Schweiß lass nach

Iontopherese
Bei der Iontophorese werden Handflächen oder Fußsohlen in einem Wasserbecken mit leichtem Gleichstrom behandelt. So wird der Schweißfluss reduziert © Imago

Gehören Sie auch zu den Menschen, die unter starkem Schwitzen leiden und nicht wissen, wie man diese, oft unangenehme, Körperfunktion reduzieren kann? Wir haben die besten Strategien gegen Schweiß.

Gerade erst haben wir die frische Bluse angezogen – schon hat sich unter den Achseln wieder Schweiß gebildet. Klar ist das peinlich, kann aber mal vorkommen! Schließlich ist Schwitzen ein ganz normaler und lebenswichtiger Prozess: Er reinigt unseren Organismus und regelt unsere Körpertemperatur.

Doch rund drei Millionen Deutsche leiden unter krankhaft gesteigerter Schweißbildung. Mögliche Ursachen können Wechseljahre, Übergewicht, Krankheiten oder Veranlagung sein. Die gute Nachricht: Gegen Schweiß helfen Therapien.

Hier finden Sie fünf besonders wirksame und schonende Methoden:

Radiowellen legen Schweißdrüsen lahm

Heizen Sie Ihren Schweißdrüsen ein – mit Radiofrequenzwellen! Bei der neuen "SweatX"-Methode werden sie so weit erwärmt, dass sie verkleben und keinen Schweiß mehr produzieren können – ganz ohne Medikamente, schädliche Substanzen oder Chirurgie. Mindestens fünf Behandlungen à 30 Minuten sind nötig. Kosten: insgesamt etwa 500 Euro. Bis zu neun Monate hält die Schweißreduktion an. Mehr Infos unter www.sweatform.de.

Botox trickst die Nerven aus

„Die gängigste Methode zur Behandlung von übermäßigem Schwitzen ist die Injektion von Botox“, so Dr. Jan Nebendahl, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie am Dermatologikum in Hamburg. Das Anti-Falten-Mittel unterbricht die Kommunikation zwischen Nerven und Schweißdrüsen und verhindert so, dass wir schwitzen. „Weil Botox mit der Zeit vom Körper wieder abgebaut wird, muss die Therapie zweimal im Abstand von jeweils etwa sechs Monaten wiederholt werden. Nach drei Sitzungen sind die Patienten in der Regel beschwerdefrei und schwitzen im normalen Maß.“ Kosten: pro Anwendung zwischen 400 und 800 Euro. An Händen und Füßen kann die Methode schmerzhaft sein. Dagegen hilft eine lokale Betäubung auf Wunsch.

Keinen Schweiß mehr dank Laser-Energie

Ähnlich wie die elektromagnetischen Radiowellen der "SweatX"-Methode können auch Laserstrahlen Schweißdrüsen durch Hitze deaktivieren. Neueste Geräte arbeiten dabei mit einer Wellenlänge, die das umliegende Hautgewebe nicht beschädigt. Dr. Afschin Fatemi, Facharzt für Dermatologie der S-thetic Clinic in Düsseldorf, Hamburg und München, erklärt: „Der Laser wirkt gezielt auf die Schweißdrüsen und lässt diese im wahrsten Sinne des Wortes schmelzen. Sie wachsen nicht wieder nach. So ist man dauerhaft von Schweiß befreit.“ Mehr als 90 Prozent der Patienten sind ihr Problem nach einer Sitzung los. Kosten der Behandlung: rund 1 800 Euro.

Anti-Schweißtabletten

Schweißtabletten
Ärzte verschreiben sogenannte Anticholinergika bei übermäßigem Schwitzen nur, wenn andere Behandlungen fehlgeschlagen sind© Fotolia

Mittel gegen Hyperhidrose gibt es auch in der Apotheke. Sogenannte Anticholinergika hemmen die Produktion des Botenstoffes Acetylcholin, der die Schweißdrüsen in unserem Körper überhaupt erst anregt. Weil sie häufig Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schläfrigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen, verschreiben Ärzte diese Medikamente jedoch nur, wenn andere Behandlungen fehlgeschlagen sind.

Strom stoppt die Transpiration

Wer besonders an Händen oder Füßen schwitzt, kann diese unter Strom setzen lassen. Ein leichtes Kribbeln ist alles, was wir bei der sogenannten Iontophorese spüren. „Wie das Verfahren genau funktioniert, konnte wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt werden. Die Wirkung ist aber unbestritten“, so Dr. Nebendahl. Patienten tauchen Hände oder Füße für 15 Minuten in zwei kleine separate Wannen mit Wasser, durch das mithilfe von Elektroden schwacher Strom geleitet wird. „Eine dauerhafte Therapie mit zwei bis drei Anwendungen pro Woche kann den Schweißfluss reduzieren.“ Das Gute: Der Preis von etwa 1 000 Euro für ein Iontophorese-Gerät wird von vielen Krankenkassen übernommen.

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