Sehsturz: Wie sieht die Therapie aus?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einem Sehsturz zielt die Therapie darauf ab, die Durchblutung in den Gefäßen zu normalisieren, Einblutungen zu stoppen und die Folgeschäden an der Netzhaut so gering wie möglich zu halten. Zu diesem Zweck verabreicht der Arzt Medikamente, die den Gefäßverschluss auflösen, den Durchmesser der Gefäße erweitern und das Blut dünnflüssiger machen. Außerdem kann er Wirkstoffe und Laser-Techniken einsetzen, um den erhöhten Augeninnendruck abzusenken, Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) zu beseitigen und die Bildung neuer, instabiler Gefäße zu blockieren.

Im Falle eines Gefäßverschlusses in einer Vene (Zentralvenenverschluss, Venenastverschluss) konzentriert sich die Sehsturz-Therapie darauf, die Durchblutung wieder zu normalisieren und die Neubildung von ungewünschten Blutgefäßen im betroffenen Auge zu vermeiden. Dazu gibt der behandelnde Arzt Medikamente, die das Blut dünnflüssiger machen. Im Zuge eines Venenverschlusses bilden sich außerdem häufig Schwellungen in der Netzhaut, die durch Flüssigkeitsansammlungen verursacht werden, sogenannte Ödeme. Die Injektionen bestimmter Medikamente (z. B. VEGF-Hemmer, Steroide) in den Augapfel beschleunigt den Abfluss der angestauten Gewebsflüssigkeit. Die Ödeme bilden sich zurück. Durch den Einsatz einer bestimmten Laser-Technik (Fokale Laserkoagulation) vernarbt der behandelnde Arzt gezielt undichte Stellen sowie neu gebildete Gefäße. So unterbindet er bestehende Blutungen und verhindert mögliche, neue Blutungen.

Wird der Sehsturz durch einen Gefäßverschluss in einer Arterie (Zentralarterienverschluss, Arterienastverschluss) ausgelöst, so kann selbst eine im Rahmen einer Notfallmaßnahme unmittelbar begonnene Therapie Folgeschäden kaum vermeiden. Denn nach einem Arterienverschluss dauert es gerade mal 60 bis 90 Minuten, bis Netzhautzellen im Auge dauerhaft geschädigt sind. Dennoch wird der behandelnde Arzt versuchen, den Gefäßverschluss und seine Folgen so schnell wie möglich zu beseitigen, indem er unter anderem:

  • aus der Vorderkammer des Auges Kammerwasser ablässt und sogenannte Karboanhydrasehemmer verabreicht, um den Augeninnendruck zu senken.
  • eine sogenannte Fibrinolyse durchführt: Die Betroffenen bekommen Medikamente, die die Blutgerinnung deutlich senken. Wegen des erhöhten Risikos unerwünschter Blutungen, wird eine solche Behandlung allerdings nur in einer internistischen Intensivstation durchgeführt.
  • zur Vorbeugung weiterer Gefäßverschlüsse nehmen Betroffene nach einem Sehsturz dauerhaft Medikamente ein, die die Blutgerinnung hemmen (z. B. Acetylsalicylsäure, Clopidrogel)
  • In manchen Fällen kann es notwendig sein, dass verschlossene Gefäß mittels „Schlüssellochtechnik“ unter Einsatz eines speziellen Lasers oder durch einen chirurgischen Eingriff zu öffnen.
Vorbeugung
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