Seniorengerechtes Wohnen: Zuschüsse & Finanzierungsmöglichkeiten

Redaktion PraxisVITA
Älteres Ehepaar sitzt am Tisch und liest Infos zu seniorengerechtem Wohnen
Umbaumaßnahmen für seniorengerechtes Wohnen müssen Sie nicht komplett allein bezahlen © iStock/bernardbodo
Inhalt
  1. Welche Umbaumaßnahmen werden übernommen?
  2. Geld für größere Umbauten für seniorengerechtes Wohnen
  3. Prüfung: Wofür wurde das Geld verwendet?
  4. Überblick: Zuschüsse für seniorengerechtes Wohnen – wer gibt was?
  5. Geld von den Pflegekassen
  6. Tipps für Geldquellen, die man kennen sollte

Für ein seniorengerechtes Wohnen müssen in den meisten Fällen Umbauarbeiten am Haus oder der Wohnung vorgenommen werden. Doch Sie müssen nicht alles allein zahlen: Vom Badewannenlift bis zur Verbreiterung der Türen – für viele Maßnahmen gibt es finanzielle Unterstützung.

Der Staat, aber auch Kranken- und Pflegekassen haben längst erkannt, wie wichtig barrierefreier, altengerechter Wohnraum ist und helfen bei notwendigen Umbaumaßnahmen für seniorengerechtes Wohnen.

 

Welche Umbaumaßnahmen werden übernommen?

„Es gibt eine ganze Reihe an unterschiedlichen Fördertöpfen, die sich nach der individuellen Situation richten“, erklärt Bärbel Hälbig von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e. V. „Damit lassen sich kleine Maßnahmen, vom Haltegriff im Flur oder dem Duschklappsitz, bis zu großen Umbauten, wie dem schwellenfreien Eingang oder barrierefreien Bad, viele Dinge umsetzen, die helfen, so lange wie möglich im eigenen Heim leben zu können.“ 

Pflegehilfsmittel
Kostenerstattung  

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Geld für größere Umbauten für seniorengerechtes Wohnen

Die bundeseigene Förderbank KFW bietet für barrierefreien Umbau von Wohnungen und Häusern zinsgünstige Kredite in Höhe bis zu 50 000 Euro (KFW-Programm 159). Den Antrag dafür stellt man über seine Hausbank. Die Förderung kann jeder erhalten – unabhängig von seinem persönlichen Einkommen. Die Vergabe ist an bestimmte Mindeststandards für barrierefreien Umbau gebunden. Man sollte sich bei der KFW-Bank über die aktuellen Konditionen informieren. Es gibt bei Einzelmaßnahmen alternativ zum Darlehen auch die Möglichkeit eines einmaligen Zuschusses in Höhe von 5 000 Euro (KFW-Programm 455).

 

Prüfung: Wofür wurde das Geld verwendet?

„Nimmt man Fördergelder der KFW in Anspruch, wird im Anschluss genau geprüft, ob die Gelder auch sinngemäß verbaut werden“, gibt Architekt Frank Opper zu bedenken. Daher sollte man bei der Zusammenarbeit mit Handwerkern oder Architekten darauf achten, dass dieser sich mit den Vorgaben auskennt.

Älterer Mann mit Gehstock vor einer barrierefreien Toilette
Barrierefreies Wohnen  

Altersgerecht Wohnen: So klappt der Umbau

 

Überblick: Zuschüsse für seniorengerechtes Wohnen – wer gibt was?

Geld von den Krankenkassen

Sind sie vom Arzt per Rezept verordnet, können die Krankenkassen die Kosten für Pflegebett, Wannenlift oder rollstuhlgerechten Toilettensitz übernehmen. Bärbel Hälbig: „Einen Überblick möglicher erstattungsfähiger Produkte bietet das Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen.“

Wichtig: Mit seinem Hausarzt sollte man in Ruhe besprechen, was er verordnen kann und den Antrag frühzeitig stellen. Wird der Antrag abgelehnt, Widerspruch einlegen und diesen ausführlich begründen – oftmals kommt man mit der Eingabe durch.

Achtung: Bei privaten Krankenkassen kommt es auf den jeweiligen Vertrag an, den man sich genau anschauen sollte – manchmal ist eine Hilfsmittelversorgung von vornherein im Vertrag ausgeschlossen.

 

Geld von den Pflegekassen

Hand von älterem Mann mit Gehilfe
Wenn sich der Zustand eines Pflegebedürftigen verschlechtert und er einen höheren Pflegegrad erhält, kann erneut ein Zuschuss für Maßnahmen zur baulichen Anpassung für seniorengerechtes Wohnen beantragt werden bei der  © iStock/shapecharge

Die Pflegekasse kann bis zu 4 000 Euro als Zuschuss für Maßnahmen zur baulichen Wohnungsanpassung und Anschaffung pflegerischer technischer Hilfsmittel gewähren, insofern diese die häusliche Pflege erleichtern oder erst ermöglichen. „Voraussetzung ist ein bereits bei der Antragstellung vorhandener Pflegegrad“, so Bärbel Hälbig. Zu den baulichen Maßnahmen gehören z. B. Badumbauten oder ein Treppenlift. Als pflegerische Hilfsmittel gelten z. B. die Einrichtung eines Hausnotrufes oder Anschaffung eines Pflegebettes. „Bei der Zuschuss-Bemessung wird das Einkommen des Pflegebedürftigen berücksichtigt.“

Übrigens: Leben mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, z. B. ein Ehepaar, bei dem beide einen Pflegegrad haben, können in diesem Fall zwei Mal bis zu 4 000 Euro gewährt werden, aber maximal 16 000 Euro ab vier Pflegebedürftigen pro Haushalt.

Wichtig: Der Zuschuss muss vor Beginn der Maßnahme mit einem Kostenvoranschlag bei der Pflegekasse beantragt werden. Eventuell wird der Medizinische Dienst der Krankenversicherung eingeschaltet.

Gut zu wissen: Verschlechtert sich der Zustand des Pflegebedürftigen maßgeblich, erhält er einen höheren Pflegegrad, kann die Pflegekasse erneut um einen Zuschuss gebeten werden.

Leichte Verwirrung und Probleme bei der Orientierung spielen eine Rolle bei der Feststellung des Pflegegrades 1
Pflegegrade  

Pflegegrad 1 - Leistung und Voraussetzungen

 

Tipps für Geldquellen, die man kennen sollte

Eigenheim-Rente

Das Eigenheimrentengesetz („Wohn-Riester“) fördert selbst genutztes Wohneigentum, das der Altersvorsorge dient. In die Förderung können altengerechte Umbauten fließen. Für Umbauten können in den ersten drei Jahren nach Bau/Kauf der Immobilie 6 000 Euro, später bis zu 20 000 Euro aus dem Wohn-Riester-Vertrag entnommen werden.

Steuerliche Vorteile

Wer bereits vor Beginn der Umbaumaßnahme einen Schwerbehindertenausweis hat, kann die Kosten in seiner Einkommensteuererklärung geltend machen.

Regionale Förderprogramme

Viele Bundesländer und Kommunen haben eigene Förderprogramme für den barrierefreien Umbau aufgelegt. „Mit diesen Geldern lassen sich Umbaumaßnahmen innerhalb der Wohnung finanzieren“, weiß Bärbel Hälbig. „Informationen erhält man je nach Region in den Sozialberatungsstellen, bei Pflegekassen und/oder den Behindertenverbänden.“

Sozialhilfe für die Wohnung

Sind keine eigenen Mittel vorhanden, genügen Gelder der Kostenträger wie Kranken- oder Pflegekasse nicht, um notwendige Umbauten zu finanzieren, kann nach Prüfung auch das Sozialamt einspringen.

Info-Tipp: Viele hilfreiche Informationen zum Thema Wohnen im Alter inklusive virtueller Wohnung 

 

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