Schweinegrippe beim Menschen: Symptome wie bei normaler Grippe?

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

DIe Schweinegrippe gilt als hochinfektiöses Virus, das erstmals 2009 auf den Menschen übergangen ist. Die Symptome gleichen oft denen einer normalen Grippe, jedoch kann die Schweinegrippe schwere Gehirn- und Lungenentzündungen verursachen.

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Inhalt
  1. Was ist die Schweinegrippe?
  2. Wann kam es zum Schweinegrippe-Ausbruch beim Menschen?
  3. Wie kommt es zur Ansteckung mit Schweinegrippe?
  4. Schweinegrippe: Welche Symptome treten beim Menschen auf?
  5. Wie behandeln Ärzte die Schweinegrippe beim Menschen?
  6. Welche Bedeutung hat die Schweinegrippe momentan in Deutschland?

Ein spezielles Schweinegrippe-Virus, das Menschen infiziert, hat sich ab dem Jahr 2009 weltweit ausgebreitet. Die Symptome einer Schweinegrippe gleichen denen einer normalen Grippe. Inzwischen gibt es mehrere Impfstoffe gegen das Virus.

 

Was ist die Schweinegrippe?

Der Schweinegrippe-Auslöser ist ein spezielles Virus. Es ist mit der Influenza oder echten Grippe biologisch verwandt und trägt die wissenschaftliche Bezeichnung Influenza A/California/7/2009 (H1N1). Ärzte sprechen auch von der neuen Grippe, weil das Schweinegrippe-Virus erstmals 2009 entdeckt worden war. Es handelt sich um eine Neukombination des Erbguts aus Schweinegrippe-Viren, die ursprünglich für Menschen nicht gefährlich waren. So entstand ein hochinfektiöses Virus mit anderen Eigenschaften. 

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Wann kam es zum Schweinegrippe-Ausbruch beim Menschen?

Anfang April 2009 entdeckten Forscher in den USA zum ersten Mal das neue Schweinegrippe-Virus bei Patienten. Die Zahl an Infektionen stieg rasch. Deshalb warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wenige Wochen später vor einer weltweiten Verbreitung (Pandemie).

Diese Phase wurde im August 2010 für beendet erklärt. Weltweit konnten Labore bei 18.500 Todesfällen einen Zusammenhang zum Schweinegrippe-Virus herstellen. Die Dunkelziffer ist aber weitaus höher. Wissenschaftler schätzen, dass 2009 bis 2010 etwa 150.000 bis 575.000 Menschen an der Schweinegrippe gestorben sind.

 

Wie kommt es zur Ansteckung mit Schweinegrippe?

Das Schweinegrippe-Virus gleicht in seinen Eigenschaften Viren, die die saisonale Grippe auslösen. Beim Husten oder Niesen entstehen kleinste, virushaltige Tröpfchen. Diese sogenannten Aerosole bleiben einige Zeit in der Luft. Werden sie eingeatmet, gelangen sie über die Schleimhäute eines gesunden Menschen in den Körper. Mit Nieshygiene lässt sich die Ansteckungsgefahr etwas verringern – man sollte idealerweise in die Armbeuge niesen.

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Daneben spielen Schmierinfektionen eine wichtige Rolle. Wer in die Hände niest und dann Kontaktflächen wie Türklinken berührt, hinterlässt dort Viren, die in die Schleimhäute eines anderen Menschen gelangen – wenn dieser mit der kontaminierten Fläche in Berührung kommt. Deshalb sollte man sich regelmäßig und gründlich die Hände waschen, um eine Schweinegrippe-Ansteckung zu vermeiden.

Die US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben während der Schweinegrippe-Pandemie beide Übertragungswege als relevant eingestuft. Ihr Rat war, nur in die Armbeuge zu niesen und sich die Hände regelmäßig mit Seife zu waschen.

 

Schweinegrippe: Welche Symptome treten beim Menschen auf?

Bei der Schweinegrippe kommt es nach der Inkubationszeit von ein bis vier Tagen zu Symptomen, die einer normalen Grippe sehr ähnlich sind. Anzeichen der Schweinegrippe sind ein allgemeines Krankheitsgefühl mit hohem Fieber, oft werden 40 Grad Celsius oder mehr erreicht, mit Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und trockenem Husten. Seltener treten Symptome, wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen auf.

Gefährlich kann die Schweinegrippe beim Menschen durch eine virusbedingte Gehirn- oder Lungenentzündung werden. Auch der Herzmuskel kann betroffen sein. Zusätzlich können Bakterien in die Lunge gelangen und Auslöser einer bakteriellen Lungenentzündung bei der Schweinegrippe sein.

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Wie behandeln Ärzte die Schweinegrippe beim Menschen?

Die Schweinegrippe wird rein symptomatisch behandelt. Das heißt: Patienten mit starken Beschwerden erhalten Flüssigkeit als Infusion, aber auch Schmerzmittel oder Medikamente, um das Fieber zu senken. Antibiotika kommen bei zusätzlichen bakteriellen Infektionen zum Einsatz.

Während der Pandemie 2009/2010 wurden auch Medikamente verordnet, die sogenannten Neuraminidase-Hemmer Oseltamivir und Zanamivir. Sie blockieren ein Eiweiß, das Viren unbedingt zu ihrer Vermehrung benötigen. Allerdings müssen beide Neuraminidase-Hemmer innerhalb von 48 Stunden nach einer Infektion verabreicht werden. Mittlerweile gibt es zur Vorbeugung Impfstoffe gegen die Schweinegrippe.

 

Welche Bedeutung hat die Schweinegrippe momentan in Deutschland?

Im August 2010 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Schweinegrippe-Pandemie offiziell für beendet erklärt. Seither sind in Indien, in Nepal, in Pakistan und auf den Malediven weitere Infektionen aufgetreten. Das Robert Koch-Institut hat für Deutschland keine weiteren Fälle erfasst. Das Risiko, sich hierzulande mit der Schweingrippe zu infizieren, gilt als extrem gering.

Quellen:

Influenzapandemie A (H1N1) 2009 (Schweinegrippe), in: Robert Koch-Institut,

Tobler, Kurt, Ackermann, Mathias und Fraefel, Cornel (2016): Allgemeine Virologie, Stuttgart: Uni-Taschenbücher

 

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