Schwerer Corona-Verlauf: Weniger als 30 Minuten Bewegung schützen!

Mona Eichler Health-Redakteurin

Eine Studie unter knapp 50.000 erwachsenen COVID-19-Patienten hat ergeben, dass tägliche Bewegung erheblich vor schweren Corona-Verläufen schützt – und das schon bei rund 30 Minuten pro Tag. Die Erkenntnisse im Überblick.

Inhalt
  1. Schwerer Corona-Verlauf: Wie kann man sich schützen?
  2. Studie unter COVID-19-Patienten
  3. 30 Minuten tägliche Bewegung schützt vor Corona-Komplikationen
  4. Corona-Schutz braucht keinen Extremsport
 

Schwerer Corona-Verlauf: Wie kann man sich schützen?

Sportmediziner Dr. Robert Sallis und sein Team von der Kaiser Permanente Klinik in Fontana, Kalifornien, wollten wissen, was Patienten mit einem schweren Corona-Verlauf von jenen unterscheidet, die die Infektion ohne lebensbedrohliche Komplikationen überstehen. Die Antwort: tägliche Bewegung

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Studie unter COVID-19-Patienten

Die Wissenschaftler untersuchten zwischen dem 1. Januar und dem 21. Oktober 2020 genau 48.440 erwachsene COVID-19-Patienten. Die Probanden waren im Schnitt 47 Jahre alt. Ihre Daten zogen die Experten aus medizinischen Untersuchungen, die zwischen März 2018 und März 2020 bei den Erwachsenen durchgeführt worden waren. 

Die zentrale Frage der Studie: Wie wirkt sich (tägliche) Bewegung auf den Schweregrad einer COVID-19-Infektion aus?

Die Probanden mussten angeben, wie oft sie sich pro Woche bewegen. Drei Kategorien standen zur Auswahl: 

  • durchgehend inaktiv (0 bis 10 Minuten Bewegung pro Woche)
  • ab und zu aktiv (11 bis 149 Minuten Bewegung pro Woche) 
  • durchgehend aktiv (mehr als 150 Minuten pro Woche)

Die Angaben wurden mit dem Schweregrad der Corona-Erkrankung der Patienten verglichen. Im Fokus standen dabei:

  • das Risiko, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden 
  • das Risiko, auf der Intensivstation behandelt werden zu müssen 
  • das Risiko, zu sterben

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30 Minuten tägliche Bewegung schützt vor Corona-Komplikationen

Patienten, die sich selbst als „durchgehend inaktiv“ beschrieben hatten, wiesen im Studienergebnis ein 2,3 Mal höheres Risiko auf, durch COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Das Risiko, auf der Intensivstation behandelt werden zu müssen, war 1,7 Mal so hoch. Das Risiko, an dem Virus zu sterben, sogar 2,5 Mal höher. 

Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus, dass fehlende Bewegung neben Vorerkrankungen und dem Alter zu den größten Risikofaktoren für Corona zählt.

„Sogar als wir Variablen wie Fettleibigkeit und Rauchen in die Analyse einbezogen, stellten wir fest, dass Inaktivität stark mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit von Krankenhausaufenthalten, Intensivstation-Aufnahmen und Tod assoziiert war, verglichen mit moderater körperlicher Aktivität oder überhaupt keiner Aktivität“, betonte Debora Rohm Young, Co-Autorin der Studie.

Etwa 30 Minuten Bewegung täglich schützen der Studie zufolge vor einem schweren Corona-Verlauf. 

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Corona-Schutz braucht keinen Extremsport

Doch nicht nur Patienten, die sich täglich bewegten, sind besser vor einem schweren Corona-Verlauf geschützt. Wie die Studie offenlegte, war die Gruppe der durchgehend Inaktiven auch im Vergleich mit jenen, die „ab und zu aktiv“ sind, wesentlich schlechter aufgestellt. Das Risiko für eine Einlieferung ins Krankenhaus beispielsweise war immer noch 1,2 Mal höher.

Doch 30 Minuten Bewegung bedeutet nicht zwingend ein intensives Workout. Alles, was den Kreislauf in Schwung bringt, hilft – etwa Yoga und Spazierengehen. Dr. Sallis betonte in einer Presseerklärung zur Studie: „Gehen Sie jeden Tag 30 Minuten spazieren. Fünfmal pro Woche, in einem moderaten Tempo. Das wird Sie erheblich vor einem schweren COVID-19-Verlauf schützen.“

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Quellen:
Physical inactivity is associated with a higher risk for severe COVID-19 outcomes: a study in 48 440 adult patients, in: bjsm.bmj.com
Physical activity may reduce risk of poor COVID-19 outcomes, in: prnewswire.com

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