Schwanger werden: So klappt es nach einer Fehlgeburt am besten

Nach einer Fehlgeburt wird oft der Rat erteilt, drei Monate zu warten, bevor man erneut versucht, schwanger zu werden. Eine US-Studie widerspricht dem nun.

Bisher bekamen Paare häufig den Rat, dass sie nach einer Fehlgeburt drei Monate warten sollten, bevor sie einen erneuten Versuch unternehmen, schwanger zu werden. Doch das könnte genau der falsche Weg sein, wie jetzt eine US-Studie belegt: Die Forscher analysierten Daten von rund 1.000 Paaren, bei denen die Frau im frühen Schwangerschaftsstadium eine Fehlgeburt erlitten hatte. Die Frauen, die innerhalb der nächsten drei Monate versuchten, erneut schwanger zu werden, hatten eine um 71 Prozent höhere Chance, ein gesundes Baby zu bekommen als Frauen, die länger warteten.

 

Frauen müssen mit dem Kinderwunsch nicht warten

Insgesamt versuchten 765 der Paare nach der Fehlgeburt, innerhalb von drei Monaten erneut schwanger zu werden. Bei 77 Prozent von ihnen funktionierte dies – die Frauen brachten gesunde Babys zur Welt. Bei den 233 Paaren, die erst nach drei Monaten erneut versuchten, schwanger zu werden, klappte es nur bei 23 Prozent.

Enrique Schisterman, Chefautor der Studie und Epidemiologie am Eunice Kennedy Shriver National Institute of Child Health and Human Development in Rockville, Maryland, fasst das Ergebnis der Studie zusammen: „Unsere Daten haben ergeben, dass es aus medizinischer Sicht nicht zwangsweise notwendig ist, nach einer Fehlgeburt mit dem nächsten Schwangerschaftsversuch zu warten.“

 

Nicht alle Risiken können ausgeschlossen werden

Dr. William Hurd, der an der Duke University School of Medicine tätig ist und das Editorial zu der neue Studie verfasste, rät: „Nach einer Fehlgeburt, erst recht wenn diese erst kurze Zeit zurückliegt, müssen beide Partner sicher sein, dass sie wieder emotional gefestigt sind. Schließlich kann man das Risiko einer erneuten Fehlgeburt nie ganz ausschließen“. Dies gilt allerdings auch, wenn die Schwangerschaft bereits mehr als drei Monate zurückliegt.

Hamburg, 13. Januar 2016

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