Schwangerschaftsvergiftung-Ursachen: Verursacht die Plazenta die bedrohlichen Komplikationen?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Schwangerschaftsvergiftungs-Ursachen gibt es laut Medizinern viele: Vermutlich steckt eine funktionsgestörte Plazenta hinter den ernsten Komplikationen. Untersucht wird, inwiefern zwei von ihr abgesonderte Eiweißstoffe die Leiden verursachen. Darüber hinaus werden noch weitere Ursachen erforscht, etwa eine auffällige GEN-Variation des Kindes.

Eine schematische Darstellung eines ungeborenen Kindes samt Plazenta
Mediziner vermuten, dass eine nicht voll funktionsfähige Plazenta eine Schwangerschaftsvergiftung auslöst© iStock

Vermutlich gräbt sich das Embryo in den ersten Tagen der Schwangerschaft nicht richtig in die Muskelschicht der Gebärmutter ein. Die Plazenta kann daraufhin ihrer Barrierefunktion nicht nachkommen: Für gewöhnlich hält sie Abfallprodukte des Kindes fern, während sie Nährstoffe ins Innere lässt. Dieser Mechanismus scheint bei einer Schwangerschaftsvergiftung gestört zu sein.

 

Sind Eiweißstoffe eine Schwangerschaftsvergiftungs-Ursache?

Auch eine alternative Erklärung geht von einer eingeschränkten Plazenta als Schwangerschaftsvergiftungs-Ursache aus. Durch die Beeinträchtigung der Plazenta, sondert diese die beiden Eiweißstoffe S-Flt-1 und PIGF aus, die in einem ungünstigen Verhältnis zueinander stehen. Beide Stoffe werden in der Plazenta gebildet und zirkulieren im mütterlichen Blut. S-Flt-1 („soluble fms-like tyrosine kinase-1) hemmt das Gefäßwachstum der Plazenta, während PIGF („placental growth factor“) dieses fördert. Frauen mit einer Schwangerschaftsvergiftung weisen deutlich niedrigere PIGF-Werte auf, während ihre S-Flt-1-Konzentrationen erhöht sind. Mit einem Serumtest wird der Quotient aus beiden Faktoren gebildet. Mediziner entscheiden je nach Ergebnis des Tests über weitere Behandlungsschritte (lesen Sie hierzu: Schwangerschaftsvergiftungs-Behandlung). 

 

Stecken hinter den Schwangerschaftsvergiftungs-Ursachen auffällige Gen-Variationen bei den Kindern?

Mediziner diskutieren eine weitere Schwangerschaftsvergiftungs-Ursache: Da die Plazenta in den ersten Schwangerschaftswochen unter anderem aus einem Teil der Keimblase des Embryos entsteht, untersuchten Forscher das Erbgut von Kindern, die nach einer Schwangerschaftsvergiftung zur Welt gekommen waren. Das Ergebnis der Studie war, dass die Kinder auffällige Gen-Variationen hatten und damit das Risiko der Mutter, an einer Schwangerschaftsvergiftung zu erkranken, vermutlich erhöhten.

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