Schwermetalle ausleiten: Wie funktioniert das?

Redaktion PraxisVITA

Schwermetalle ausleiten ist eine besondere Form des Entgiftens. In der Alternativmedizin werden dafür verschiedene Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.

Eine erschöpfte Frau stützt ihren Kopf auf ihre Hände
Zu den Symptomen einer Schwermetallvergiftung gehören Müdigkeit und Schwächegefühl Foto:  iStock/MangoStar_Studio
Inhalt
  1. Welche Schwermetalle sind gefährlich?
  2. Schwermetalle ausleiten – was bedeutet das?
  3. Ausleiten mit Nahrungsergänzungsmitteln
  4. Schwermetalle ausleiten mit Lebensmitteln
  5. Schwermetalle im Körper?
  6. Schwermetallausleitung – wissenschaftlich erwiesen?

Ob durch Wasser, Luft oder Nahrung: Dass unser Körper mit gesundheitsgefährdenden Schwermetallen in Berührung kommt, ist in unserer Zeit nicht vermeidbar. Die Alternativ- beziehungsweise Naturmedizin bietet dafür eine Lösung an: Schwermetalle ausleiten durch Nahrungsergänzungsmittel.

 

Welche Schwermetalle sind gefährlich?

Zu den Schwermetallen, die potenziell gesundheitsgefährdend sind, zählen unter anderem Arsen, Blei, Quecksilber und Cadmium. Arsen ist ein mögliches Beiprodukt der Glas- und Metallproduktion. So kann es ins Trinkwasser gelangen, wenn auch nur in kleinen Mengen.

Blei ist ein Abfallprodukt, das bei der Herstellung von Batterien entsteht. Quecksilber war früher Bestandteil von Thermometern – in neueren Modellen kommt es nicht mehr vor. Dafür nehmen wir Quecksilber über den Verzehr von Meeresfisch auf – vor allem große Raubfische wie Thunfisch sind mit dem Schwermetall belastet. Auch Amalgam-Zahnfüllungen enthalten Quecksilber.

Als umstritten gilt bisher allerdings, ob das Schwermetall tatsächlich in bedenklichen Mengen aus der Zahnfüllung in den Körper gelangen kann. Cadmium kann in Lebensmitteln vorkommen; beispielsweise in Wildpilzen, Innereien und Meeresfrüchten kann es enthalten sein. 

Die einzelnen Schwermetalle haben verschiedene gesundheitliche Folgen: Sie können unter anderem den Stoffwechsel belasten, Entzündungen begünstigen oder die Zellen schädigen.

 

Schwermetalle ausleiten – was bedeutet das?

Die Idee der Schwermetallausleitung ist es, den Körper von Schwermetallen zu befreien. Dafür greifen Alternativmediziner auf Nahrungsergänzungsmittel oder auf bestimmte Lebensmittel zurück. Unter den Nahrungsergänzungsmitteln gibt es eine ganze Reihe von Naturmedizin-Produkten, die beim Ausleiten der schädlichen Metalle helfen sollen. Die Gifte sollen gebunden und ausgeleitet, die für den Abbau notwendigen Organe (Leber, Nieren) bestmöglich unterstützt werden.

 

Ausleiten mit Nahrungsergänzungsmitteln

Die Chlorella-Alge soll dabei helfen, Schwermetalle wie auch andere Schadstoffe aufzunehmen, sie zu binden und wieder auszuleiten. Eine ähnliche Detox-Wirkung hat demnach auch Natrium-Bentonit. Bentonit soll die Schadstoffe nicht nur binden und abführen, sondern bereits bei der Nahrungsaufnahme “auffangen”, damit sie gar nicht erst in den Blutkreislauf gelangen. 

Darüber hinaus können Sie zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Alfalfa greifen, einer Grasart, die auch unter dem Namen Luzerne bekannt ist. Dem Saft des Grases werden unter anderem eine beträchtliche Menge an Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und ein hoher Chlorophyllgehalt sowie große gesundheitliche Effekte zugeschrieben. Auch Glutathion, ein Protein bestehend aus Glycin, Glutamin und Cystein, soll als Nahrungsergänzung die Giftstoffe aus dem Körper leiten.

Frau mixt Gemüse
Gesunde Ernährung Detox-Speiseplan: Diese Lebensmittel sollten Sie meiden

 

Schwermetalle ausleiten mit Lebensmitteln

Es gibt aber auch zahlreiche gängige Lebensmittel, die einen wichtigen Beitrag zur Entgiftung beitragen sollen: So gelten Ingwer, Bärlauch, Artischocken, Brennnessel und Fenchel als geeignet zur Schwermetallausleitung.

 

Schwermetalle im Körper?

Bei diesen Tipps aus der Alternativmedizin handelt es sich jedoch lediglich um prophylaktische Maßnahmen. Wer vermutet, an einer Schwermetallvergiftung zu leiden, sollte sich unbedingt in ärztliche Behandlung begeben. Per Bluttest kann festgestellt werden, wie hoch der Schwermetallgehalt im Blut tatsächlich ist.

Sollte eine Schwermetallvergiftung vorliegen, wird zur Therapie unter anderem die Chelat-Methode angewandt, bei der intravenös sogenannte Chelate – auch Komplexbildner – verabreicht werden. Diese Chelate binden die Schwermetalle und führen sie ab. Als typische Symptome einer Schwermetallvergiftung gelten Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Schwächegefühl sowie Angststörungen, Schweißausbrüche und Benommenheit.

 

Schwermetallausleitung – wissenschaftlich erwiesen?

Wie viele Methoden der Alternativmedizin ist das Ausleiten von Schwermetallen mit Nahrungsergänzungsmitteln umstritten. Dass Schwermetalle zu einer Vergiftung führen können, ist zwar erwiesen. In welcher Konzentration sie im Alltag aber tatsächlich aufgenommen werden und wie die im Handel erhältlichen Nahrungsergänzungsmittel den Schwermetallen im Körper tatsächlich entgegenwirken können, gilt hingegen als strittig. Generell sollten Sie den Verdacht auf eine Schwermetallvergiftung und mögliche Behandlungsoptionen immer zuerst mit einem Arzt absprechen.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2019 praxisvita.de. All rights reserved.