Schwangerschaftsdepression: Anzeichen, Ursachen und Behandlung

Michelle Kröger

Tiefe Traurigkeit anstelle von unfassbarer Freude? Auf diese Weise kann sich eine Schwangerschaftsdepression äußern. Wie man eine ernst zu nehmende Depression während der Schwangerschaft erkennt, welche Anzeichen es gibt und wie eine Schwangere mit Depressionen behandelt werden kann? 

Schwangere mit Depressionen
Eine Schwangerschaftsdepression betrifft Mutter und Baby Foto:  kieferpix
Inhalt
  1. Was ist eine Schwangerschaftsdepression?
  2. Schwangerschaftsdepression: Anzeichen erkennen
  3. Depression in der Schwangerschaft – ab wann ist es ernst?
  4. Schwangerschaftsdepression – Behandlung und Hilfe
  5. Risiken einer Schwangerschaftsdepression für Mutter und Kind
  6. Depressionen in der Schwangerschaft vorbeugen
 

Was ist eine Schwangerschaftsdepression?

Schwangere Frauen sind normalerweise voller Vorfreude und strahlen ein unbändiges Gefühl von Glück aus. Während der Schwangerschaft wird mit Unterstützung der engsten Freunde und Familie alles akribisch und liebevoll geplant, bis das Baby dann endlich zur Welt kommt. Doch was ist, wenn das Hinfiebern auf den Geburtstermin ausbleibt? Was ist, wenn anstelle von unfassbarer Freude tiefe Traurigkeit und Leere herrscht? Ein möglicher Grund hierfür kann eine Schwangerschaftsdepression (SSD) sein. Rund zehn Prozent aller Frauen leiden unter Depressionen in der Schwangerschaft. Doch nur jede fünfte Depression wird überhaupt als solche diagnostiziert. Häufig werden negative Einstellungen und Gefühle einer schwangeren Frau lediglich den typischen Stimmungsschwankungen während der Schwangerschaft zugeschrieben und nicht weiter behandelt. Zudem fühlen sich Schwangere oft schuldig, dass sie nicht dieselbe Vorfreude empfinden wie ihr Umfeld, sodass sie sich niemandem anvertrauen.

In vielen Fällen weichen die negativen Gefühle, die Traurigkeit und Leere nach einigen Wochen wieder. Da sie für Mutter und Kind aber trotzdem eine Gefahr darstellen und erhebliche Folgen haben können, sind Symptome und Hinweise auf eine Schwangerschaftsdepression keinesfalls zu unterschätzen.

 

Schwangerschaftsdepression: Anzeichen erkennen

Stimmungsschwankungen sind genauso wie körperliche Veränderungen während einer Schwangerschaft ganz normal. Gewinnt die negative Stimmung allerdings an Überhand oder hält körperliches Unwohlsein durchgehend an, gilt es, folgende Anzeichen einer Schwangerschaftsdepression zu prüfen:

  • Anhaltende Traurigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Zukunftsängste (Werde ich eine gute Mutter sein?)
  • Schlaflosigkeit
  • Appetitverlust
  • Übelkeit und Bauchschmerzen
  • Kurzatmigkeit
  • Sexuelle Dysfunktionen
     
 

Depression in der Schwangerschaft – ab wann ist es ernst?

Bemerken Sie Symptome einer Schwangerschaftsdepression, sollten Sie sich in jedem Fall Ihrem Partner, Freunden oder der Familie anvertrauen. Handelt es sich um für Schwangere typische Stimmungsschwankungen, so schlägt die negative Stimmung ganz ohne Hilfe wieder um. Halten die tiefe Traurigkeit, die Antriebslosigkeit oder andere Anzeichen einer Schwangerschaftsdepression jedoch länger als zwei Wochen an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen oder mit Ihrer Hebamme über Ihre Probleme sprechen. Wird eine Depression während der Schwangerschaft diagnostiziert, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Hebamme mit Ihnen über eine geeignete Behandlung und verschiedene Therapiemöglichkeiten sprechen.

 

Schwangerschaftsdepression – Behandlung und Hilfe

Vertrauen steht bei der Behandlung und Therapie einer Schwangerschaftsdepression an oberster Stelle. Häufig verspüren Schwangere mit Depression Schuld- und Schamgefühle, weil sie sich nicht wie ihr Umfeld auf das Baby freuen können. Allgemeine Tipps zur Genesung sind außerdem: frische Luft, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung. Doch bei manchen Frauen hilft allein die Umstrukturierung des Alltags nicht, ist jedoch trotzdem Voraussetzung für den Erfolg der nachfolgenden Behandlungsoptionen:

  • Psychotherapie
  • Medikamentöse Behandlung
  • Elektrokrampftherapie
  • Lichttherapie

Ziel einer jeden Therapie ist die psychische Stabilisierung der Mutter, ohne dem Ungeborenen dabei zu schaden. Je nach Art der Behandlung gilt für die werdende Mutter ein striktes Beschäftigungsverbot, wie auch bei anderen Arten einer Depression.

 

Risiken einer Schwangerschaftsdepression für Mutter und Kind

Die Gesundheit von Mutter und Kind gehört unweigerlich zusammen. Geht es der Mutter gut, geht es auch dem Baby gut. Gemäß dieser Regel beeinträchtigt eine Depression in der Schwangerschaft nicht nur die Mutter, sondern auch das Baby. So kann die Schwangerschaftsdepression u.a. zu vorzeitigen Wehen, einer Frühgeburt oder geringem Geburtsgewicht sowie Schlafstörungen und einer eventuellen Beeinflussung von Emotionsregulation und Temperament des Babys führen. Außerdem erhöht sich für die Mutter das Risiko auf eine postpartale Depression. Ungefähr ein Drittel aller schwangeren Frauen, die unter einen tiefen Traurigkeit während der Schwangerschaft leiden, erfahren diese Leere auch nach der Geburt. Darüber hinaus sind Schwangere mit Depression nicht in der Lage, sich ausreichend auf die Geburt und die Situation danach vorzubereiten, wodurch sich der Stress für die Patientin nochmals erhöht.

 

Depressionen in der Schwangerschaft vorbeugen

Depressionen während der Schwangerschaft können vorgebeugt werden, indem die Ursachen einer Schwangerschaftsdepression eliminiert werden. So sollten Sie frühzeitig über Zukunftspläne und Kinderwünsche sprechen, auch im Hinblick auf die finanzielle Situation. Treten Komplikationen während der Schwangerschaft auf, sollte die werdende Mutter keinesfalls allein gelassen werden, sondern familiären Rückhalt und eine umfassende ärztliche Beratung erhalten. Eine Schwangere muss stets wissen, dass sie nicht allein ist. Belastende Lebensereignisse sollten außerdem bereits vor einer Schwangerschaft aufgearbeitet und bewältigt worden sein, um kein Hindernis für eine glückliche Schwangerschaft darzustellen.

Frühere Depressionen oder psychiatrische Erkrankungen in der Familienanamnese können nicht beseitigt werden. In diesem Fall ist es noch wichtiger, als Schwangere mit dem Partner, Freunden oder der Familie über mögliche Ängste zu sprechen. Lassen Sie sich auf keinen Fall von der Situation unter Druck setzen und achten Sie auf ausreichend Bewegung sowie eine gesunde Ernährung. Auch Entspannungstechniken oder Yoga können helfen. Denn das beste Rezept, um Depressionen in der Schwangerschaft vorzubeugen, ist schon vorher glücklich und zufrieden zu sein.


Quellen:
Depression in verschiedenen Lebensumständen, in: deutsche-depressionshilfe.de
Schwangerschafts­depression und deren Behandlung, in: chronobiology.ch
Depression – Schwangerschaft und Geburt, in: patienten-information.de
Depression During Pregnancy: Millennials Suffer More than Previous Generation, in: psych.net

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