Selleriesaft: Wirkung und Nebenwirkungen des Trendgetränks

Daphne Sekertzi

Inzwischen hat Selleriesaft den Status eines Wundermittels erreicht – zumindest in den sozialen Netzwerken. Tatsächlich kann Selleriesaft eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben. Allerdings gibt es auch Nebenwirkungen, die nicht zu unterschätzen sind.

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Inhalt
  1. Wirkung von Selleriesaft – Nährstoffe machen den Unterschied
  2. Selleriesaft: Wirkung auf Haut, Figur und Blutdruck
  3. Kann Selleriesaft auch schädlich sein? Diese Nebenwirkungen sind möglich
  4. Selleriesaft selber machen – so geht’s

Angefangen hat es mit dem vor zwei Jahren erschienenen Buch des amerikanischen Bestseller-Autors Anthony William. In dem Buch mit dem Titel „Selleriesaft. Der ultimative Superfood-Drink für deine Gesundheit“ beschreibt William, wie ein Glas Selleriesaft am Morgen auf nüchternem Magen zu mehr Energie, Vitalität und einer schlanken Taille verhilft. Seitdem erfreut sich das grüne Gemüse besonders in den sozialen Netzwerken großer Beliebtheit. Aber was hat Sellerie wirklich für eine Wirkung auf den Körper?

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Wirkung von Selleriesaft – Nährstoffe machen den Unterschied

Mit Selleriesaft – der übrigens aus Staudensellerie und nicht aus Knollensellerie hergestellt wird – kann eine große Menge an Nährstoffen eingenommen werden. Durch den Verzehr einzelner Stangen, beispielsweise als Snack oder als Zutat in einem Gericht, wäre das nicht möglich. In einem Glas (250 ml) stecken 300 Gramm Sellerie – was zehn Stangen entspricht. Die Menge an Vitaminen und Mineralstoffen, die man mit Selleriesaft zu sich nimmt, hat es in sich. Genau das macht das Getränk so gesund:  

  • Vitamin A: wichtig für eine normale Augenfunktion
  • Vitamin C: unterstützt die Abwehrkräfte
  • Vitamin K: stärkt die Knochen
  • Vitamin B1 (Thiamin): trägt zur normalen psychischen Funktion bei
  • Vitamin B2 (Riboflavin): wirkt zellschützend
  • Vitamin B5 (Pantothensäure): wichtig für den Stoffwechsel und für eine normale geistige Leistung
  • Vitamin B6 (Pyridoxin): unterstützt die Abwehrkräfte
  • Kalium: sorgt für die Reizweiterleitung
  • Kalzium: festigt Knochen und Zähne
  • Magnesium: für Muskeln und Nerven
  • Natrium: leitet Nervenimpulse weiter, reguliert den Säure-Basen-Haushalt und den Blutdruck
 

Selleriesaft: Wirkung auf Haut, Figur und Blutdruck

Obwohl Staudensellerie kaum Kalorien (18 pro 100 Gramm) hat, wirkt er aufgrund der hohen Nährstoffdichte sättigend. Daher kann ein Glas Selleriesaft am Morgen ein sinnvoller Bestandteil von Diäten sein. Gut für die Figur ist er auch deshalb, weil er entwässernde Eigenschaften besitzt. Regelmäßig getrunken, kann der Gemüsesaft dabei helfen, überschüssige Wassereinlagerungen loszuwerden.

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Zusätzlich ist Staudensellerie reich an Antioxidantien, die im Körper schädliche Sauerstoffverbindungen („freie Radikale“) neutralisieren und so die Zellen vor vorzeitiger Alterung schützen. Wer also Selleriesaft fest in seinen Speiseplan integriert, kann nicht nur seiner Gesundheit, sondern auch seiner Haut etwas Gutes tun.

Selleriesaft soll sogar eine therapeutische Wirkung bei Rheuma und Gicht haben, da es durch das enthaltene Kalium den Abtransport von Harnsäure aus den Gelenken fördern soll. Einen positiven Effekt kann das Gemüse auch auf das Herz-Kreislauf-System ausüben. Das liegt unter anderem an den sogenannten Phthaliden. Die sekundären Pflanzenstoffe können dabei helfen, den Blutdruck zu normalisieren, indem sie die Blutgefäße weiten.  

Hinweis: Selleriesaft sollte nicht als Ersatz für Medikamente oder medizinische Behandlungen angesehen werden, zumal die therapeutische Wirkung des Gemüses wissenschaftlich nicht belegt ist.

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Kann Selleriesaft auch schädlich sein? Diese Nebenwirkungen sind möglich

Die Liste an positiven Wirkungen kann sich sehen lassen – dennoch hat Selleriesaft nicht immer und nicht für jeden gesundheitliche Vorteile. Für manche kann er sogar schädlich sein:

  • Selleriesaft ist aufgrund seiner entwässernden Wirkung für Menschen mit Nierenerkrankungen nicht geeignet. Wer dazu neigt, zu wenig zu trinken, ist zudem gefährdet, eine Dehydrierung zu erleiden.
  • Schwangere und stillende Frauen sollten keine Sellerieprodukte zu sich nehmen, da große Mengen des Gemüses die Gebärmutter zusammenziehen lässt und so das Risiko für eine Fehlgeburt erhöht.
  • Dadurch, dass Selleriesaft den Blutdruck senken kann, ist der Verzehr für Menschen mit niedrigem Blutdruck nicht geeignet.
  • Manche Menschen reagieren allergisch auf Sellerie. Wer zu Allergien neigt, sollte beim Verzehr großer Mengen des Gemüses vorsichtig sein.
 

Selleriesaft selber machen – so geht’s

Selleriesaft ist in gut sortierten Supermärkten und in Bioläden erhältlich, doch die darin enthaltene Menge an Nährstoffen kann nicht mit jener eines selbst gemachten Safts aus frischem Staudensellerie mithalten. Es empfiehlt sich daher immer, Selleriesaft selber herzustellen.

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Das brauchen Sie für eine Portion (250 ml):

  • 300 g frischen Bio-Staudensellerie
  • bis zu 80 ml Wasser
  • einen Mixer oder Pürierstab
  • Sieb oder Filtertuch

So stellen Sie den Selleriesaft her:

Sellerie schälen und putzen, Strunk entfernen. Anschließend die Stangen in Stücke schneiden und in den Standmixer geben. Auf höchster Stufe so lange mixen, bis der Sellerie flüssig ist. Fügen Sie je nach Bedarf bis zu 80 ml Wasser hinzu.

Wenn Sie keinen Mixer haben, können Sie den Selleriesaft mithilfe eines Pürierstabs verarbeiten: Nach dem Pürieren einfach die Sellerie-Masse durch ein Sieb oder ein Filtertuch abseihen.

Tipp: Verfeinern Sie den Saft mit Gurke, Zitronensaft oder Apfel, um die bittere Note abzumildern. Auf diese Weise kann Selleriesaft nicht nur mit seiner Wirkung, sondern auch mit seinem Geschmack punkten.

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