Sehsturz: Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Die Sehsturz-Ursachen sind Verengungen oder Verschlüsse in Blutgefäßen, die für die Blutversorgung der Netzhaut in einem der beiden Augen zuständig sind.

Sie werden entweder durch wachsende Ablagerungen in den Gefäßen ausgelöst oder durch Blutgerinnsel, die das Blutgefäß wie ein Pfropfen verschließen. Sie bilden sich in der Regel vor Ort in den Blutgefäßen des Auges. Die Blutgerinnsel können sich aber auch an anderer Stelle bilden, beispielsweise in Verzweigungen der Halsschlagader, in den Gefäßen der Herzwand oder an verkalkten Herzklappen. Sie lösen sich von dort und werden über den Blutfluss in die Blutgefäße des Auges gespült. Hier setzen sie sich je nach Größe und Beschaffenheit in den zentralen Gefäßen der Netzhaut oder in den Seitenästen und feinen Verzweigungen fest.

Ein Sehsturz kann entstehen, wenn Blutgefäße im Auge verengt sind
Ein Sehsturz kann entstehen, wenn Blutgefäße im Auge verengt, ganz verschlossen oder so geschädigt sind, dass es zu Blutungen kommt© Fotolia

Die Folge: Die Netzhautzellen können nicht mehr oder nur unzureichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Abbauprodukte aus dem Stoffwechsel werden nicht mehr abtransportiert. Das Netzhautgewebe wird geschädigt und auch intakte Blutgefäße werden in Mitleidenschaft gezogen, so dass es zu Blutungen kommt. Auch der Augeninnendruck kann deutlich ansteigen, was zusätzlichen Druck auf die empfindlichen Netzhautzellen ausübt und diese schädigt. Längerfristig bildet das Auge neue Gefäße, um verschlossene Gefäße zu ersetzen. Diese neu gebildeten Gefäße sind jedoch von verminderter Qualität. Sie reißen leicht ein und können so erneute Blutungen in die Netzhaut verursachen.

Der Augenarzt unterscheidet bei den Sehsturz-Ursachen grundsätzlich zwei Formen:

  • Retinaler Arterienverschluss und Amaurosis fugax: Der Gefäßverschluss tritt dauerhaft oder vorübergehend in den Gefäßen auf, die das Blut vom Herzen in Richtung Auge transportieren, also in den Arterien. Hier wird zwischen einem Verschluss der Zentralarterie und einem Verschluss in einem Arterienast unterschieden. Diese Form des Gefäßverschlusses ist vergleichsweise selten.
  • Retinaler Venenverschluss: Der Gefäßverschluss tritt in den Blutgefäßen auf, die das Blut von den Netzhautzellen in Richtung Herz transportieren, also den Venen. Auch hier unterscheidet der Arzt zwischen einem Verschluss der Zentralvene und einem Verschluss in einem Venenast. Der retinale Venenverschluss zählt zu den häufigsten Gefäßerkrankungen der Netzhaut und gehört zu den wesentlichen Erblindungsursachen bei älteren Menschen.

Da bei einem Sehsturz Verengungen und Verschlüsse der Blutgefäße die Ursachen sind, entsprechen die Risikofaktoren denen, die auch für das Risiko von Gefäßerkrankungen in anderen Regionen des Körpers gelten, beispielsweise für das Herz (z.B. Herzinfarkt) oder das Gehirn (z. B. Schlaganfall). Zu Ihnen zählen:

  • zunehmendes Alter
  • Geschlecht (Männer sind häufiger betroffen)
  • Diabetes mellitus (sog. Zuckerkrankheit)
  • Bluthochdruck
  • Atherosklerose (Verengung der Blutgefäße, sog. Arterienverkalkung)
  • Faktor-V-Leiden-Mutation (erhöhte Blutgerinnungsneigung)
  • Erhöhte Blutfett- und Cholesterin-Werte
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • geringe Flüssigkeitsaufnahme
Symptome
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