Seniorenwohnungen - worauf kommt es an?

Redaktion PraxisVITA

Im Alter werden viele Dinge, die vorher als alltäglich galten, plötzlich beschwerlich oder gar unmöglich. Wohnungen, in denen man seit Jahrzehnten lebte, enthalten plötzlich Hürden, die früher kein Problem darstellten. Oftmals muss sich dann eine Wohnung gesucht werden, die auf die neuen Lebensumstände angepasst ist. Worauf Sie bei Seniorenwohnungen achten müssen und welche Dinge unverzichtbar sind, erfahren Sie hier.

Seniorenwohnungen - worauf kommt es an?
Foto:  Geber86/iStock
Inhalt
  1. Was sind Seniorenwohnungen?
  2. Unterschiede zwischen Seniorenwohnungen und Betreutes Wohnen
  3. Sind Seniorenwohnungen teurer?
  4. Werden Seniorenwohnungen finanziell unterstützt?
  5. Vorsicht bei …
 

Was sind Seniorenwohnungen?

Seniorenwohnungen sind spezielle Mietwohnungen, die bestimmte Anforderungen erfüllen müssen. So muss bei einem mehrstöckigen Haus immer mindestens ein Aufzug vorhanden sein, damit die Wohnung beschwerdefrei erreicht werden kann. Ebenso müssen in der Wohnung keine Schwellen oder Niveauunterschiede bestehen. Hinzu muss die Wohnungseinrichtung altersgerecht sein, das bedeutet zum Beispiel Haltegriffe im Badezimmer und auf der Toilette und eine niedrigere Küche ohne Hängeschränke. Auch angrenzende Parkplätze oder Grünanlagen müssen barrierefrei erreichbar sein. Für alle Türen, Rampen und Fahrstühle gibt es die DIN-Norm 18025, die eingehalten werden muss. Diese Norm regelt beispielsweise die Breiten der entsprechenden Bebauung. Für Seniorenwohnungen reichen bestimmte Baumaßnahmen aber nicht aus. So müssen auch Sprechanlagen und Notrufsysteme vorhanden sein, sowie ein Hausmeisterservice, der sich um die Reinigung, Schneeräumung und andere anfallende Tätigkeiten kümmert. Zwar sind nahegelegene Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Apotheken nicht zwingend Pflicht, eine gute Wohnlage mit entsprechender Lage sollte dies allerdings voraussetzen. 

 

Unterschiede zwischen Seniorenwohnungen und Betreutes Wohnen

Der größte Unterschied zwischen Seniorenwohnungen und Betreutes Wohnen ist sicherlich, dass Seniorenwohnungen normale Mietwohnungen sind, die keiner entsprechenden Einrichtung zugehören. Ein einfacher Mietvertrag ist hier ausreichend, besondere Zusatzklauseln sind nicht vorhanden oder zu erwarten. Zudem sind Seniorenwohnungen nicht an ein generelles Alter oder eine Behinderung gebunden. Trotzdem können Seniorenwohnungen sämtliche Vorteile und Zusätze enthalten, die auch in den Einrichtungen des Betreuten Wohnens zu finden sind. Manche, besonders luxuriöse Wohneinrichtungen, besitzen Schwimmbäder, Saunen oder Restaurants.

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Sind Seniorenwohnungen teurer?

Durch die besondere Ausstattung und den barrierefreien Bau können Seniorenwohnungen teurer als herkömmliche Wohnungen sein. Gerade Eigentumswohnungen können saftige Aufpreise enthalten. Allerdings ist dies kein Muss. Es gibt auch genügend Seniorenwohnungen, die auf demselben Mietniveau sind, wie der Durchschnitt. 

 

Werden Seniorenwohnungen finanziell unterstützt?

Generell gelten für Seniorenwohnungen die gleichen Regeln wie für alle anderen Mietwohnungen. Sollte also genügend Rente zur Verfügung stehen, gibt es keine finanzielle Unterstützung des Staates. Anders sieht es bei einkommensschwachen Personen aus. Hier kann auf Unterstützung vom Staat gehofft werden. Dabei gibt es freifinanzierte Seniorenwohnungen und öffentlich geförderte Anlagen. Für Letztere bestehen bestimmte Richtlinien, die eine Förderung voraussetzen. Beispielsweise muss eine Wohnung für eine Person zwischen 35 und 47 Quadratmetern liegen, für Paaren ist eine Größe bis 62 Quadratmetern vorgesehen. 

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Vorsicht bei …

Für Seniorenwohnungen gibt es keine gesetzliche Reglementierung. Vermieter dürfen ihre Mietwohnungen also so nennen, ohne alle Anforderungen zu erfüllen. So müssen beispielsweise keine Ärzte oder Apotheken in der Nähe sein. Auch die Wohnungen müssen nicht schwellenfrei sein. Dies sind alles Zusätze, denen sich die Vermieter freiwillig unterwerfen. Deswegen gilt bei einer Wohnungssuche die Augen offenzuhalten. Machen Sie bei einer Wohnung keine faulen Kompromisse. Bedenken Sie, dass Sie die Wohnung wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens bewohnen wollen, weshalb sie allen Anforderungen entsprechen sollte, welche Sie sich ausgesucht haben. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, achten Sie auf den Zusatz der DIN-Norm 18025. Solch eine Wohnungssuche kann sich als langwierig und frustrierend erweisen, doch die Arbeit lohnt sich!

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