Schutz vor Zecken – Impfaufruf in Bayern

Eine Frau wird geimpft
Eine Impfung schützt zuverlässig vor FSME – wer in Risikogebiete reist, sollte sich darum impfen lassen © Shutterstock

Obwohl die Zeckensaison gerade erst begonnen hat, sind in Bayern bereits vier Fälle der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) aufgetreten. Bayerns Gesundheitsministerin ruft darum zur Impfung auf.

Melanie Huml (CSU) warnte am Dienstag: „Zecken können gefährliche Infektionskrankheiten übertragen. Dazu zählt die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), gegen die man sich durch Impfung schützen kann. Diese Möglichkeit sollte sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen genutzt werden.“

Die bayerische Gesundheitsministerin berichtete außerdem, die FSME-Risikogebiete hätten sich in den vergangenen Jahren stark ausgeweitet. Seit der Einführung der FSME-Meldepflicht im Jahr 2001 wurden immer mehr Regionen im Freistaat als FSME-Risikogebiet gekennzeichnet. Mittlerweile gelten 80 von 96 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten als Risikogebiet.

 

Was ist FSME?

Auslöser der Erkrankung ist das FSME-Virus, das zu den sogenannten Flaviviren gehört. Viren dieser Familie werden meist durch Insekten auf den Menschen übertragen – im Fall von FSME geschieht das fast ausschließlich über Zeckenbisse.

Nur bei rund einem Drittel der Infizierten treten Symptome auf. Diese ähneln denen einer Grippe: Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Nach wenigen Tagen klingen die Symptome meist wieder ab.

Das Tückische an FSME: Etwa jeder Zehnte durchlebt kurze Zeit später eine zweite Krankheitsphase. In dieser treten schwere Entzündungen im Bereich des Zentralen Nervensystems auf, beispielsweise eine Hirnhautentzündung (Meningitis), eine Entzündung des Gehirns oder des Rückenmarks. Solche schweren Verläufe der FSME können zu bleibenden Schäden am Nervensystem führen.

 

Impfschutz vor FSME

Um dem vorzubeugen, raten Experten Bewohnern von Risikogebieten zu einer Impfung gegen FSME. Dr. Nikolaus Frühwein, Präsident der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen: „Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres erforderlich. Ab 14 Tagen nach der zweiten Impfung besteht für 90 Prozent der Geimpften bereits ein Schutz, der für die laufende Saison zunächst ausreichend ist. Insgesamt ist die Impfung sehr gut verträglich und wir empfehlen sie vor allem Menschen, die sich oft in der Natur aufhalten." Aufgrund der hohen Verbreitung der FSME in Bayern gehört diese Impfung im gesamten Freistaat zu den öffentlich empfohlenen Impfungen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Welche Gebiete in Deutschland außerdem FSME-gefährdet sind, erfahren Sie hier.

Hamburg, 1. April 2015

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