Schwangere Frau erwacht aus dem Koma – drei Monate nach der Geburt des Kindes

Stephanie Pingel Medizinredakteurin
Schwanger im Koma
Die schwangere Sarah Hawthorn musste wegen einer Grippe in ein künstliches Koma versetzt werden und gebar währenddessen ihren Sohn. Wie gefährlich ist eine Grippe in der Schwangerschaft? © iStock/vadimguzhva

Sarah Hawthorn fiel aufgrund einer schweren Grippe während ihrer Schwangerschaft ins Koma. Nun ist sie aufgewacht – drei Monate nach der Geburt ihres Sohnes. PraxisVITA schildert den Fall und erklärt, was Sie über Grippeschutz in der Schwangerschaft wissen sollten.

Die Geburt des eigenen Kindes ist ein überwältigendes Ereignis für die werdenden Eltern. Die Australierin Sarah Hawthorn hat diesen Moment versäumt: Als ihr Sohn fünf Wochen früher als geplant geboren wurde, lag die 33-Jährige im Koma. Während ihrer Schwangerschaft infizierte sie sich mit der Grippe. Und die Krankheit verlief bei ihr so schwer, dass sie in ein künstliches Koma versetzt werden musste. Jetzt, rund drei Monate nach der Geburt des Jungen, ist Sarah Hawthorn aus dem Koma erwacht. Sie befindet sich bereits auf dem Wege der Besserung und konnte endlich ihren Sohn kennenlernen.

Sarah Hawthorn
Die Australierin Sarah Hawthorn ist drei Monate nach der Entbindung ihres Sohnes aus dem Koma erwacht© gofundme
 

Spendenaufruf zur Unterstützung der Familie

Um Sarahs Ehemann finanziell zu entlasten, startete dessen Schwester einen Spendenaufruf auf gofundme. Innerhalb kürzester Zeit sammelte sie mithilfe von privaten Spenden nicht nur die erhofften 20.000, sondern sogar über 30.000 Dollar für die Familie. Von dem Geld konnten sowohl Sarahs Behandlung als auch die hohen Fahrtkosten ihres Mannes gedeckt werden, denn die Familie wohnt gut 270 Kilometer vom Krankenhaus entfernt. Jetzt gehen die Hawthorns mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit, um das Bewusstsein für die Komplikationen einer Grippeerkrankung zu erhöhen.

 

Wie gefährlich ist eine Grippe in der Schwangerschaft?

Experten empfehlen bei Kindern, Senioren und Personen mit einem geschwächten Immunsystem eine jährliche Auffrischung des Grippeschutzes. Die letzte Gruppe schließt auch Schwangere mit ein: Da das Immunsystem Mutter und Kind zugleich schützen muss, ist die Abwehr oft schwächer als sonst – Viren und Bakterien haben so leichtes Spiel. Zwar kann sich das ungeborene Kind nicht direkt infizieren. Studien deuten jedoch daraufhin, dass eine Grippe bei Schwangeren schwerwiegender verlaufen und es eher zu Folgeerkrankungen wie beispielsweise einer Lungenentzündung kommen kann. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erhöht sich außerdem das Risiko für Früh- und Fehlgeburten sowie für Entwicklungsschäden beim Kind. Dass eine Frau wie im Fall von Sarah Hawthorn aufgrund der Folgen einer Grippe in ein künstliches Koma versetzt werden muss, sei aber selten.

 

Wann sollte ich mich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt werdenden Müttern, sich spätestens ab dem vierten Schwangerschaftsmonat gegen Grippe zu impfen. Bei Risikoschwangerschaften oder bei Frauen mit einem generell schwachen Immunsystem sollte die Impfung bereits im ersten Drittel der Schwangerschaft erfolgen.

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