Schwarzer Stuhlgang – ein Krankheitssymptom?

Mona Trautmann

Ist schwarzer Stuhlgang ein Grund zur Sorge? PraxisVITA erklärt, woher die Dunkelfärbung des Stuhls kommt und wann Handlungsbedarf besteht.

Inhalt
  1. Ursachen für schwarzen Stuhlgang
  2. Welche Lebensmittel verursachen schwarzen Stuhlgang?
  3. Diese Medikamente verursachen schwarzen Stuhlgang
  4. Schwarzer Stuhlgang beim Baby - ist das normal?
  5. Krankhafte Ursachen für schwarzen Stuhlgang
  6. Wann zum Arzt?
  7. Schwarzen Stuhlgang behandeln

Für gewöhnlich ist Stuhlgang braun. Die Farbe entsteht beim Abbau von Gallenflüssigkeit während der Verdauung. Doch es kann aufgrund von Nahrungsmitteln und anderen Faktoren zu weiteren Stuhlfarben kommen: so gibt es zum Beispiel neben schwarzem auch grünen Stuhlgang.

Stuhlgang
Bei schwarzem Stuhlgang ist der Schreck auf der Toilette groß – wir erklären, was die Dunkelfärbung verursacht © iStock/ivan101
 

Ursachen für schwarzen Stuhlgang

Als Ursache für schwarzen Stuhlgang kommen in Frage:

  • Nahrungsmittel
  • Medikamente
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
 

Welche Lebensmittel verursachen schwarzen Stuhlgang?

Lakritzschnecken in einer weißen Schale
Einige Lebensmittel können für schwarzen Stuhlgang sorgen – Lakritz zum Beispiel © iStock/srrdvd

Was wir essen, hat einen direkten Einfluss auf die Farbe des Stuhls - so stellen einige Menschen, die viele Milchprodukte zu sich nehmen, gelben Stuhlgang fest.
Genauso gibt es Lebensmittel, die für schwarzen Kot sorgen. Dazu gehören Blaubeeren, Rote Bete, Rotwein, Spinat und Lakritz.

Wer oft Fleisch isst, hat für gewöhnlich einen dunkleren Stuhlgang als Menschen, die sich vegetarisch ernähren. Der Grund dafür ist das im Fleisch enthaltene Hämoglobin (roter Blutfarbstoff). Es wandelt sich während des Verdauungsprozesses in Sterkobilin um, das dem Stuhl seine braune Farbe verleiht. Je mehr Sterkobilin enthalten ist, desto dunkler der Kot. Bei hohem Fleischkonsum kann der Stuhl so dunkel gefärbt sein, dass er schwarz aussieht. Entsteht schwarzer Stuhlgang aufgrund von Lebensmitteln, ist er harmlos.

 

 

Diese Medikamente verursachen schwarzen Stuhlgang

Kohletabletten (gegen Durchfall) und Eisenpräparate (gegen Blutarmut) können ebenfalls schwarzen Stuhlgang verursachen. Der Grund: medizinische Kohle wird unverändert ausgeschieden, bei Eisentabletten sorgt die Oxidation des Stoffs für die Dunkelfärbung des Stuhls. In beiden Fällen verschwindet der schwarze Stuhlgang nach Absetzen der Mittel.

 

Schwarzer Stuhlgang beim Baby - ist das normal?

Baby wird gewickelt
Bei Neugeborenen ist schwarzer Stuhlgang kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: er zeigt, dass die Verdauung des Babys finktioniert © iStock/AzmanL

Der erste Stuhlgang des Neugeborenen ist tiefschwarz. Es besteht jedoch kein Grund zur Sorge – es handelt sich um das sogenannte Kindspech (Mekonium). Dieser erste Stuhlgang des Babys besteht aus geschlucktem Fruchtwasser, Gallenflüssigkeit und Darmschleim und wird innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach der Geburt ausgeschieden. Das Mekonium zeigt, dass die Verdauung des Babys funktioniert.

 

Krankhafte Ursachen für schwarzen Stuhlgang

Dunkelbrauner bis schwarzer Stuhlgang ist kein Grund zur Sorge, wenn er auf eine der genannten Ursachen zurückzuführen ist.

Wenn der Stuhl jedoch

  • schwarz
  • glänzend
  • faulig riechend

ist, gilt er als Teerstuhl (Meläna) und damit als Krankheitssymptom. Der schwarze Stuhl entsteht in diesem Fall durch Blutungen im oberen Verdauungstrakt: Wenn Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) bei der Verdauung mit Magensäure und Bakterien in Kontakt kommt und das enthaltene Eisen oxidiert, entsteht schwarzes Hämatin.

In den meisten Fällen ist die Blutungsquelle der Magen oder der Zwölffingerdarm. Seltener stammt das Blut aus dem Dickdarm.

Teerstuhl kann durch verschiedene Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts entstehen:

ErkrankungGrund für die Blutung
Geschwüre von Magen- und ZwölffingerdarmBakterien, ungesunde Ernährung und Stress können Wunden im Magen-Darm-Trakt verursachen. Wenn diese Magengeschwüre bluten, kann sich das in Teerstuhl und dem Erbrechen von Blut äußern. In diesem Fall ist dringend eine ärztliche Versorgung notwendig.
Krampfadern im MagenKrampfadern in Magen und Speiseröhre können reißen. Die dadurch ausgelöste Blutung wird als schwarzer Stuhlgang sichtbar. Achtung: Wer Blut erbricht, kann eine geplatzte Krampfader im Magen haben und sollte sofort den Notarzt (112) anrufen.
MagenkrebsBei Magenkrebs kommt es häufig zu Blutungen, die zu Teerstuhl führen.
Magenschleimhautentzündung (Gastritis)Schwarzer Stuhlgang ist ein mögliches Symptom einer Magenschleimhautentzündung. In diesem Fall verursachen Blutungen der entzündeten Magenschleimhaut die Schwarzfärbung. Hinzu kommen brennende und drückende Schmerzen im Bereich von Magen und Brustbein.
Mallory-Weiss-SyndromBei einer gereizten Speiseröhre kann es beim Erbrechen zu Verletzungen und Blutungen kommen. Die Erkrankung kommt häufig bei Alkoholikern und Bulimikern vor.

Frisches Blut auf dem Stuhl dagegen ist rot anstatt schwarz – es hat den Verdauungsprozess nicht mitdurchlaufen, da es aus dem unteren Teil des Verdauungstraktes stammt. Rotes Blut im Stuhl kann zum Beispiel ein Anzeichen für entzündete und/oder vergößerte Hämorrhoiden sein.

 

Wann zum Arzt?

Wenn Sie bei sich Teerstuhl feststellen, ohne dass Sie Lebensmittel oder Medikamente aufgenommen haben, die den Stuhl schwarz färben, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Insbesondere dann, wenn weitere Symptome wie 

  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Schwächegefühl 
  • Schwindel
  • Übelkeit

hinzukommen, kann eine Erkrankung im (oberen) Verdauungstrakt vorliegen. Eine akute Magen-Darm-Blutung kann lebensgefährlich sein – deshalb sollten Sie beim Auftreten dieser Symptome in Verbindung mit schwarzen Stuhlgang einen Arztbesuch nicht hinauszögern.

 

Schwarzen Stuhlgang behandeln

Kommen Sie wegen schwarzem Stuhlgang zum Arzt, befragt dieser Sie zu Ihren Ernährungsgewohnheiten und will wissen, ob Sie Medikamente einnehmen. Wenn er eine krankhafte Ursache für die Stuhlverfärbung vermutet, wird er Sie zunächst um eine Stuhlprobe bitten. Mittels eines sogenannten Hämoccult-Tests wird diese auf winzige Blutmengen untersucht – Blut im Stuhl ist nicht immer mit bloßem Auge erkennbar. Ist der Test positiv, muss der Arzt dem Auslöser für die Blutung auf die Spur kommen. Ihr Hausarzt sollte Sie in diesem Falle zu einem Gastroenterologen (Spezialist für Magen-und Darm-Erkrankungen) überweisen. Dieser nimmt eine Magenspiegelung vor. Kleinere Blutungen in Magen oder Zwölffingerdarm kann er bereits während der Untersuchung veröden. 

Je nachdem, welche Krankheit hinter den Symptomen steckt, wählt der Arzt die entsprechende Behandlungsmethode. So helfen bei einer Magenschleimhautentzündung zum Beispiel Säurehemmer. Zur Behandlung eines Magengeschwürs werden meist Antibiotika und Magensäureblocker verschrieben.

Der Arzt sollte außerdem mithilfe einer Blutuntersuchung feststellen, ob aufgrund der gastrointestinalen Blutung bereits eine Anämie (Blutarmut) besteht und auch diese behandeln.

 
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