Die Schwarze Tollkirsche lindert Mandelentzündungen

Die Schwarze Tollkirsche ist hochgiftig. Trotzdem ist sie eine Heilpflanze. In der Homöopathie wird die Pflanze eingesetzt und aus ihr gewonnene Alkaloide können Koliken lindern.

Bis zu eine Stunde nach der Einnahme können Vergiftungen durch die Tollkirsche mit einer Magenspülung behandelt werden
Bis zu eine Stunde nach der Einnahme können Vergiftungen durch die Tollkirsche mit einer Magenspülung behandelt werden© Fotolia
 

Schwarze Tollkirsche: Anwendung und Heilwirkung

Definition Schwarze Tollkirsche

Bezeichnung: Atropa belladonna Familie: Nachtschattengewächse Gattung: Tollkirsche

Die Schwarze Tollkirsche ist eine der giftigsten Pflanzen, die in unseren Breiten wächst. Schon 3–4 Beeren können für Kinder tödlich sein. Besonders gefährlich: Sie schmecken relativ süß und werden darum leicht mit anderen Beeren verwechselt. Eine Vergiftung mit der Schwarzen Tollkirsche macht sich durch Mundtrockenheit, erweiterte Pupillen, Hitzegefühl und Herzrasen bemerkbar.

Die Schwarze Tollkirsche ist zu giftig, um sie direkt als Heilpflanze einzusetzen. Jedoch können aus ihr gewonnene Alkaloide kolikartige Schmerzen des Magen- und Darmtrakts, der Galle und der Harnwege lindern. In der Homöopathie wird die Tollkirsche – hoch verdünnt – benutzt, um Mandelentzündungen, Bronchitis oder Blasenentzündungen zu behandeln.

 

In der Schwarzen Tollkirsche enthaltene Wirkstoffe

Atropin, Scopolamin, Apoatropin, Belladonnin, Scopoletin

 

Botanik

Schon wenige Beeren der Tollkirsche können zu einer tödlichen Vergiftung führen
Schon wenige Beeren der Tollkirsche können zu einer tödlichen Vergiftung führen© Fotolia

Die Schwarze Tollkirsche wächst rund 50 bis 150 Zentimeter hoch. Sie ist eine ausdauernde und krautige Pflanze, deren mehrfach verästelte Pfahlwurzeln etwa einen Meter tief in die Erde reichen. Die Blüten entspringen meist einzeln oder zu zweit den oberen Blattachsen der Laubblätter. Die Schwarze Tollkirsche blüht zwischen Juni und August. Ihre 10 bis 15 Millimeter großen Beeren sind im unreifen Zustand grün und färben sich später Schwarz.

 

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Schwarzen Tollkirsche erstreckt sich von Skandinavien über West- und Südeuropa bis nach Nordafrika. Sie bevorzugt nährstoffreiche Kalkböden und wächst häufig auf Waldlichtungen, an Waldrändern und auf Brachflächen.

 

Andere Namen für die Schwarze Tollkirsche

Bockwurz, Irrbeere, Schlafbeeren, Teufelsbeeren, Wolfsaugen, Schöne Frau, Belladonna

Wissenswertes über die Schwarze Tollkirsche

Im Volksglauben galt die Schwarze Tollkirsche als Zauberpflanze. Sie soll Zutat der Hexensalbe gewesen sein. Die Halluzinationen, die durch die Salbe hervorgerufen wurden, sollen so real gewesen sein, dass Anwender glaubten, sie hätten Geträumtes tatsächlich erlebt.

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