Selbstliebe: Wie kann man lernen, sich selbst wertzuschätzen?

Redaktion PraxisVITA

Sie zweifeln viel zu oft an sich selbst und finden, Sie verdienen es nicht, glücklich zu sein? Dann mangelt es Ihnen an genug Selbstliebe. Doch es gibt Wege, sich wieder mehr wertzuschätzen und einen gesunden Egoismus zu entwickeln.

Frau in der Natur atmet tief ein
Selbstliebe hat viele Facetten Foto:  istock/srdjanpav
Inhalt
  1. Was bedeutet Selbstliebe eigentlich?
  2. Wo liegt der Ursprung von Selbstliebe und woher kommt der Mangel?
  3. Wege zu mehr Selbstliebe und Selbstwertgefühl
  4. Erlauben Sie sich, glücklich zu sein!
  5. Mehr Selbstliebe, mehr Lebensqualität

Eines vorweg: Sie sind der wichtigste Mensch in Ihrem Leben! Wenn es Ihnen nicht gut geht, Sie nicht im gesunden Maße glücklich und zufrieden mit sich sind, können Sie auch nicht richtig für andere da sein. Nur eine Person, die über ein gutes Maß an Selbstliebe verfügt, hat die Stärke, diese auch weiterzugeben. Daher geht es im Folgenden darum, wie Sie es schaffen, sich endlich wieder in den Fokus zu rücken.

 

Was bedeutet Selbstliebe eigentlich?

Der Begriff Selbstliebe ist im Grunde nur ein Platzhalter für ein Gefühl. Daher können Sie das Wort, wenn Sie darüber nachdenken oder darüber sprechen, auch mit den Ausdrücken Eigenliebe, Selbstannahme, Selbstachtung, Selbstzuwendung, Selbstvertrauen und nicht zuletzt mit dem Begriff Selbstwert ersetzen oder ergänzen.

Hinter diesen Definitionen steckt jedoch immer ein und dasselbe Konzept, das von psychologischer Seite her übereinstimmend hinterlegt ist: Selbstliebe hat einen großen Anteil am Selbstwertgefühl – und das bestimmt nicht nur grundlegend das eigene Selbstbild, sondern ist auch maßgeblich daran beteiligt, wie wertschätzend der Umgang mit anderen Menschen ist.

 

Wo liegt der Ursprung von Selbstliebe und woher kommt der Mangel?

Bereits in den ersten Wochen unseres Lebens lernen wir, wie uns die Welt – vor allem in Form und Gestalt der eigenen Mutter – empfängt und für uns sorgt. Oder wir erfahren bereits im Säuglings- und Kleinkindalter, ob die Überforderung der Mutter, ihre eigenen Ängste, Emotionen und Zweifel dafür sorgen, dass wir mit unseren Bedürfnissen zurückstecken müssen. Bekommt das Kind durch ausreichende Zuwendung eine positive und gesunde Resonanz auf seine Bedürfnisse, findet es auch im weiteren Leben einen guten Zugang zu seiner Gefühlswelt – sofern keine traumatischen Erlebnisse dafür sorgen, dass diese ins Wanken gerät. Den “liebevollen” Umgang mit sich selbst und dementsprechend mit der Umwelt lernen Kinder also bereits ab der Geburt – von ihren Eltern, Geschwistern und Freunden. Das ist nicht nur wichtig für die eigene seelische und körperliche Gesundheit, sondern steuert auch Sozialgefüge insgesamt. Wird Kindern bereits früh beigebracht, wie wichtig es ist, auf sich selbst zu hören, sich selbst anzunehmen und sich wertzuschätzen, wirkt sich das auf ihr weiteres Leben und das anderer aus. 

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Bleibt es Kindern verwehrt, Selbstliebe zu erleben und zu erlernen oder wird es ihnen durch Personen oder bestimmte Lebensumstände schwer gemacht, sich selbst anzunehmen und sich selbst zu vertrauen, können seelische Probleme die Folge sein. Diese äußern sich nicht nur in Depressionen, sondern auch in dem falschen Verlangen, es anderen recht machen zu wollen, statt auf sich selbst zu hören.

Ersatzdrogen wie Arbeits-, Internet- oder Kaufsucht sind häufig das Resultat. Auch eine emotionale Abhängigkeit oder eine geringe Stressresistenz können sich aus zu geringer Selbstliebe ergeben. Ohne die nötige Selbstliebe ist die Selbstwert-Quelle schnell aufgebraucht, es gibt kaum mehr Schutz vor Überforderung und dem ständigen Gefühl, immer nur anderen gerecht zu werden. Doch glücklicherweise kann der Mangel an Selbstliebe mit etwas Bewusstsein und Arbeit behoben werden. 

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Wege zu mehr Selbstliebe und Selbstwertgefühl

Vermeiden Sie ständige Selbstkritik und haben Sie Mitgefühl für sich

Bei anderen Menschen verzeihen Sie Fehler viel schneller, erlauben ihnen Schwächen und Missgeschicke? Doch sich selbst vertrauen Sie kaum und ärgern sich über jeden Fehler? Dann sollten Sie anfangen, Mitgefühl für ihre Gefühle, Bedürfnisse und Fehler zu haben. Haben Sie Verständnis dafür, dass Sie nicht immer alles korrekt machen. Schwächen sind menschlich und machen uns im besten Fall stärker, wenn wir bewusst damit umgehen und daraus Schlüsse ziehen. Haben Sie Geduld mit sich selbst!

Verbannen Sie die Angst, nicht zu genügen, aus Ihrem Kopf

Sie können es nicht jedem recht machen – und das sollen Sie auch gar nicht. Sie sollten vor allem nicht fürchten, Sie selbst zu sein. Wer ständig mit der Angst lebt, irgendwem nicht zu genügen, irgendwann aufzufliegen und die Konsequenzen fürchtet, ist nicht er/sie selbst, sondern spielt eine Rolle. Und das lässt ihre eigene Persönlichkeit verschwinden. Treten Sie einen Schritt zurück und sehen Sie sich an, wie anstrengend es für Sie ist, Ihre Bedürfnisse hinten anzustellen und arbeiten Sie heraus, was Sie selbst ausmacht. Von einer anderen Person würden Sie auch erwarten, dass Sie Dinge nicht nur tut, um Sie zufriedenzustellen – handeln Sie angstfrei. Es macht stark und glücklich, zu sich selbst zu stehen. 

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Erlauben Sie sich, glücklich zu sein!

Sie haben das Recht, glücklich zu sein – wie alle anderen Menschen auch. Dafür dürfen Sie ruhig an sich und Ihre Erwartungen denken, den Fokus darauf legen, was Ihnen gut tut. Wenn Sie entspannt sind und das Gefühl haben, sich Gutes zu tun, strahlt das auf alle anderen in Ihrem Umfeld ab und Sie müssen es niemandem mehr recht machen als sich selbst. Vermutlich werden Sie bereits viel mehr von anderen geschätzt, als Sie glauben. Sie sollten sich daher Ihren Teil vom Glück nehmen, er steht Ihnen zu. Dafür dürfen Sie auch mal unbequem werden.

Diese Tipps können Ihnen helfen, sich mehr wertzuschätzen:

  • Erforschen Sie, worauf Sie verzichten, um anderen zu genügen. Lösen Sie sich davon
  • Stehen Sie für sich ein und nehmen Sie eine Haltung an, die Ihnen gut tut
  • Bewahren Sie den Bezug zur Realität: Niemand ist perfekt! Denn das wäre langweilig
  • Fehler und Schwächen sind menschlich, sympathisch und helfen bei der Weiterentwicklung
  • Niemand erwartet so viel von Ihnen, wie Sie selbst. Daher können Sie den Anspruch selbst auf ein gesundes Maß regulieren 
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Mehr Selbstliebe, mehr Lebensqualität

Von Sorgen und Nöten bleibt keiner von uns verschont. Im Leben werden wir immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert werden, die uns aus der Bahn zu werfen scheinen. Wenn Sie sich aber selbst behandeln, wie Sie Ihre beste Freundin oder Ihre Familienmitglieder behandeln, wenn die an sich zweifeln, gehen Sie aus schwierigen Situationen sogar gestärkt heraus. Sie fühlen sich von Kritik weniger persönlich angegriffen und können zu sich stehen und für sich selbst einstehen.

Quellen:

 

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