Schwangere wird schwanger

Verena Elson
Eine Schwangere liegt auf dem Rücken
In extrem seltenen Fällen kann es dazu kommen, dass Schwangere mit einem weiteren Kind schwanger werden © iStock

Als sie bereits ein Baby erwartete, wurde eine US-Amerikanerin mit einem weiteren Kind schwanger. Wie kommt es zu der sogenannten Superfötation?

Die 31-jährige Jessica Allen aus Kalifornien erklärte sich bereit, als Leihmutter ein Kind für ein chinesisches Paar auszutragen. Im April 2016 implantierten Ärzte einen Embryo in ihre Gebärmutter, der per künstlicher Befruchtung für das chinesische Paar produziert worden war.

Als Allen in der sechsten Woche schwanger war, teilten ihre Ärzte ihr mit, dass sie Zwillinge erwartete. Die Schwangere reagierte sehr überrascht und ging davon aus, dass es sich um eineiige Zwillinge handelte.

Doch einen Monat nach der Geburt der Babys erfuhr sie, dass die Zwillinge keinesfalls eineiig waren. Sie sahen sich nicht ähnlich und ein DNA-Test bestätigte die Vermutung der Ärzte: Eins der Babys war das des chinesischen Paares und das andere war Allens eigenes Kind. Wie ist das möglich?

 

Superfötation – wenn Schwangere schwanger werden

Wenn eine Frau schwanger wird, werden in ihrem Körper normalerweise Hormone freigesetzt, die den Eisprung verhindern – so kann sie nicht mit einem weiteren Kind schwanger werden. Doch in extrem seltenen Fällen findet der Eisprung weiterhin statt und eine zweite befruchtete Eizelle nistet sich in der Gebärmutter ein. Dieses Phänomen wird als Superfötation bezeichnet.

Der Unterschied zu zweieiigen Zwillingen ist, dass sie nicht im selben Zyklus entstehen – bei einer Superfötation nisten sich in zwei unterschiedlichen (meist aufeinanderfolgenden) Zyklen befruchtete Eizellen in der Gebärmutter ein. Eins der Kinder ist also immer einige Wochen älter als das andere.

 

Superfötation bleibt möglicherweise häufig unerkannt

Experten zufolge kommt es möglicherweise häufiger zu einer Superfötation als bekannt – da die Zwillinge altersmäßig meist sehr dicht beieinander sind, können sie leicht für „normale“ zweieiige Zwillinge gehalten werden.

Allen und ihr Mann mussten vor Gericht ziehen, um das Sorgerecht für ihren eigenen Sohn zu erlangen. Im Februar 2017 gewannen sie den Rechtsstreit. Der kleine Malachi wächst nun bei seinen Eltern auf.

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