Schulter ausgekugelt: Behandlung erfolgt durch Einrenken, Krankengymnastik und eventuell OP

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer ausgekugelten Schulter (Schulterluxation) ist in der Regel eine sofortige Behandlung notwendig. Ist die Schulter ausgekugelt, müssen die Gelenkkörper wieder in ihre korrekte Position gebracht werden.

In den meisten Fällen erfolgt dies unter örtlicher Betäubung oder sogar unter Vollnarkose, um weitere Verletzungen durch die äußere Kraftanwendung und angespannte Muskeln zu vermeiden. Nach diesem „Schulter einrenken“ (medizinisch Reposition) muss das Schultergelenk in einer angepassten Schulterschlinge oder in einem sogenannten Gilchrist-Verband für eine bestimmte Zeit – meist für eine Woche, maximal für drei Wochen – ruhiggestellt werden, damit die Gelenkkapsel ausheilen kann. Mithilfe einer Orthese – einer korsettähnlichen Bandage zur Stabilisierung – kann das Gelenk in einer bestimmten Position gehalten und der Kapsel-Band-Apparat des Gelenks entlastet werden.

 

Krankengymnastik nach Schulterluxation

Frau macht Schulterübungen gegen eine ausgekugelte Schulter
Kräftigende Übungen für die Schultermuskulatur können die Stabilität des Schultergelenks erhöhen© Fotolia

Je nachdem, wie gut die Heilung voranschreitet, empfehlen sich frühzeitig krankengymnastische Übungen, um die das Gelenk stabilisierende Muskulatur aufzubauen und eine erneute Schulterluxation zu verhindern. Die empfohlene Dauer für die Physiotherapie beträgt bei der ausgekugelten Schulter sechs Wochen. In dieser Zeit ist es wichtig, starke drehende Bewegungen der Schulter nach außen (Außenrotationen) und das Abspreizen des Arms zu vermeiden.

 

Operation nach ausgekugelter Schulter

Häufig bleibt nach der Behandlung der Schulterluxation eine Überdehnung der Gelenkkapsel bestehen, die immer wieder zu einer ausgekugelten Schulter führen kann. In diesen Fällen ist oft eine Operation notwendig, bei der beispielsweise der Kapsel-Band-Apparat des Gelenks gestrafft wird, um die Gelenkführung zu verbessern und zu stabilisieren. Meist sind diese Eingriffe im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) möglich und erfordern keine offene Operation.

 

Rezidivierende Schulterluxation

Bei einer immer wieder vorkommenden (sogenannten rezidivierenden) Schulterluxation wissen die Betroffenen häufig selbst sehr gut, was sie machen müssen, wenn die Schulter ausgekugelt ist, und können ihre Schulter alleine wieder einrenken. Sie suchen zur Behandlung gar keinen Arzt auf. Allerdings ist es auf lange Sicht wichtig, die Ursache dieser immer wieder auftretenden Schulterluxationen zu beseitigen, um langfristige Folgen wie einen vorzeitigen Gelenkverschleiß (Arthrose) zu verhindern. Hilfreich können auch hier Übungen zur Kräftigung der Schultermuskulatur über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten sein. Zusätzlich werden, vor allem bei Sportlern, häufige Bewegungsabläufe trainiert, um die Muskelkoordination zu verbessern. Kommt es dennoch immer wieder zu einer Schulterluxation, kann ebenfalls eine operative Straffung des Kapsel-Band-Apparats oder eine Korrektur der Gelenkstrukturen sinnvoll sein.

 

Kalkschulter - Bin ich betroffen?

Dr. med. Achim Hedtmann ist seit 1993 Leitender Arzt der orthopädischen Abteilung der Klinik Fleetinsel Hamburg

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