Selbstbefriedigung beim Mann: Alles Wissenswerte im Überblick

Redaktion PraxisVITA

Selbstbefriedigung ist bei vielen Männern ein fester Bestandteil ihres Alltags. Und das ist auch gut so: Onanie ist nämlich entgegen vieler Gerüchte nicht schädlich, sondern wirkt sich positiv auf Sexualität und Gesundheit aus.

Mann fasst sich mit der linken Hand in die Hose
Selbstbefriedigung galt lange als gesundheitsschädlich Foto:  istock/yanyong
Inhalt
  1. In welchem Alter beginnt Mann mit der Selbstbefriedigung?
  2. Das ist dran an den Mythen zur Selbstbefriedigung beim Mann
  3. Selbstbefriedigung beim Mann: Die Vorteile auf einen Blick
  4. Welche Methoden für Selbstbefriedigung bei Männern gibt es?

Männer gehen regelmäßig Selbstbefriedigung nach

So gut wie alle Männer befriedigen sich regelmäßig selbst – und zwar bis ins hohe Alter. Umfragen zufolge masturbieren 94 Prozent aller Herren. Schließlich ist Selbstbefriedigung eine willkommene kurze Flucht aus dem Alltag. Ob sie dabei in einer Beziehung oder solo sind, spielt keine Rolle. In den vergangenen Jahrhunderten war Masturbation für lange Zeit tabu: Man ging davon aus, dass Selbstbefriedigung zu Nervenschädigungen und sogar bis zum Tod führen könnte. Doch auch heute ranken sich noch zahlreiche Mythen um den Solo-Sex, die meistens völliger Unsinn sind.

 

In welchem Alter beginnt Mann mit der Selbstbefriedigung?

Viele Eltern stellen mit Sorge fest, dass sich ihr Sohn im Kleinkindalter vermehrt an sein Geschlechtsteil greift. Dabei ist dieses Verhalten ganz normal: Kinder beginnen früh, ihren Körper zu entdecken. Sobald Jungen die Geschlechtsreife erreichen, haben sie ihren ersten Samenerguss. Während einige auch schon vorher onanieren, beginnen andere Jungen in dieser Zeit mit der Selbstbefriedigung. Andere entdecken aber auch erst im weiteren Verlauf der Pubertät ihre erogenen Zonen. Wann mit der Masturbation begonnen wird, ist also individuell völlig verschieden.

 

Das ist dran an den Mythen zur Selbstbefriedigung beim Mann

Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein hielt man Selbstbefriedigung beim Mann für schädlich. Onanie war nicht nur aus religiösen Gründen verpönt – man ging auch davon aus, dass sie im schlimmsten Fall zum Tod führen könnte. Die Mythen im Überblick.

  1. Mythos: Masturbation ist gesundheitsschädlich

Erblindung, Schädigung der Nervenbahnen und schlimmstenfalls sogar der Tod: Diese Folgen schrieb man jahrhundertelang der Selbstbefriedigung zu. Heute gilt es allerdings als wissenschaftlich erwiesen, dass Masturbation nicht gesundheitsschädlich ist – im Gegenteil.

  1. Mythos: Zu viel Selbstbefriedigung ist schlecht

Auch das Gerücht, dass zu viel Selbstbefriedigung schädlich ist, hält sich hartnäckig. An diesem Mythos ist ebenfalls nichts dran: Ein “Zuviel” gibt es nicht. Allerdings entwickeln einige Männer eine Sucht nach Selbstbefriedigung, die oft mit psychischen Ursachen zusammenhängt. Wenn sich der Drang nach Onanie sogar massiv auf den Alltag auswirkt, sollte eine Verhaltenstherapie in Erwägung gezogen werden.

  1. Mythos: Onanie führt zu Impotenz und Erektionsstörungen

Die Annahme, dass Selbstbefriedigung zu Impotenz oder erektiler Dysfunktion führt, ist grundsätzlich falsch. Lediglich der übermäßige Konsum von Pornos bei der Onanie kann eine psychische Auswirkung auf die Erektionsfähigkeit des Mannes haben: Die Konditionierung auf bestimmte Reize aus Pornofilmen kann dazu führen, dass Männer ihre Sexualität im Alltag weniger gut ausleben können. Eine Entwöhnung von Pornos schafft jedoch recht schnell Abhilfe.

 

Selbstbefriedigung beim Mann: Die Vorteile auf einen Blick

Heute steht fest, dass die Selbstbefriedigung beim Mann sogar etliche Vorzüge mit sich bringt. Die wichtigsten Fakten zum Solo-Sex im Überblick.

  • Stressabbau: Masturbation hilft dabei, den Stress des Alltags hinter sich zu lassen. Beim Orgasmus wird das Kuschel-Hormon Oxytocin ausgeschüttet: Dies führt nicht nur zu positiven Gefühlen, sondern trägt auch zur Senkung von Stress bei.
  • Durchhaltevermögen: Regelmäßiges Onanieren hilft dabei, den Orgasmus länger hinauszögern zu können. Davon profitieren nicht nur Sie, sondern auch Ihre Sexualpartnerin oder Ihr Sexualpartner.
  • Gesunde Prostata: Selbstbefriedigung ist eine Wohltat für die Prostata. Regelmäßige Samenergüsse spülen das Organ durch. So können sich Infekte schlechter festsetzen.
  • Bessere Spermaqualität: Weil sich die Spermaqualität nach drei bis vier Tagen erheblich verschlechtert, können regelmäßige Orgasmen bei der Selbstbefriedigung dazu beitragen, die Samen frisch zu halten. 
    Foto: iStock
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Welche Methoden für Selbstbefriedigung bei Männern gibt es?

Die meisten Männer umschließen für die Selbstbefriedigung ihren Penis mit der Hand, die anschließend mit sanftem Druck auf und ab bewegt wird. Dabei sollten die umliegenden Bereiche nicht vernachlässigt werden: Besonders die Nebenhoden gelten als eine extrem erogene Zone. Viele Männer setzen auch auf die Technik der “fremden Hand”: Dafür setzt man sich zunächst auf die eigene Hand, bis sie einschläft. Die eingeschlafene Hand fühlt sich anschließend bei der Masturbation so an, als würde eine fremde Person den Job erledigen. Der Effekt lässt sich auch herbeiführen, wenn die Hand umgedreht angelegt wird, also mit dem Daumen zum Körper. Mittlerweile gibt es darüber hinaus zahlreiche Sexspielzeuge zur Onanie: Eine künstliche Vagina simuliert beispielsweise den vaginalen Geschlechtsverkehr.

Fazit: Selbstbefriedigung gehört bei Männern einfach dazu

Ob unter der Dusche, im Bett oder auf der Couch: Für Männer gehört Selbstbefriedigung zu einem festen Bestandteil ihres Alltags. Während man früher davon ausging, dass Onanie schädlich ist, weiß man heute, dass das Gegenteil der Fall ist. Regelmäßige Masturbation ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern auch für das Sexleben. Erst wenn sich Männer durch enorm häufige Befriedigung in ihrem Alltag eingeschränkt fühlen, können sie eine Therapie in Erwägung ziehen.

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