Schwanger? Auf keinen Fall für zwei essen!

Schwangere isst für 2
Schwangere müssen nicht für zwei essen, denn weder Mutter noch Nachwuchs profitieren von zu vielen Kalorien – im Gegenteil © Shutterstock

Der alte Rat, Schwangere sollten für zwei essen, wurde widerlegt, wie eine aktuelle Studie beweist. Welche Gewichtszunahme normal ist und wie Sie Übergewicht vermeiden können, lesen Sie hier.

 

Zu viele Kalorien schaden dem Baby

Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf das Neugeborene. Den vermeintlich gut gemeinten Ratschlag, „für zwei“ zu essen, sehen Mediziner äußerst kritisch, denn weder Mutter noch Nachwuchs profitieren von zu vielen Kalorien – im Gegenteil. Die Forschung hat gezeigt, dass eine übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft für Mutter und Kind Risiken birgt. Zu den Gefahren gehört der Schwangerschaftsdiabetes, der wiederum das Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung (steht für alle mit hohem Blutdruck einhergehenden Erkrankungen während der Schwangerschaft) erhöht. Die Zuckerkrankheit ruft außerdem ein hohes Gewicht des Kindes hervor, das einen Kaiserschnitt oder Komplikationen bei der Geburt zur Folge haben kann. Übergewichtige Babys erkranken nicht nur häufiger an Diabetes, sondern sind auch öfter von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Zudem bleiben sie meist dick.

Eine in der Cochrane Library veröffentlichte Studie zeigt, dass Diät- oder Trainingsmaßnahmen oder eine Kombination von beiden, eine übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft verhindern kann. Für ihre Untersuchung hat das Forschungsteam Erkenntnisse aus 37 neuen Studien integriert, die zwischen Oktober 2011 und November 2014 veröffentlichtet wurden und auf Hinweisen von 11.444 Frauen basieren.

 

So werden Sie Übergewicht in der Schwangerschaft wieder los

Etwa 36 Prozent der Frauen, die an Diät- oder Trainingseinheiten teilnehmen sollten, litten unter einer übermäßigen Gewichtszunahme im Laufe der Schwangerschaft. Zu den Maßnahmen, um das Gewicht wieder zu senken, gehörten Diäten, verschiedene Einzel- oder Gruppenaktivitäten wie Wandern, Aerobic, Pilates und Tanz oder eine Kombination aus Diät und Bewegung. Am Ende hatte sich die Zahl der Frauen, die an Übergewicht litten, deutlich verringert.

Frauen, die an dem Diät- und/oder Trainingsprogramm teilnahmen, hatten eine geringe Wahrscheinlichkeit, Bluthochdruck zu entwickeln. Die Studie liefert außerdem Beweise dafür, dass sich durch die Maßnahmen das Risiko, ein Kind per Kaiserschnitt auf die Welt bringen zu müssen, verringert (von 29 Prozent auf 27 Prozent) und sich die Chance erhöht, ein normalgewichtiges Baby auf die Welt zu bringen (nicht schwerer als vier kg).

 

Welche Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist „normal“?

Das US-amerikanische Institute of Medicine (IOM) gibt Leitlinien heraus, an denen sich Ärztinnen und Ärzte auf der ganzen Welt orientieren. Die IOM-Empfehlungen zum BMI und zur Gewichtszunahme in der Schwangerschaft sind:

  • Bei Untergewicht vor der Schwangerschaft (für das IOM ist das ein BMI unter 18,5): zwischen 12,5 und 18 kg Gewichtszunahme während der Schwangerschaft.
  • Bei Normalgewicht vor der Schwangerschaft (für das IOM ist das ein BMI zwischen 18,5 und 24,9): zwischen 11,5 und 16 kg Gewichtszunahme während der Schwangerschaft.
  • Bei Übergewicht vor der Schwangerschaft (für das IOM ist das ein BMI zwischen 25 und 29,9): zwischen 7 und 11,5 kg Gewichtszunahme während der Schwangerschaft.
  • Bei Adipositas (Fettleibigkeit) vor der Schwangerschaft (für das IOM ist das ein BMI über 30): zwischen 5 und 9 kg Gewichtszunahme während der Schwangerschaft.

 Hamburg, 11. Juni 2015

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