Schwangerschaft und Katzen - verträgt sich das?

Redaktion PraxisVITA

Muss die Katze weg, sobald Sie schwanger sind? Nicht unbedingt. Wer ein paar Regeln befolgt, der kann Toxoplasmose vorbeugen und sich und sein Kind vor einer Infektion bewahren. Wir verraten Ihnen alles, was Sie über das Thema “Katzen & Schwangerschaft” wissen müssen.

Schwangere mit Katzw
Foto:  WTolenaars/iStock
Inhalt
  1. Schwangerschaft und Katzen – die Risiken
  2. Was ist Toxoplasmose?
  3. Wie wird Toxoplasmose übertragen?
  4. Schadet Toxoplasmose meinem ungeborenen Kind?
  5. Wie merke ich, dass ich Toxoplasmose habe?
  6. Schwangerschaft und Katzen: Toxoplasmose-Test durchführen
  7. Toxoplasmose vorbeugen: Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Katzenbesitzer sind häufig besorgt, dass sich die Schwangerschaft nicht mit dem so geliebten Vierbeiner verträgt. Diese Bedenken sind nicht ganz unberechtigt, doch wer ein paar Dinge beachtet, kann den Risiken zielgerichtet aus dem Weg gehen.

 

Schwangerschaft und Katzen – die Risiken

Und was genau ist das Risiko? Katzen können den Erreger Toxoplasmose (Toxoplasma gondii) übertragen. Für gesunde Menschen ist das meistens kein Problem, doch eine schwangere Frau darf sich nicht mit Toxoplasmose infizieren, um die Entwicklung des Kindes nicht zu gefährden.

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Was ist Toxoplasmose?

Hinter dem Begriff Toxoplasmose verbirgt sich eine Infektion, die von einem in Katzen lebenden Parasiten ausgelöst wird. Infizierte Katzen leiden meist unter Durchfall. Bei einer Erstinfektion werden die Erreger in Form von Eiern (Oozysten) wieder ausgeschieden. Menschen oder andere Säugetiere agieren als Zwischenwirt und können sich ebenfalls anstecken. Deshalb zählt die Toxoplasmose zu den sogenannten Zoonosen, den zwischen Tier und Mensch übertragbaren Erkrankungen. Nach der Erstinfektion sind Katzen meistens immun gegen den Erreger. Auch langjährige Katzenbesitzer entwickeln häufig Antikörper gegen Toxoplasmose und können sich nicht mehr infizieren.

 

Wie wird Toxoplasmose übertragen?

Menschen können sich vor allem über Katzenkot mit dem Parasiten infizieren. Doch auch die Erde, die mit dem Katzenkot in Berührung gekommen ist, kann ein Überträger sein. Deshalb sollten Sie als schwangere Katzenhalterin bei der Gartenarbeit besonders vorsichtig sein. 

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Weitere Infektionsmöglichkeiten sind: 

  • Verzehr von rohem, geräuchertem oder halbgarem Fleisch
  • Berühren von Küchenutensilien, die mit rohem, geräuchertem oder halbgarem Fleisch in Berührung gekommen sind
  • Verzehr von ungewaschenem Obst
  • Verzehr von pasteurisierter Ziegenmilch oder Ziegenkäse
 

Schadet Toxoplasmose meinem ungeborenen Kind?

Während eine Toxoplasmose bei nicht-schwangeren Frauen meist unbemerkt bleibt, kann eine Erstinfektion bei Frauen, die ein Kind erwarten, ernsthafte Folgen haben. Die Schwangere selbst bekommt davon meist nichts mit, doch tritt eine Infizierung zum ersten Mal in der Schwangerschaft auf, so geht der Erreger mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit von der Mutter auf den Fötus über.

Bei einer vor der Geburt erworbenen Toxoplasmose spricht man von einer sogenannten pränatalen Toxoplasmose. Eine Infektion mit Toxoplasmose in der Frühschwangerschaft kann zu schweren Schädigungen des Ungeborenen führen, eine spätere Infektion hat ein geringeres Ausmaß an Veränderungen.

Erwirbt eine Frau eine Toxoplasmose während der Geburt, so ist die Rede von einer konnatalen Toxoplasmose, die auch noch nach Monaten oder Jahren Symptome wie Entwicklungsstörungen, Hörprobleme, Veränderungen der Augen (im schlimmsten Fall Erblindung) oder geistige Verlangsamung verursachen kann.

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Beide Ausprägungen der Toxoplasmose können – abhängig von der Intensität und des Infektionszeitpunktes – ein schwerwiegendes Risiko für die Gesundheit des Kindes bedeuten, zum Beispiel:

  • Fehlgeburt
  • Verkalkungen im Gehirn
  • Entzündungen der Augeninnenhaut
  • Hydrocephalus (Früher Wasserkopf)
 

Wie merke ich, dass ich Toxoplasmose habe?

Nach einer Infektion kommt es zu folgenden, grippeähnlichen Symptomen: 

  • Kopfschmerzen
  • Erschöpfung
  • Grippeähnliche Begleiterscheinungen
  • Muskelschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten (Kopf und Hals)

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Schwangerschaft und Katzen: Toxoplasmose-Test durchführen

Sie sind schwanger und haben eine Katze? Dann lassen Sie sich beim Frauenarzt auf Toxoplasmose testen. Zusätzlich kann der Tierarzt das Infektionsrisiko Ihrer Katze feststellen. Wer schon länger eine Katze besitzt, der war mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal infiziert und ist bereits immun, doch Sie sollten sich Gewissheit verschaffen. Eine Infektion bleibt nämlich meist unentdeckt.

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Toxoplasmose vorbeugen: Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Leider können Sie sich gegen Toxoplasmose nicht impfen lassen. Doch wer im Alltag auf ein paar spezielle Dinge achtet, kann einer Infektion mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft entgegenwirken:

  1. Hände regelmäßig waschen: Vor dem Essen, nach dem Berühren von rohem Fleisch und nach jedem Kontakt mit kontaminierter Erde sollten Sie sich die Hände gründlich waschen.
  2. Kein rohes Fleisch essen: Essen Sie nur komplett gegartes Fleisch, kein rohes Fleisch. Dazu gehören auch Salami, Mettwurst, roher Schinken oder Tatar.
  3. Gemüse und Obst waschen: Bevor Sie Salate, Gemüse oder Früchte zubereiten und verzehren, sollten Sie es gründlich waschen und putzen.

Katzenklo regelmäßig säubern: Wenn das Katzenklo Ihrer Katze regelmäßig gereinigt wird, besteht eine viel geringere Ansteckungsgefahr.  Warum? Die von der Katze mit dem Kot ausgeschiedenen Erreger werden erst nach 24 Stunden ansteckend. Säubern Sie das Katzenklo deshalb täglich und sehr gründlich. Dabei sollten Sie vorsichtshalber Gummihandschuhe tragen. 

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