Schwangerschaftsdiabetes im Schlaf vorbeugen

Verena Elson Medizinredakteurin
Eine Schwangere schläft
Ausreichend Schlaf schützt vor Schwangerschaftsdiabetes, zeigt eine aktuelle Studie © iStock

Schwangerschaftsdiabetes trifft etwa fünf bis zehn Prozent der Schwangeren. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass es ein einfaches Mittel gibt, um das Risiko zu senken.

Bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes steigt der Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft ungewöhnlich hoch an. Betroffene Frauen müssen dann ihre Ernährung umstellen, bei etwa einem Fünftel von ihnen ist es auch notwendig, regelmäßig Insulin zu spritzen. Babys von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes haben häufig ein hohes Geburtsgewicht und ein erhöhtes Risiko, später Übergewicht und Diabetes zu entwickeln.

Mit der Diagnose gilt die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft und die werdende Mutter muss sich häufigeren Vorsorgeuntersuchungen unterziehen. Zwar verschwindet der Diabetes in den meisten Fällen nach der Schwangerschaft wieder. Allerdings haben betroffene Frauen ein erhöhtes Risiko, später an Typ-II-Diabetes zu erkranken.

In einer Metaanalyse werteten Forscher der University of Illinois die Daten von rund 17.300 Schwangeren aus, die im Rahmen von acht verschiedenen Studien erfasst wurden. Bei sieben Studien waren die Schwangeren zu ihren Schlafgewohnheiten befragt worden, in einer wurde der Schlaf mit einem speziellen Messgerät aufgezeichnet. Bei allen Studien wurde außerdem ermittelt, ob die Teilnehmerinnen Schwangerschaftsdiabetes entwickelten.

 

Zu wenig Schlaf erhöht Risiko für Schwangerschaftsdiabetes

Das Ergebnis der Analyse: Schwangere, die nachts im Schnitt weniger als sechs Stunden schlafen, haben ein fast doppelt so hohes Risiko (1,7-fach), an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, als Frauen, die in der Schwangerschaft mehr als sechs Stunden pro Nacht schlafen.

Viele Schwangere leiden an Schlafstörungen – für ist es gar nicht so einfach, die nötigen sechs Stunden Schlaf pro Nacht zu bekommen. Doch es gibt einige Maßnahmen, die ihnen helfen können:

  • Ein warmes Bad mit Kräuterextrakten von Lavendel oder Melisse vor dem Zubettgehen
  • Eine gute Schlafhygiene
  • Alleine im Raum schlafen (viele Schwangere fühlen sich durch Bewegungen und Atemgeräusche des Partners gestört)
  • Sport
  • Eine schlaffördernde Ernährung
  • Pflanzliche Mittel, beispielsweise mit Hopfen (vorher mit dem Arzt besprechen)

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