Seed Cycling: Mit Kernen und Samen gegen PMS

Redaktion PraxisVITA

Seed Cycling kann bei etlichen hormonell verursachten Beschwerden helfen: PMS, Akne und Leiden in den Wechseljahren sollen durch die rotierende Einnahme von Kernen und Samen gelindert werden.

Verschiedene Samen von oben
Die Einnahme von verschiedenen Samen soll helfen, den Hormonhaushalt in den Einklang zu bringen Foto:  istock/Mei M.
Inhalt
  1. Was ist Seed Cycling genau und wie funktioniert die Methode?
  2. Kürbiskerne und Leinsamen in der Follikelphase
  3. In der Lutealphase mit Sesamsamen und Sonnenblumenkernen
  4. Die Wirkung von Seed Cycling
  5. So integrieren Sie Seed Cycling in Ihre Ernährung

Die meisten Frauen kennen das: Schon wenn sich die Periode nur ankündigt, haben sie mit Hormonschwankungen und deren Folgen zu tun. Schmerzen, ein Auf und Ab der Gefühle, Heißhunger und schlechte Haut gehören zu den typischen Begleiterscheinungen. Meist ist ein Ungleichgewicht der für den Menstruationszyklus entscheidenden Hormone Östrogen und Progesteron dafür verantwortlich. Durch die spezielle Einnahme von nur vier Kernen beziehungsweise Samen können sie wieder in ihre natürliche Balance gebracht und diese Unregelmäßigkeiten langfristig gemindert werden. Doch Seed Cycling kann noch viel mehr. 

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Was ist Seed Cycling genau und wie funktioniert die Methode?

Das Konzept besteht aus einer dem Zyklus angepassten Ernährung. Am Anfang der ersten Zyklusphase – also zu Beginn der Periode – sollen morgens je ein Teelöffel Leinsamen und ein Teelöffel Kürbiskerne verzehrt werden. Mit dem Ende des Eisprungs – nach 15 Tagen – wird dann auf Sonnenblumenkerne und Sesam umgestellt. In dieser Phase nimmt nämlich der Östrogenspiegel zu. So sollen die gesunden Öle, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe sowie Antioxidantien, die im Körper wirken und den Stoffwechsel der biochemischen Botenstoffe positiv beeinflussen, als Regulatoren der Hormone dienen. 

 

Kürbiskerne und Leinsamen in der Follikelphase

Mit dem Einsetzen der Menstruation, also der ersten Phase des Zyklus, beginnt die sogenannte Follikelphase. Hierbei werden die unbefruchtete Eizelle und die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen – im Anschluss wachsen sie von Neuem. Im Eierstock reifen dann die Follikel heran, in denen je eine Eizelle keimt. Für diesen ganzen Wachstumsvorgang wird Östrogen benötigt.

Und hier setzt die Saat ein: Leinsamen und Kürbiskerne enthalten viele Omega-3-Fettsäuren, die auf das follikelstimulierende Hormon FSH anregend wirken und das Follikelwachstum begünstigen. Nebenbei bestehen die Samen aus Lignanen, einem Pflanzenstoff, der als sogenanntes Phytoöstrogen fungiert. Der dem Östrogen ähnliche Pflanzenstoff kann an die betreffenden Rezeptoren andocken und die Ausschüttung des Botenstoffs befördern. Das lindert die sonst so üblichen Beschwerden in der Phase.

 

In der Lutealphase mit Sesamsamen und Sonnenblumenkernen

Ab dem 15. Tag, wenn die Eizelle zum Eisprung gelangt ist, produziert der Körper vermehrt das Hormon Progesteron, das ihn auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Dank des hohen Gehalts an Omega-6-Fettsäuren, Vitamin E, Selen und Zink kurbeln Sesamsamen und Sonnenblumenkerne die Progesteronproduktion ordentlich an. Auch in dieser Saat sind Lignane enthalten, die nun dafür sorgen, dass überschüssiges Östrogen gebunden wird. 

 

Die Wirkung von Seed Cycling

Insgesamt ist Seed Cycling eine gesunde und vollkommen natürliche Methode, um den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Daher lässt sich das Konzept auch bei anderen hormonell bedingten Beschwerden einsetzen. Die Einnahme in den Wechseljahren oder bei Akne unterscheidet sich dabei nicht von der üblichen Aufteilung in zwei Phasen und ist eine vollkommen naturbelassene Hormontherapie. Laut einer Studie des Fachbereichs Geburtshilfe und Gynäkologie der Universität Rostock sollen Leinsamen PMS bedingte Brustschmerzen mildern können. Die in Kürbiskernen enthaltenen Lignane können zudem vorbeugend gegen Brustkrebs wirken, heißt es in einer weiteren Studie. 

 

So integrieren Sie Seed Cycling in Ihre Ernährung

Das Gute am Seed Cycling ist: Es lässt sich prima in den Alltag integrieren. Dabei bleibt es vollkommen Ihnen überlassen, wie Sie die Samen und Kerne konsumieren. Und auch hier haben Sie alle Freiheiten, immer wieder zu variieren. Ob pur, im Müsli, Joghurt, Salat, in der Suppe, in Form selbst gemachter Müsliriegel oder zerkleinert im Smoothie – einfach je einen Teelöffel der Saat mit aufs Essen oder in den Drink, schon sind Sie auf dem richtigen Weg. Nachteile gibt es aufgrund der Vielseitigkeit und des leichten Integrierens in Ihren gewohnten Tagesablauf daher nicht. Eine Sache sollten Sie allerdings beachten: Um Unverträglichkeiten zu vermeiden, stellen Sie sicher, dass Sie keine Allergien gegen die jeweiligen Samen haben. Wenn Sie unsicher sein sollten, lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt beraten. 

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Spätestens nach zwei bis drei Monaten sollte sich eine Verbesserung oder Linderung der Beschwerden einstellen. Wann sich der Effekt des Seed Cyclings tatsächlich bemerkbar macht, hängt vom Zyklus selbst ab, denn die Eizellen benötigen rund hundert Tage zum Reifen.

Quellen: 

  • Richter, D., Abarzua, S., Chrobak, M., Vrekoussis, T., Weissenbacher, T., Kuhn, C., ... & Piechulla, B. (2013). Effects of phytoestrogen extracts isolated from pumpkin seeds on estradiol production and ER/PR expression in breast cancer and trophoblast tumor cells. Nutrition and cancer, 65(5), 739-745.
  • Vaziri, F., Zamani Lari, M., Samsami Dehaghani, A., Salehi, M., Sadeghpour, H., Akbarzadeh, M., & Zare, N. (2014). Comparing the effects of dietary flaxseed and omega-3 Fatty acids supplement on cyclical mastalgia in Iranian women: a randomized clinical trial. International journal of family medicine, 2014.
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