Schwache Periode: Ursachen, Symptome, Behandlung

Mona Eichler Health-Redakteurin

Was ist eigentlich eine schwache Periode? Haben Frauen mit verminderter Menstruation einfach Glück und weniger mit PMS, Unterleibsschmerzen und anderen Symptomen der Periode zu kämpfen? So leicht ist es leider nicht.

Inhalt
  1. Länge und Blutverlust: Was ist eine "normale" Menstruation?
  2. Symptome: Ab wann spricht man von einer schwachen Periode?
  3. Begleitbeschwerden bei einer Hypomenorrhoe
  4. Diagnose: Diese Untersuchungen fallen an
  5. Ursachen für eine schwache Periode
  6. Behandlungsmöglichkeiten und Tipps
 

Länge und Blutverlust: Was ist eine "normale" Menstruation?

Die Zeit vom Einsetzen der Regelblutung bis zum letzten Tag vor der nächsten Regelblutung definiert den Menstruationszyklus einer Frau. Wichtig ist zu wissen, dass die Periode höchst individuell ist, was sowohl die Zykluslänge als auch den Blutverlust angeht.

Als Richtwert gilt eine Zykluslänge von 28 Tagen, wobei Schwankungen zwischen 25 bis 35 Tagen als normal angesehen werden. Der individuelle Blutverlust liegt für gewöhnlich zwischen 40 ml bis 200 ml während der gesamten Menstruation.

 

Symptome: Ab wann spricht man von einer schwachen Periode?

Mediziner sprechen bei einer Blutungsdauer von ein bis zwei Tagen von einer Hypomenorrhoe, einer schwachen Periode. Häufig treten dabei eher Schmierblutungen als gewöhnliche Blutungen auf. Der durchschnittliche Blutverlust liegt bei einer schwachen Periode unter 25 ml – das entspricht etwa zwei Binden pro Tag.

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In Einzelfällen ist die Blutungsdauer bei einer stark ausgeprägten Hypomenorrhoe auf wenige Stunden am Tag reduziert. Zum Vergleich: Bei einer sehr starken Regelblutung, der Zyklusstörung Hypermenorrhoe verlieren Frauen im Schnitt 150 ml Blut und verbrauchen mehr als fünf Binden pro Tag.

 

Begleitbeschwerden bei einer Hypomenorrhoe

Ein weitverbreitetes Vorurteil ist die Annahme, dass eine schwache Periode für die Frau angenehmer wäre als eine starke Menstruation. Verliert die Frau nur wenig Blut, blieben Symptome wie PMS, Unterleibsschmerzen, Schwindel oder Krämpfe aus, heißt es.

Leider ist das nicht der Fall. Auch Frauen mit einer schwachen Periode können unter den oben genannten Beschwerden leiden. Der individuelle Blutverlust spielt dabei keine Rolle.

Hinzu kommt das Problem, welches Hygienemittel sich am besten bei der Hypomenorrhoe eignet. Während sich Tampons bei einer sehr starken Periode zu schnell vollsaugen und deswegen oft nicht genügend Schutz bieten, saugen sie sich bei einer schwachen Periode nicht schnell genug voll und verursachen teils starke Schmerzen beim Entfernen.

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Diagnose: Diese Untersuchungen fallen an

Tritt eine schwache Periode in mehreren Zyklen hintereinander auf, sollte ein Frauenarzt zu Rate gezogen werden. Eine Diagnose erfolgt zunächst auf der Grundlage ausführlicher Dokumentationen zu Zyklusverläufen und Blutverlusten. Wer also die Vermutung hat, an einer Hypomenorrhoe zu leiden, kann im Vorfeld schon Buch führen – beispielsweise mithilfe von Smartphone-Apps.

Der Arzt führt außerdem eine gynäkologische Tastuntersuchung der Eierstöcke durch und misst in einer Gebärmutterspiegelung, wie dick die Schleimhaut ist. Abschließend kann eine Blutuntersuchung gemacht werden, in der das Vorkommen der Hormone Östrogen, Gestagen, Progesteron und Testosteron im Blut bestimmt wird.

Ultraschall und CT kommen dann zum Einsatz, wenn gynäkologische Erkrankungen hinter der Hypomenorrhoe vermutet werden.

 

Ursachen für eine schwache Periode

Die Ursachen für eine Hypomenorrhoe können sowohl im organischen als auch im hormonellen Bereich liegen und ineinandergreifen. Zu den häufigsten gehören:

  • Schwache Periode durch die Pille: Die in der Pille enthaltenen Gestagene (Gelbkörperhormone) beeinflussen die natürliche Bildung der Gebärmutterschleimhaut negativ, wodurch es in der Pillenpause oft zu einer Hypomenorrhoe kommt.
    Nach dem Absetzen der Pille tritt ebenfalls eine schwache Periode häufig auf. Grund dafür sind die hormonellen Umstellungen, die der Körper in dieser Zeit durchmacht.
  • Schwache Periode durch Wechseljahre: Mit dem Aufkommen der Wechseljahre wird die Periode häufig schwächer. Der weibliche Körper produziert dann weniger Östrogen, wodurch sich weniger Gebärmutterschleimhaut aufbaut und folglich auch weniger ausgeschieden werden muss.
  • Schwache Periode durch Stress: Stress wirkt sich auf den gesamten Körper aus, vor allem auch in Bezug auf die weibliche Menstruation. Hat eine Frau extremen Stress, gerät die Periode oft aus dem Gleichgewicht, was sowohl eine Hypomenorrhoe als auch eine Hypermenorrhoe zur Folge haben kann.
  • Schwache Periode durch gynäkologische Erkrankungen: Sind die Gründe für eine schwache Periode körperlicher Natur, liegen diese häufig an gynäkologischen Erkrankungen, wie einer Endometriose, Eierstockzysten oder Krebserkrankungen der Eierstöcke und der Gebärmutter.
  • Schwache Periode durch Eierstockschwäche: In Verbindung mit dem Körpergewicht kommt es häufig zu einer schwachen Periode. In Fällen von Magersucht oder einer starken Fettleibigkeit kämpft der Körper nicht nur mit hormonellen Störungen, sondern häufig auch mit einer Eierstockschwäche.
  • Schwache Periode durch Ernährung: Bei Vegetarierinne oder Veganerinnen kann es dazu kommen, dass die Periode deutlich schwächer ausfällt. Ein Jod- oder Eisenmangel kann beispielsweise Grund dafür sein. Am besten ist es, dies beim nächsten Termin beim Gynäkologen einmal konkret anzusprechen.

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Behandlungsmöglichkeiten und Tipps

Eine Hypomenorrhoe an sich kann nicht einfach so wegtherapiert werden. Einzelne Ursachen aber lassen sich gezielt angehen. Dazu gehören das Vorbeugen und Vermeiden von Stress, eine gesunde Ernährung oder auch die Behandlung der zugrunde liegenden gynäkologischen Erkrankungen.

Hat der Arzt eine Diagnose gestellt, kann außerdem eine Hormontherapie helfen. Zusätzlich nützt es, sich über geeignete Hygienemittel zu informieren. Neben Mini-Tampons und Binden eignen sich Menstruationstassen gut bei einer schwachen Periode – schließlich ist es in dem Fall sogar angenehmer, wenn sich weniger Blut darin sammelt.

Eine weitere Alternative kann ein Menstruationsschwamm bieten, der beim Herausziehen aus der Scheide oftmals als angenehmer als der klassische Tampon empfunden wird. Auch die sogenannte "freie Menstruation" ist für Frauen mit einer schwachen Periode eine Option: Dabei verzichtet man auf Hygieneartikel, wie Tampons oder Binden, und lässt das Blut auf der Toilette abfließen. 

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