Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) – wenn das Leben von Mutter und Kind in Gefahr ist

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Der Name der Krankheit ist irreführend: Bei einer Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) handelt es sich nicht um eine Vergiftung des Körpers. Vielmehr leidet die Frau unter einer Vielzahl an Beschwerden. Da das Leben von Mutter und Kind bedroht ist, sollten Frauen schnell handeln und einen Gynäkologen aufsuchen. PraxisVITA gibt die wichtigsten Infos.

Eine Frau verzweifelt nachdem sie die Diagnose Schwangerschaftsvergiftung erhalten hat
Für Schwangere ist die Diagnose ein Schock: Eine Schwangerschaftsvergiftung gehört zu den gefährlichsten Komplikationen während einer Schwangerschaft© iStock

Die schwangere Frau hat meist Bluthochdruck, sie scheidet vermehrt Eiweiß über den Urin aus und es kommt zur Ödembildung (Wassereinlagerungen). Die Schwangerschaftsvergiftung ist eine der gefährlichsten Krankheiten für Mutter und Kind. Zusätzlich zu den genannten Symptomen können weitere hinzukommen. Dann sprechen Mediziner nicht mehr von einer Schwangerschaftsvergiftung, sondern von einer Eklampsie oder vom HELLP-Syndrom. Beide Ausprägungen haben jeweils eigene Symptome, die zusätzlich zu denen einer Präeklampsie (Bluthochdruck, Eiweißausscheidung) auftreten: Bei der Eklampsie sind das in vielen Fällen Krampfanfälle, während bei einem HELLP-Syndrom meist starke Schmerzen im rechten Bereich des Bauches zu verspüren sind.

 

Eine Schwangerschaftsvergiftung hat viele Symptome

Die drei Formen – Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie), Eklampsie und HELLP-Syndrom) – sind jeweils für sich genommen ernsthafte Komplikationen, bei denen Lebensgefahr für Mutter und Kind bestehen kann. Sie erfordern schnelles Handeln, die Frau sollte sofort in ein Krankenhaus gebracht werden.

Wie häufig eine Schwangerschaftsvergiftung auftritt, veranschaulichen Zahlen: Die Geburtenrate in Deutschland lag im Jahr 2015 bei 738.000. Davon waren 3.690 schwangere Frauen von einer Präeklampsie betroffen. Das heißt, bei etwa einer von 200 Schwangerschaften tritt diese Komplikation auf.

 

Bei einer Schwangerschaftsvergiftung kann das ungeborene Kind lebenslange Schäden davontragen

Die Schwere des Krankheitsverlaufs ist ausschlaggebend dafür, ob das ungeborene Kind Schaden nimmt oder sogar stirbt. Sofern die Schwangerschaftsvergiftung zu einer Unterversorgung des Ungeborenen führt, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit lebenslang an Lungenproblemen oder einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden. Bei einer Schwangerschaftsvergiftung, die innerhalb der ersten Schwangerschaftshälfte auftritt, wird das Kind meist vor der 34. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt geboren. Mediziner können bei einer früh eintretenden Schwangerschaftsvergiftung Frühgeburten in den wenigsten Fällen verhindern.

Eine Mutter hat ihr Neugeborenes auf dem Bauch
Die Geburt des Kindes lässt die Schwangerschaftsvergiftung in den überwiegenden Fällen abklingen. Selten können entsprechende Symptome aber auch nach einer Geburt auftreten© iStock

Die Maßnahmen zur Behandlung einer Schwangerschaftsvergiftung beschränken sich überwiegend auf die Milderung der Symptome. Durch eine Entbindung verschwinden in den meisten Fällen die Komplikationen. Da an den Ursachen für die Krankheit weiter geforscht wird, fehlen Medikamente, die gezielt wirken.

 

Löst eine geschädigte Plazenta eine Schwangerschaftsvergiftung aus?

Die Plazenta ist ein temporäres Organ, das kurz nach dem Kind
Eine Plazenta nach der Geburt eines Kindes. Das temporäre Organ stirbt kurz nach der Geburt ab© iStock

Aktuell diskutieren Mediziner zwei Ursachen für eine Schwangerschaftsvergiftung. Eine davon ist, dass die Plazenta von Müttern mit Schwangerschaftsvergiftung nicht leistungsfähig genug ist. Eine weitere mögliche Ursache liegt laut Wissenschaftlern in einem Ungleichgewicht zwischen den Eiweißstoffen PIGF und S-Flt-1.

Um nicht an einer Schwangerschaftsvergiftung zu erkranken, können Frauen selbst einiges tun: Eine gesunde Ernährung und Sport können vorbeugend wirken. Schwangere sollten Routineuntersuchungen beim Frauenarzt wahrnehmen, da der Gynäkologe entsprechende Hinweise auf die Krankheit erkennt und Gegenmaßnahmen einleiten kann.

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