Schwangerschaftstest mit dem Smartphone

Schwanger oder nicht – das Smartphone könnte bald Antwort geben
Schwanger oder nicht – das Smartphone könnte bald Antwort geben © Fotolia

Trägt bald jeder nicht nur einen Supercomputer, sondern auch ein Hochleistungslabor mit sich in der Tasche herum? Wissenschaftler sagen: Ja!

Forscher der Universität Hannover haben ein neues Verfahren entwickelt, bei dem mit Hilfe des LED-Blitzlichts und der Kamera eines Smartphones Flüssigkeiten wie in einem Labor untersucht werden können.

 

Struktur des Stoffes wird eingefangen

Dabei wird mit Hilfe eines Glasfaserkabels das Licht des Smartphone-Blitzes in einen kleinen Auffangbehälter geleitet. Dort sitzt das Herzstück der neuen Erfindung: Ein sogenannter SPR-Sensor. Dieser kann bis ins kleinste Detail auffangen, wie das Licht in dem Stoff bricht. Am ehesten ist das mit einem sehr genauen Foto des Stoffes zu vergleichen. Daraus lassen sich detaillierte Aussagen über dessen Eigenschaften treffen – wenn die Information weiterverarbeitet werden kann.

An dieser Stelle kommt die Kamera des Smartphones ins Spiel. Ein weiteres Glasfaserkabel leitet die Informationen des SPR-Sensors aus dem Auffangbehälter an diese weiter. So gelangt das Bild des Stoffes in das „Innere“ des Geräts und kann dort von einer App weiterverarbeitet werden. Im Falle des Schwangerschaftstests kann ein Programm zum Beispiel gezielt nach dem Hormon hCG suchen, das auch bei heute gebräuchlichen Tests eine Schwangerschaft anzeigt.

 

Labor für die Hosentasche

Die Anwendungsbereiche der neuen Erfindung sind unglaublich breit: Mit nur einem Tropfen Blut könnte man sich selber auf eine ansteckende Krankheit testen und sofort ein Ergebnis erhalten – nicht erst nach einigen Tagen, wie es heute noch oft der Fall ist.

Die Erfindung ist Teil eines Trends in der Chemie, der als lab-on-a-chip, also etwa Labor auf einem Chip, bezeichnet wird. Es ist die Digitalisierung unserer Welt, die nun auch chemische Labors erreicht. Wissenschaftler der renommierten Max-Planck-Gesellschaft prophezeien, dass in den kommenden Jahren ganze Labor-Komplexe auf die Größe eine Chip-Karte schrumpfen werden.

Hamburg, 9. Juli 2015

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