse einer britischen Studie zeigen, dass Frauen, die Ende der 60er Jahre die Antibabypille nahmen, deutlich seltener an bestimmten Krebsarten erkrankten und starben.

Um Vergleiche zwischen Pillen-Anwenderinnen und Nicht-Anwenderinnen ziehen zu können, wurden für die britische Studie seit 1968 etwa 46.000 Frauen begleitet, von denen die Hälfte mit der Pille verhütete. Erste Ergebnisse Ende der 70er Jahre zeigten, dass aus der Gruppe der Pillen-Anwenderinnen vor allem die Rauchenden und die Älteren häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben.

In den 90er Jahren veränderten sich die Ergebnisse überraschenderweise vollkommen. Die Pille schien sich langsam positiv auf die Lebenslänge der verbleibenden Frauen auszuwirken. 2007 war die Sterblichkeitsrate der Pillen-Nutzerinnen von damals um 12 Prozent niedriger als bei der Gruppe von Frauen, die nicht mit der Pille verhütet hatten. Ein genauerer Blick auf die Daten zeigte, dass in der Gruppe der Pillen-Nutzerinnen weniger Frauen an bestimmten Krebsarten starben. An Eierstockkrebs starben sie nur halb so häufig wie die Nicht-Nutzerinnen, an Darmkrebs zu 38 Prozent seltener und am Endometriumkarzinom (Gebärmutterkörperkrebs) sogar um bis zu 57 Prozent seltener.

Diese Effekte der niedrigeren Krebs-Sterberate bestehen zwar auch 44 Jahre nach Beginn der Studie noch, allerdings in etwas abgeschwächter Form. So könnte das verminderte Risiko an Krebs zu sterben das erhöhte Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen ausgleichen. Die Studienergebnisse sind auf Grund der veränderten Zusammensetzung der neueren Pillen allerdings nicht einfach auf die Nutzerinnen von Heute übertragbar.

 

Erkrankungsrisiken die durch die Pille steigen

Die in der Pille enthaltenen Hormone erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkte und Durchblutungsstörungen. Gerade Frauen die rauchen, übergewichtig sind oder an Bluthochdruck oder Diabetes leiden sind hier besonders gefährdet. Ab einem Alter von 35 steigt durch die Pille allgemein das Risiko eine Thrombose zu entwickeln. Außerdem besteht für rauchende Pillen-Nutzerinnen ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko.

In früheren Untersuchungen von Pillen-Anwenderinnen wurde zudem auch ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs gefunden. Somit sollte bei der Einnahme von oralen Verhütungsmitteln immer auch ein Augenmerk auf den Nebenwirkungen liegen. Treten körperliche oder psychische Veränderungen auf, sollte sofort ein Arzt zurate gezogen werden.

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