Selbstliebe lernen: Diese Tipps stärken die Selbstakzeptanz

Redaktion PraxisVITA

Nur eine Person, die über ein gutes Maß an Selbstliebe verfügt, kann glücklich sein und gesunde Beziehungen führen. Aber wie kann man Selbstliebe lernen? Wir zeigen Wege auf.

„Selbstliebe“ hat sich in den letzten Jahren zu einem richtigen Trendwort entwickelt. In den sozialen Medien erscheint es immer öfter als Hashtag, unter Bildern, die Lebensfreude versprühen und Selbstbewusstsein trotz aller Makel signalisieren sollen. Der Grundtenor: Selbstliebe statt Perfektion. Im Gegensatz zu anderen Trends der virtuellen Welt hat diese Selbstliebe-Welle ihre Berechtigung. Sie rückt die wichtigste Beziehung in unserem Leben in den Vordergrund – die zu uns selbst. Doch wie genau kann man Selbstliebe lernen?

 

Was bedeutet Selbstliebe eigentlich?

Der Begriff Selbstliebe ist im Grunde nur ein Platzhalter für ein positives Grundgefühl uns selbst gegenüber. Es basiert auf der Überzeugung, mit allen Stärken und Schwächen wertvoll zu sein und Liebe und Zuneigung zu verdienen. Wenn Sie darüber nachdenken oder darüber sprechen, können Sie Selbstliebe auch mit folgenden Ausdrücken ersetzen oder ergänzen:

  • Eigenliebe
  • Selbstannahme
  • Selbstakzeptanz
  • Selbstachtung
  • Selbstzuwendung
  • Selbstvertrauen
  • Selbstwert

Wie viel Liebe wir uns selbst entgegenbringen, sagt viel über unser Selbstbild aus. Zudem ist die Selbstliebe ein Richtmesser dafür, wie wir mit anderen Menschen umgehen. Sie können einem Menschen nur so viel Liebe, Wertschätzung und Toleranz entgegenbringen, wie Ihnen selbst.

 

Wie entsteht fehlende Selbstliebe?

Warum fällt es mitunter so schwer, sich selbst zu lieben? Meist liegen die Ursprünge der Art, wie man mit sich selbst umgeht, in der Kindheit. Ein Mangel an Liebe, Zuwendung und Bestätigung sowie emotionale Vernachlässigung und Abwertung durch die Eltern können viel Schaden anrichten. Wenn man nie Wertschätzung und bedingungslose Liebe erfahren hat, entwickelt sich die Selbstliebe nicht auf natürliche Weise von allein.

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Wie wichtig es ist, sich selber zu lieben

Fehlende Selbstliebe kann der Psyche stark zusetzen und weitreichende, ungeahnte Folgen haben. Neben Ängsten, Selbstzweifeln und Depressionen, kann es auch zu Süchten und Dauer-Überforderung bis hin zu einem Burnout kommen. Warum? Das Gefühl, nicht gut genug zu sein, kann in dem falschen Verlangen resultieren, es anderen immer recht zu machen, eigene Bedürfnisse zu ignorieren und über die Belastungsgrenzen hinauszugehen – um einen vermeintlichen Mangel zu kompensieren.

Durch die gestörte Beziehung zu uns selbst leidet auch unsere Beziehung zu anderen Menschen. Denn wer für sich selbst wenig Liebe übrig hat und nicht von seinem eignen Wert überzeugt ist, wird immerzu abhängig vom Zuspruch und der Bewertung anderer sein. Zugleich macht es aber die „Ich bin nicht gut genug“-Einstellung unheimlich schwer, überhaupt Liebe von außen annehmen zu können.

Wenn wir hingegen unsere eigenen Fehler und Schwächen akzeptieren, uns selbst so lieben, wie wir sind, kann das lebensverändernd sein.

Selbstliebe führt dazu, dass wir…

  • uns selbst gut behandeln
  • auf unsere Bedürfnisse Rücksicht nehmen
  • für uns selbst einstehen
  • unabhängig sind – wir brauchen nicht ständig Zuspruch und Anerkennung von außen
  • mit uns selbst im Reinen sind (und das strahlen wir nach außen)
  • uns nicht verstellen und authentisch sind
  • eine positivere Lebenseinstellung entwickeln
  • lernen, konstruktiver mit Fehlern und Problemen umzugehen
 

Selbstliebe lernen und Selbstwertgefühl aufbauen

Der Mangel an Selbstliebe lässt sich glücklicherweise beheben – durch Achtsamkeit und viel Arbeit. Die folgenden Tipps können ein erster Schritt sein, auf dem Weg, sich selber lieben zu lernen:

 

Selbstakzeptanz lernen: Behandeln Sie sich selbst wie einen geliebten Menschen

Sie erkennen, dass Sie ein Selbstliebe-Problem haben, wenn Sie sich am liebsten mit Ihren Fehlern und Schwächen beschäftigen und sich deswegen kleinmachen – Sie sind Ihr ärgster Kritiker. Um sich von diesen negativen Gedanken frei zu machen, müssen Sie sich nur eine Frage stellen: Wie gehen Sie mit einem geliebten Menschen um? Sind Sie unerbittlich und machen Sie diese Person klein, wenn sie einen Fehler macht oder Schwächen zeigt? Wohl eher nicht.

Meist sind wir im Umgang mit anderen bemüht, Zuspruch zu geben, nachsichtig und verständnisvoll zu sein. Versuchen Sie, genau so zu sich zu selbst sein. Wann immer ein selbstabwertender Gedanke aufkommt, fragen Sie sich, wie Sie reagieren würden, wenn ein Freund diesen äußern würde. Haben Sie Verständnis dafür, dass Sie nicht immer alles korrekt machen. Nur so können Sie sich selber lieben lernen. Um die Selbstakzeptanz zu stärken und positive Gedanken zu verinnerlichen, können Affirmationen helfen.

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Trauen Sie sich, Sie selbst zu sein

Sie können es nicht jedem recht machen – und das sollen Sie auch gar nicht. Sie sollten vor allem nicht fürchten, Sie selbst zu sein. Wer ständig mit der Angst lebt, irgendwem nicht zu genügen, oder irgendwann aufzufliegen, ist nicht er selbst, sondern spielt eine Rolle. Und das lässt die eigene Persönlichkeit verschwinden.

Treten Sie einen Schritt zurück und sehen Sie sich an, wie anstrengend es für Sie ist, Ihre Bedürfnisse hintenanzustellen und arbeiten Sie heraus, was Sie selbst ausmacht Schärfen Sie Ihren Blick für Ihre eigene Besonderheit und trauen Sie sich, diese zum Ausdruck zu bringen. Denn: sich ständig an andere anzupassen, ist nicht nur anstrengend, sondern lässt einen auch ziemlich langweilig erscheinen.

 

Vergleichen Sie sich nicht mit anderen

Vergleiche mit anderen können nur schief gehen und Selbstzweifel befeuern. Wir treten nämlich immer in dieselbe Falle: Wir sehen die äußere Fassade und schließen daraus auf ein perfektes Leben. Das vergleichen wir dann mit unserem so gar nicht perfekten Leben und fühlen uns schließlich schlecht. Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite – so erscheint es uns.

Dass es nicht so ist, wissen wir. Trotzdem treten wir immer in dieselbe Falle. Die einzige Lösung: Lassen Sie die Vergleiche mit anderen Menschen und machen Sie sich bewusst, dass niemand ein perfektes Leben führt.

Tipp: Für mehr Selbstliebe-Ideen, einfach auf unserem YouTube-Kanal "Gefühlssache" nachschauen.

 

Selbstfürsorge hilft Ihnen dabei, sich selber lieben zu lernen

Wenn es an Selbstliebe mangelt, kann es schwer sein, sich selbst etwas Gutes zu tun. Andersherum kann aber Selbstfürsorge einen Beitrag dazu leisten, Selbstliebe zu lernen. Sie hilft nämlich dabei, achtsam mit sich selbst und seinen Bedürfnissen umzugehen. Nehmen Sie sich jeden Tag 20 Minuten Zeit für ein Entspannungsprogramm: Meditieren Sie, machen Sie Yoga, nehmen Sie ein Bad oder kochen Sie etwas Gesundes.

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Lösen Sie sich von Perfektionismus, um Selbstliebe zu erlernen

Das Streben nach Perfektionismus ist maßgeblich daran beteiligt, dass es uns schwerfällt, uns selbst zu lieben. Unrealistisch hohe Ansprüche führen zwangsläufig dazu, dass wir ständig unzufrieden mit uns selbst sind und optimale Bedingungen dafür schaffen, dass wir scheitern. Anstatt das Leben zu genießen und zufrieden mit dem zu sein, was wir haben, jagen wir immerzu dem nächsten Ziel hinterher.

Auf Dauer macht das krank. Regulieren Sie Ihren Selbstanspruch auf ein Maß, dass persönliches Wachstum in einem gesunden Maß erlaubt. Wenn Sie sich erlauben, unvollkommen zu sein, macht Sie das in den Augen anderer nicht nur sympathisch. Sie machen dadurch auch einen großen Fortschritt darin, Selbstliebe zu lernen.

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