Schweinsteiger getackert: So funktioniert die schnellste Wundversorgung

Wundheilung von Schweinsteiger
Im Finale der Fußballweltmeisterschaft zog sich Bastian Schweinsteiger eine Platzwunde im Gesicht zu. Nach einer extrem schnellen Behandlung konnte er jedoch nach rund zwei Minuten wieder am Spiel teilnehmen. Praxisvita erklärt, wie Ärzte offene Wunden so © Corbis

Während des Finales der Fußballweltmeisterschaft zog sich Nationalspieler Bastian Schweinsteiger in einem Zweikampf mit dem argentinischen Abwehrspieler Sergio Agüero eine blutende Platzwunde unter dem rechten Auge zu. Innerhalb weniger Minuten schaffte es das Ärzteteam der Nationalmannschaft, den angeschlagenen Spieler so zu versorgen, dass er weiterspielen konnte. Doch wie ist das möglich? Lesen Sie hier über die Tricks der Ärzte und welche die schnellsten Methoden sind, um eine blutende Platzwunde zu verarzten.

 

Tackern: Der Fall Schweinsteiger

Das sogenannte Tackern (medizinisch „Klammern“) eignet sich für kleinere Platzwunden von wenigen Zentimetern wie im Fall Bastian Schweinsteiger. Diese Klammern – die tatsächlich herkömmlichen Tacker-Nadeln ähneln – werden mit einem speziellen Klammergerät in die Haut ‚geschossen’, um die Wundränder zusammenzudrücken und zu fixieren. Die aus Metall oder speziellen Kunststoff hergestellten Klammern werden nach der Ausheilung der Wunde mit einem Klammerentferner aus der Haut gezogen. Der Vorteil der Methode: Der Fußballer kann nach kurzer Zeit wieder am Spiel teilnehmen – bei Schweinsteiger dauerte es nur rund zwei Minuten.

Platzwunde selbst versorgen
  • Die Blutung stoppen: Verwenden Sie dafür eine sterile Kompresse, die Sie mit leichtem Druck auf die Wunde halten
  • Lässt die Blutung nicht nach, legen Sie einen Druckverband an
  • Betrifft die Wunde mehr als die oberen Hautschichten oder befindet sie sich am Kopf, gehen Sie unbedingt zum Arzt oder rufen einen Rettungswagen
 

Kleben

Dabei wird die Platzwunde mit dem sogenannten Fibrinkleber zugeklebt. Der Klebstoff basiert zumeist auf organischen Komponenten, zum Beispiel auf Blutplasma. Da die Reiß- und Druckfestigkeit  im Vergleich zu Nähten erheblich geringer ist, werden im Fußball damit lediglich Wunden behandelt, die keiner großen Bewegung oder Belastung ausgesetzt sind, wie am Kopf oder im Gesicht. Eine Wunde am Bein eines Fußballers kann nicht geklebt werden, sie würde durch die Belastung beim Laufen wieder aufreißen. Der Vorteil ist auch hier, dass der Fußballer schnell zurück auf dem Spielfeld ist.

 

Nähen

Wenn die Wunde zu groß ist um sie zu kleben oder zu tackern, muss sie genäht werden. Für den Fußballer bedeutet das das Aus des Spiels. Alleine die erforderliche Betäubung macht eine längere Behandlung notwendig und je größer eine Wunde ist, desto größer ist auch das Risiko, dass sie durch Bewegung wieder aufreißt. Für das Nähen von Wunden können sogenannte resorbierbare Fäden verwendet werden, die sich in Reaktion mit dem Körpergewebe nach einiger Zeit auflösen und vom Körper abgebaut (resorbiert) werden. Wird ein nicht-resorbierbarer Faden verwendet, muss dieser wieder entfernt werden.

Hamburg, 14. Juli 2014

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