Schwedenkräuter: Die natürliche Wirkung des Schwedenbitter

Redaktion PraxisVITA

Hinter dem Begriff „Schwedenkräuter“ steckt ein Mix aus verschiedenen Kräutern. Diese auch Schwedenbitter oder schwedische Kräuter genannte Mischung gehört zu den Laxantien, das heißt, sie wirkt abführend. Aber nicht nur. In der Naturheilkunde gilt sie als Heilmittel für viele Beschwerden.

Korb mit Schwedenkräutern
Foto:  iSock/Lisovskaya
Inhalt
  1. Was sind Schwedenkräuter?
  2. Wogegen helfen Schwedenkräuter?
  3. Wer sollte Schwedenkräuter nicht anwenden?
  4. Kann man Schwedenkräuter selbst mischen?
 

Was sind Schwedenkräuter?

Schwedenkräuter ist eine sehr alte Kräutermischung, schon 1629 findet eine Mixtur, die ähnliche Kräuter wie die heutige Rezeptur enthält, in einem Kräuterbuch Erwähnung. Als Erfinder der Mischung gelten jedoch zwei schwedische Forscher, Dr. Claus Samst und Dr. Urban Hjärne, daher auch der Name Schwedenkräuter. Lange Zeit hierzulande nicht sehr beliebt, verhalf die österreichische Naturheilerin Maria Treben den schwedischen Kräutern zu neuer Popularität.

Schwedenbitter besteht immer aus mehreren Zutaten, die je nach Version des Schwedenbitters variieren. Es gibt nämlich die kleinen Schwedenkräuter mit weniger Zutaten, eine Mixtur, die als intensiver und bei äußerlicher Anwendung als besonders wirksam gilt. Und es gibt die großen Schwedenkräuter mit ein paar Ingredienzien mehr. Diese Rezeptur soll speziell bei empfindlicher Verdauung hilfreich sein. Oftmals finden sich im Schwedenbitter unter anderem:

  • Aloe Vera
  • Angelikawurzel
  • Enzian
  • Kampfer
  • Muskatnuss
  • Myrrhe
  • Rhabarber
  • Safran
  • Senna
  • Tormentill
  • Zitwerwurzel

Da viele der Kräuter Bitterstoffe enthalten, schmecken Schwedenkräuter ebenfalls bitter. Die Bitterstoffe regen Leber und Bauchspeicheldrüse an sowie die Produktion von Gallen- und Magensäften. Andere Kräuter wirken zudem antiseptisch, also entzündungshemmend, enthalten ätherische Öle oder sollen entkrampfen.

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Wogegen helfen Schwedenkräuter?

Schwedenkräuter lassen sich für mehrere Zwecke einsetzen. Innerlich angewendet, wirken sie unter anderem abführend. Äußerlich kommen sie bei Hauterkrankungen, Zerrungen oder Prellungen zum Einsatz. Die Naturheilkunde sieht in Schwedenkräutern eine Art Allheilmittel. Sie verwendet sie zur Entschlackung und Blutreinigung, unter abderem bei

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Schwedenbitter wird meist nicht pur, sondern verdünnt eingesetzt oder in andere Getränke eingerührt. Die Naturheilkunde empfiehlt zum Beispiel, einen Teelöffel Schwedenkräuter in eine Tasse Tee oder warmes Wasser einzurühren. Für die äußerliche Anwendung ein Wattebäuschchen oder ein Tuch mit den schwedischen Kräutern tränken und auflegen. Da Alkohol die Haut austrocknet, sollten Sie die jeweilige Stelle zuvor mit einer Fettcreme (z. B. Ringelblumensalbe) einreiben.

Ein Umschlag mit Schwedenkräutern kann so lange aufliegen bleiben, wie es sich für den jeweiligen Anwender gut anfühlt. Experten aus der Schulmedizin warnen jedoch, nicht jedes Heilsversprechen der Schwedenkräuter für bare Münze zu nehmen.

 

Wer sollte Schwedenkräuter nicht anwenden?

Generell sollten Sie Schwedenbitter innerlich aufgrund seines Alkoholgehalts nur kurzfristig anwenden. Gar nicht zu Schwedenkräutern greifen sollten Schwangere, Kinder und (trockene) Alkoholiker aus dem gleichen Grund. Mittlerweile gibt es aber auch Schwedenkräuter-Versionen ohne Alkohol. Menschen mit Erkrankungen wie Darmverschluss (Ileus) und Colitis, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung sollten ebenfalls die Finger von Schwedenkräutern lassen.

Darmverschluss
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Kann man Schwedenkräuter selbst mischen?

An sich kann jeder seinen Schwedenbitter selbst brauen. Dazu werden die Kräuter – es gibt sie als Kräutermischungen zu kaufen – in eine Zweiliterflasche gesteckt, mit rund 1,5 Litern 40-prozentigem Branntwein übergossen, gut geschüttelt, zwei Wochen lang ziehen gelassen und dann filtriert. Aufbewahrt in einer dunklen Flasche halten sich Schwedenkräuter ein Jahr und länger. Unkomplizierter ist es jedoch, die Schwedenkräuter als fertigen Auszug zu kaufen, zum Beispiel in der Apotheke.

Quellen:

Trében, M.: Gesundheit aus der Apotheke Gottes, Ennsthaler Gesellschaft m.b.H. & Company KG, 1981
Marbach, E.: Heilen mit Schwedenkräutern, 2009
Fetzner, A.: Schwedenbitter – Gottes Wundertrank oder Teufels Elixier?, BoD, 3. Auflage, 2019

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