Schultersteife: Was tun bei einer „frozen shoulder“?

Redaktion PraxisVITA
Von einer Schultersteife sind am häufigsten Frauen ab 50 betroffen
Von einer Schultersteife sind am häufigsten Frauen ab 50 betroffen © Alamy

Oft fängt es mit leichten Schulterschmerzen an, vor allem nachts. Dann fällt es zunehmend schwerer, den Arm nach oben oder hinten zu bewegen, bis es irgendwann fast unmöglich wird. Wir erklären, was es mit der sogenannten Schultersteife auf sich hat.

Der Ellbogen kann nicht mehr über die Schulterhöhe gehoben werden, zum Beispiel beim Föhnen. Dr. Julian Bleek, Arzt im AOK-Bundesverband, rät Betroffenen, mit diesen Beschwerden zum Arzt zu gehen: „Nur ein Experte kann herausfinden, welche Erkrankung oder Verletzung diese Probleme verursacht.“

Oft steckt hinter den Beschwerden die sogenannte Schultersteife, von der meist Menschen ab fünfzig betroffen sind. Frauen trifft es häufiger als Männer. Bis zu einem Jahr lang kann dabei die Schulter steif bleiben, als wäre sie eingefroren – daher auch ihr Beiname „frozen shoulder“. Erst dann kommt die Beweglichkeit langsam zurück. Nicht immer, aber oft können sich die Betroffenen nach ein bis drei Jahren dann wieder so gut bewegen wie zuvor.

Schultersteife
bei einer Schultersteife wird Wärme im Nacken- und Schulterbereich oft als wohltuend empfunden© iStock
 

Schultersteife heilt von selbst aus

Die Schultersteife wird durch Verklebungen in der Gelenkkapsel verursacht, die mit Narben zu vergleichen sind. Durch sie verdickt sich das Gewebe um die Kapsel. In der Folge schmerzt die Schulter und wird immer unbeweglicher. Warum das genau passiert, ist nicht bekannt. Einige Experten vermuten, dass der Stoffwechsel an dieser Stelle entgleist ist und der Transport von Nährstoffen zu den umgebenden Muskeln nicht mehr funktioniert. Auch Entzündungsprozesse spielen eine Rolle.

Sicher ist, dass die Schultersteife zwar langwierig und schmerzhaft ist, aber von selbst wieder ausheilt. Leider kann man die Beschwerden höchstens lindern, den Heilungsprozess aber nicht beschleunigen. Von vielen Betroffenen werden Wärme- oder Kältepackungen als wohltuend empfunden. Ob schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente helfen, darüber gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.

 

Bei Schultersteife besteht die Möglichkeit einer Kortison-Behandlung

Kortison-Tabletten oder -Spritzen können die Beweglichkeit verbessern und die Schmerzen lindern, eignen sich aufgrund der Nebenwirkungen aber nur für eine kurzzeitige Therapie. Auch ihre Wirkung ist zeitlich begrenzt.

Schultersteife
Eine Schultersteife lässt sich zwar mit Tabletten behandeln, die Wirkung ist jedoch begrenzt© iStock /tibor13

Das gilt auch für ein Verfahren, bei dem unter örtlicher Betäubung ein Gemisch aus Kortison, Kochsalz und Wasser ins Gelenk gespritzt wird (Distensionsarthrografie). Auch diese Behandlung, die das Gelenk aufdehnen soll, verliert ihre Wirkung nach wenigen Wochen.

 

Hilft eine Laserbehandlung gegen Schultersteife?

Bei Behandlungen mit Ultraschallwellen, Laser oder Magnetfeldtherapie konnte bisher nicht nachgewiesen werden, dass diese Therapien gegen Schultersteife wirksam sind.

Bei der Physiotherapie versuchen die Therapeuten, das schmerzende Gelenk zu dehnen und wieder mobiler zu machen. Das heilt nicht die Erkrankung, sorgt aber immerhin dafür, dass die umgebenden Muskeln stark bleiben und nicht durch die Dauer der Versteifung verkümmern.

Im Video erfahren Sie außerdem, welche drei Übungen gegen Schulterprobleme noch helfen können:

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