Schwangerschaftsstreifen: Lästige Begleiterscheinung

Michelle Kröger

Die meisten schwangeren Frauen haben Angst vor unschönen Dehnungs- bzw. Schwangerschaftsstreifen. Kein Wunder, schließlich sind beinahe 80 Prozent aller werdenden Mütter davon betroffen. Schwangerschaftsstreifen entstehen durch eine schnell zunehmende Dehnung des Bindegewebes. Die gute Nachricht: Schwangerschaftsstreifen lassen sich vorbeugen. Wir erklären ihnen alles, was Sie über die lästigen Schwangerschaftsstreifen wissen sollten – und wie Sie diese am besten vermeiden können.

Schwangerschaftsstreifen: Lästige Begleiterscheinung
Foto:  FilippoBacci/iStock
Inhalt
  1. Was sind Schwangerschaftsstreifen?
  2. Wie Schwangerschaftsstreifen entstehen
  3. Schwangerschaftsstreifen – wer ist besonders gefährdet?
  4. Wann bilden sich Schwangerschaftsstreifen?
  5. Tipps zum Vorbeugen von Schwangerschaftsstreifen
  6. Wie lassen sich Schwangerschaftsstreifen behandeln?
 

Was sind Schwangerschaftsstreifen?

Bei Dehnungsstreifen, auch Schwangerschaftsstreifen oder medizinisch Striae cutis distensae genannt, handelt es sich um sehr feine Risse im Unterhautgewebe. In diesen Bereichen wird die Haut dünner, weshalb auch die Blutgefäße violett, bläulich oder rötlich hindurchscheinen. Diese Stellen vernarben im Verlauf der Zeit und entwickeln sich zu weißlichen Streifen. In den meisten Fällen sind Bauch und Hüften betroffen. Doch auch am Po, den Oberschenkeln, den Oberarmen oder den Brüsten können Hautdehnungsstreifen entstehen.

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Wie Schwangerschaftsstreifen entstehen

Dehnungsstreifen entstehen, wenn die Haut zu schnell überdehnt wird – zum Beispiel während einer Schwangerschaft. Das Bindegewebe besteht zwar in erster Linie aus Kollagen-Fasern und ist recht elastisch, doch auch wenn sich diese anfangs mitdehnen, können sie bei größerer Zunahme das Gewicht nicht mehr halten. Es kommt zu Rissen in den jeweiligen Hautschichten.

Genauso spielen auch die Hormone eine übergeordnete Rolle beim Thema Schwangerschaftsstreifen. Der erhöhte Cortisolspiegel einer schwangeren Frau kann die Bildung von Dehnungsstreifen zusätzlich fördern und die Elastizität der Haut verschlechtern.

Doch die Streifen können nicht nur in der Schwangerschaft auftreten, auch große Gewichtsschwankungen oder Medikamente wie Kortison können Dehnungsstreifen verursachen.

 

Schwangerschaftsstreifen – wer ist besonders gefährdet?

Die Neigung zur Bildung von Dehnungsstreifen bzw. Schwangerschaftsstreifen ist genetisch bedingt. Das Bindegewebe ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark  ausgeprägt – bei der einen Frau hält es mehr, bei der anderen weniger Gewicht aus. Natürlich spielt auch die jeweilige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft eine große Rolle. Im Schnitt sind es rund 18 Kilogramm, die eine Schwangere zunimmt. Sollte das zusätzliche Gewicht höher liegen oder eine Mehrlingsschwangerschaft vorliegen, so steigt das Risiko von Schwangerschaftsstreifen.

Im Prinzip kann jede Frau Schwangerschaftsstreifen bekommen. Besonders neigen aber Frauen zu Dehnungsstreifen, die schnell zunehmen, mehrere Kinder (z.B. Zwillinge) oder ein großes Kind erwarten. Auch jüngere Frauen sind anfälliger für diese Art der Hautveränderung. Warum? Die Haut verfügt noch nicht über ausreichend stabiles Kollagen.

Übrigens: Wenn eine Frau zu Cellulite neigt, wird sie sich in der Schwangerschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit Schwangerschaftsstreifen herumärgern müssen.

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Wann bilden sich Schwangerschaftsstreifen?

Dehnungsstreifen treten während einer Schwangerschaft meist zwischen dem vierten und sechsten Monat auf. Einige Schwangere merken sogar, dass die Haut reißt und verspüren ein Jucken oder Brennen an den betreffenden Körperstellen. Doch das ist eher die Ausnahme, die meisten Frauen werden plötzlich von den Streifen überrascht.

 

Tipps zum Vorbeugen von Schwangerschaftsstreifen

Leider gibt es kein ganz sicheres Hilfsmittel gegen Schwangerschaftsstreifen. Allerdings sollte man – vor allem, wenn man zu schwachem Bindegewebe neigt – versuchen, das Bindegewebe so elastisch wie möglich zu halten. Von Anfang an. Wie das genau geht, entnehmen Sie den folgenden Tipps gegen Schwangerschaftsstreifen.

  1. Nehmen Sie ausreichend viel Flüssigkeit zu sich. Am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees.
  2. Achten Sie schon ganz am Anfang der Schwangerschaft auf die richtige Pflege Ihrer Haut. Tragen Sie nach dem Duschen und an den jeweiligen Körperstellen (Bauch, Oberschenkel, Hüfte, Po, Brüste) entsprechende Hautöle oder -lotionen auf, um die Elastizität Ihrer Haut zu fördern und sie mit viel Feuchtigkeit zu versorgen. So wird Ihre Haut schon frühzeitig auf die später bevorstehende Dehnung vorbereitet.
  3. Regen Sie Ihre Durchblutung an und lockern Sie Ihr Bindegewebe. Dazu sollten Sie bis zu dreimal wöchentlich eine Massage durchführen. Für die Haut am Bauch ist eine Zupfmassage von Vorteil (allerdings nicht mehr in den letzten Schwangerschaftswochen!). Nach und nach werden dabei kleine eingeölte Hautrollen ganz vorsichtig angehoben, massiert und wieder losgelassen. Am besten von der Bauchaußenseite in Richtung Bauchnabel. Auch eine Massage mit einem Massagehandschuh oder einer Bürste kann Erfolge erzielen.
  4. Bewegen Sie sich ausreichend viel. Gehen Sie mehrmals am Tag kurz spazieren und/oder treiben Sie Sport – solange es Ihnen guttut, ist alles erlaubt. Klären Sie die jeweiligen Sportarten bei Unsicherheit gerne mit Ihrem Frauenarzt ab. Besonders für Schwangere geeignet: Yoga und Schwimmen.
  5. Um Ihre Haut zu entlasten, können Sie stützende Kleidung tragen. Besonders wichtig: ein gut sitzender BH.
  6. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise und eine ausgewogene Ernährung – und darauf, dass Sie nicht allzu viel an Gewicht zunehmen. Regelmäßiges Wiegen als Kontrolle kann Ihnen dabei helfen, eine zu starke Gewichtszunahmen zu verhindern. Nehmen Sie außerdem viele Vitamine zu sich. Besonders Vitamin E, das etwa in Nüssen steckt. Es kann das Risiko von Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft vermindern.
Pflegen Sie Ihre Haut auch während der Schwangerschaft.
Pflegen Sie Ihre Haut auch während der Schwangerschaft. Foto: skynesher/iStock
 

Wie lassen sich Schwangerschaftsstreifen behandeln?

Sollten trotz Vorbeugungsmaßnahmen Dehnungsstreifen auftreten, sind diese je nach Ausprägung leider nur schwer zu behandeln. Zur einer Verbesserung können zum Beispiel Laserbehandlungen beitragen.  Auch besondere Cremes oder Lotionen können dafür sorgen, dass die Streifen nicht so sehr auffallen. Bei Schwangerschaftsstreifen handelt es sich jedoch um ein kosmetisches Problem. Sie sind völlig ungefährlich.

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