Schweißgeruch aus Kleidung entfernen: 5 Tipps gegen den Mief

Susanne Petersen Medizinredakteurin

Warum riechen manche Textilien besonders schnell nach Schweiß, auch wenn wir nicht übermäßig geschwitzt haben?  Und wie kann man den Schweißgeruch aus Kleidung entfernen? Mit diesen 5 Tipps gelingt das garantiert.

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Inhalt
  1. Wie kommt der Schweißgeruch in die Kleidung?
  2. Schweißgeruch aus Wäsche entfernen mit hohen Temperaturen
  3. Schweiß aus Kleidern und nicht waschbarer Kleidung entfernen
  4. Schweiß aus Sportbekleidung entfernen
  5. Schweißgeruch aus Kleidern mit diesen Tipps und Hausmitteln entfernen

Schweißgeruch in der Kleidung kann hartnäckig sein. Selbst das Waschen in der Waschmaschine nützt oft wenig. Kaum ist das T-Shirt angezogen, schon müffelt es unangenehm nach Schweiß. Woran liegt das und mit welchen Hausmitteln verschwindet der Geruch wieder?

 

Wie kommt der Schweißgeruch in die Kleidung?

Die gute Nachricht: Wir Menschen sind nicht für den unangenehmen Schweißgeruch verantwortlich. Denn Schweiß ist etwas völlig Natürliches. Jeder schwitzt im Laufe des Tages ungefähr zwei Liter Flüssigkeit aus. Das dient zur Regelung der Körpertemperatur und ist wichtig, um giftige Stoffe auszuscheiden. Schweiß besteht zu 99 Prozent aus Wasser, ein halbes Prozent ist Salz. Diese Bestandteile sind völlig geruchlos. Der Rest besteht aus Harnstoff, Aminosäuren, Milchsäure, Zucker und Fetten. Auch die riechen nicht von allein.

Für den Gestank in der Wäsche ist etwas anderes verantwortlich, nämlich Bakterien. Diese leben auf der Haut und warten darauf, dass wir Fette und Zucker beim Schwitzen mit ausdünsten. Davon ernähren sie sich. Bei der Zersetzung dieser Stoffe entstehen Abfallstoffe, die für schlechte Gerüche verantwortlich sind.

Je länger diese Bakterien Zeit haben, ihre Arbeit zu verrichten, desto intensiver der Schweißgeruch. Das erklärt, warum frischer Schweiß nicht stinkt und Textilien stärker nach Schweiß riechen, je länger sie getragen werden. Auch, wenn wir mehr Schweiß über die Haut absondern, zum Beispiel beim Sport, sondern wir mehr Fette und Zucker für die Bakterien ab

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Schweißgeruch aus Wäsche entfernen mit hohen Temperaturen

Um unangenehme Gerüche aus dem Kleidungsstück zu entfernen, reicht warmes Wasser nicht aus. Bakterien brauchen mehr als 30 Grad, damit sie von der Wäsche verschwinden. Einfaches Waschen in der Waschmaschine bei 30 oder 40 Grad beseitigt den Schweißgeruch nicht. Frischgewaschenes kann nach kurzem Tragen erneut riechen, weil die Bakterien einen solchen Waschgang überleben. Deswegen ist bei starkem Schwitzen Kochwäsche angebracht. Doch nicht jedes Kleidungsstück eignet sich für das Waschen bei höchster Temperatur.

 

Schweiß aus Kleidern und nicht waschbarer Kleidung entfernen

Schöne Kleider sind genau das richtige in der Sommersaison. Doch vor allem an heißeren Tagen schwitzen wir mehr, der Schweißgeruch kann gerade bei Kleidern und nicht waschbarer Kleidung zu einem Problem werden. Bakterien nisten sich bevorzugt in synthetischer Kleidung ein und sind mit niedrigen Temperaturen nicht wieder herauszubekommen.

Empfindliche Kleider aus Seide oder Viskose dürfen nur per Hand oder bei 30 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Es gibt zwar spezielle Waschmittel, doch nicht immer sind diese für empfindliche Textilien geeignet. Außerdem enthalten solche Mittel viel Chemie und ätzende Stoffe, die auch der Umwelt schaden. Betroffene können zu anderen Mitteln greifen, um den Geruch loszuwerden. 

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Schweiß aus Sportbekleidung entfernen

Sportler bevorzugen Funktionsbekleidung, weil sie Stretchmaterial enthält, atmungsaktiv und regenabweisend ist. Gerade beim Sport schwitzen wir extrem und bieten einen besonderen Nährboden für Bakterien, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich sind.

Das Problem: Die Funktionskleidung verträgt heißes Wasser nicht. Das Feinwaschprogramm ist zwar schonender, aber nicht in der Lage, die Bakterien abzutöten. Nach dem Sport sollten Sie Ihre Sportkleidung am besten sofort mit Wasser ausspülen und dann trocknen lassen. Denn die Salze aus dem Schweiß können die Funktionalität beeinträchtigen, wenn der Schweiß zu lange auf die Kleidung einwirkt.

 

Schweißgeruch aus Kleidern mit diesen Tipps und Hausmitteln entfernen

Nicht zu heiß waschen, keine Chemiekeulen verwenden: Was können Sie also tun, um die stinkende Kleidung zu reinigen?

Dies sind die besten Hausmittel und Tipps gegen Schweißgeruch:

1. Wäschegeruch entfernen mit Zitronensäure

Eine gute Idee, um weiße Kleidung von üblen Gerüchen zu befreien, ist die klassische Zitronensäure. Sie setzt dem Schweißgeruch durch eine stark antibakterielle Wirkung zu. Durch ihre Säure ist sie außerdem in der Lage, hartnäckigen Schweißrändern beizukommen.

So geht’s: Geben Sie flüssige Zitronensäure oder -pulver in eine große Schüssel mit mindestens einem Liter Wasser. Das Wasser sollte warm sein. Die Wäsche muss ungefähr eine Stunde in dieser Lösung einweichen. Betroffene Stellen können Sie zum Schluss in der Schüssel mit der Hand wegrubbeln. Anschließend waschen Sie die Kleidung in der Maschine wie gewohnt.

Achtung: Zitronensäure greift neben den Bakterien auch Farben an, deswegen ist diese Prozedur nicht für Farbwäsche geeignet. Auch sollten Sie nach der Behandlung mit Zitronensäure die Wäsche allein in der Waschmaschine waschen. 

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2. Schweißgeruch aus Kleidung mit Essig entfernen

Dunkle Wäsche, bunte, farbige oder bedruckte T-Shirts und Textilien lassen sich mit dem Allzweckmittel Essig behandeln. Im Haushalt ist Essig ein wahres Wundermittel, es enthält wie die Zitronensäure viel Säure und wirkt antibakteriell.

So funktioniert’s: Befüllen Sie eine große Schüssel mit warmem Wasser und einem großen Glas hellem Haushaltsessig (Weißweinessig) oder mit etwas weniger Essigessenz. Innerhalb einer Stunde wird der Essig auf die Bakterien in der Wäsche einwirken. Danach können die Kleidungsstücke in der Waschmaschine gewaschen werden. Wer sich die Einweichprozedur sparen möchte, kann auch ein kleines Glas Essig mit zum Waschmittel in die Maschine geben.

3. Waschsoda oder Natron kann Schweißgeruch ganz einfach entfernen

Nicht nur Säuren töten Bakterien ab, sondern auch Laugen. Deswegen ist Waschsoda ein Klassiker bei der Behandlung von Schweißgerüchen in Kleidung. Es ist in jedem Supermarkt oder Drogeriehandel erhältlich. Die Lauge beseitigt Fettreste sehr effizient.

So wird’s gemacht: Die Kleidung nach starkem Schwitzen einfach in eine Lösung aus 5 Litern Wasser und einem Esslöffel Waschsoda geben und die Lösung für eine halbe Stunde ruhen lassen. Danach sollte die Wäsche ein bis zwei Stunden in der Lösung einweichen. Anschließend in der Waschmaschine mit der normalen Pflege waschen.

Extra-Tipp: Wer kein Waschsoda vorrätig hat, kann auch Backpulver bzw. Natron verwenden. Das funktioniert ähnlich

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4. Mit Kernseife betroffene Stellen einreiben

Manchmal sind die alten Mittel, die schon unsere Großmütter verwendet haben, die besten und umweltschonendsten. Die klassische Kernseife, auch Gallseife, ist ebenfalls ein wirksames Mittel gegen hartnäckigen Schweißgeruch.

So wird es gemacht: Reiben Sie die betroffenen Stellen mit der Seife gut ein und lassen Sie die Textilien in einer Schüssel über mehrere Stunden oder am besten über Nacht einwirken. Anschließend waschen Sie die betroffenen Teile wie gewohnt in der Maschine.

5. Schweißgeruch entfernen ohne Waschen mit Wodka

Ein etwas ungewöhnlicher Tipp, um Schweißgeruch aus der Kleidung zu entfernen, ist eine Behandlung mit Wodka oder mit anderem geruchslosem, hellem Alkohol. Wer es testen will, sollte erst einmal unempfindliche Klamotten verwenden.

So wirkt der Wodka: Geben Sie etwas Wodka in eine Sprühflasche und besprühen Sie die betroffenen Stellen zum Beispiel unter der Achsel. Anschließend sprühen Sie mit warmem Dampf aus dem Dampfbügeleisen über die Stellen. Der heiße Dampf soll den Wodka aus der Kleidung schnell herauslösen. Und dieser nimmt den Geruch des Schweißes mit.

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Extra-Tipp: Die Gefriertruhe kann darüber hinaus ein weiterer Trick sein, um stinkende Kleidung zu behandeln. Denn nicht jede Kleidung sollte gewaschen werden. Auch nach einer chemischen Reinigung riechen manche Blusen oder Sakkos schnell wieder nach Schweiß. Eine Nacht in der Kühltruhe soll die Bakterien aus der Kleidung vertreiben. Dafür packen Sie die Kleidung in eine Plastiktüte, verschließen diese sorgfältig und legen sie in die Tiefkühltruhe. Diese Methode soll besonders gut bei frischerem Schweiß helfen. Je länger die Teile in der Kühltruhe bleiben, desto besser kann auch stärkerer Schweißgeruch beseitigt werden.

Schweißgeruch vorzubeugen und den Zersetzungsprozess durch die Bakterien zu verzögern ist oft schwer. Deos überdecken mit ihren Duftstoffen die Schweißgerüche nicht ausreichend, manche verstärken sie sogar. Auch die Ernährung spielt eine Rolle: Wer viel Knoblauch und Zwiebeln isst, weiß, dass diese auch für unangenehme Gerüche unter den Achseln sorgen können. Um bereits entstandenen Schweißgeruch aus Kleidung zu entfernen, können die fünf Tipps wirkungsvoll helfen.

 

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