Schulschließung boykottiert: Dortmund rudert zurück

Ines Fedder Medizinredakteurin

Nachdem Dortmunds Oberbürgermeister groß ankündigte, die Schulen ab sofort wieder schließen zu wollen, machte ihm das Land ein Strich durch die Rechnung. Die entsprechenden Pläne mussten mit sofortiger Wirkung auf Eis gelegt werden.

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Die Schulen und Kitas haben vielerorts wieder geöffnet und unterrichten wieder vermehrt im Präsenzunterricht. Doch nur kurz nach der Wiederaufnahme des Schulbetriebs kam es gleich in mehreren Bundesländern zu heftigen Corona-Ausbrüchen. Die Befürchtung vieler Verantwortlicher ist damit rasch wahr geworden. Während nun viele befürchten, dass die Schulen und Kitas nun auch bundesweit wieder schließen, preschte die Stadt Dortmund mit radikalen Schließungplänen vor.

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+++Update: Land NRW verhindert Schulschließung in Dortmund und Duisburg+++

Nachdem Oberbürgermeister Thomas Westphal verkündete, dass Dortmund ab sofort alle Schulen wieder schließen wolle, muss die Stadt nun einen Rückzieher machen. Das Land Nordrhein-Westfalen stoppte am Dienstag die Schließungspläne der Städte Dortmund und Duisburg. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erklärte gegenüber den Medien, dass eine Schulschließung bei einer Inzidenz von 71,2 Neuinfektionen binnen sieben Tage unter 100.000 Einwohnern kein Grund für eine sofortige Schulschließung sei. Auch Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link äußerte sich enttäuscht über die Haltung des Landes, wie u.a. die "Zeit" berichtet."In Anbetracht der weiter steigenden Inzidenz wäre es absolut sinnvoll, die Schulen zum Schutz der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Familien, aber auch der Lehrkräfte wieder zu schließen und auf Distanzunterricht umzustellen", so Sören Link.

 

+++Ab Morgen: Dortmund schließt nach Wiederöffnung alle Schulen im Alleingang+++

Es war die Hammer-Nachricht am Dienstag. Ab dem 17. März sollten in Dortmund alle Schulen wieder geschlossen werden. Das verkündete der Oberbürgermeister Thomas Westphal gegenüber den Medien. Die Entscheidung habe er quasi im Alleingang getroffen und dem Gesundheitsministerium schriftlich mitgeteilt. "Wenn das Ministerium es so nicht mitmachen will, müsste es uns das mitteilen, sonst werden wir das tun", so Oberbürgermeister Westphal am Dienstag nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands.

Die Schließung der Schulen sollte eine schnelle Reaktion auf die wachsenden Infektionszahlen in der Altersgruppe der bis zu 19-Jährigen sein, vermutlich begründet in der weiteren Verbreitung der Corona-Mutation B1.1.7 aus Großbritannien. 

Erst seit Montag sind die Schüler und Schülerinnen in Dortmund aller Jahrgänge in den Wechselunterricht zurück gekommen. 

Quelle:

Stadt Dortmund will alle Schulen ab sofort schließen, in: ruhrnachrichten.de

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Im Lockdown: Hier sind die Schulen wieder geöffnet

Nach den Beschlüssen vom letzten Gipfeltreffen der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin ist der Unterricht an Schulen und Kitas wieder gestartet. Das haben die Bundesländer entschieden.

  • Baden-Württemberg

Grundschulen und Kitas wurden ab dem 22. Februar schrittweise wieder geöffnet.

• Bayern

Zwischen 22. Februar und 12. März besuchen folgende Schüler im Wechsel- und Präsenzunterricht die Schule, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz nicht über 100 liegt:

  • an Grundschulen alle Schüler
  • Abschlussklassen aller weiterführenden und beruflichen Schulen
  • An den Förderschulen alle Schüler der Grundschulstufe sowie Schüler der Mittelschulstufe und der Berufsschulstufe mit den Förderschwerpunkten für geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung.

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis über 100, findet dort Distanzunterricht statt.

Eine Ausnahme gibt es bis 12. März für die Abitur- bzw. Abschlussklassen, die bereits seit dem 1. Februar in der Schule zurück sind.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

• Berlin
Ab dem 17. März findet für die Klassen 1-6 und die Jahrgangsstufen 10-13 Wechselunterricht in halber Klassenstärke statt. Die Präsenzpflicht bleibt aufgehoben.

• Brandenburg
Hier sollten Kitas und Grundschulen eigentlich sogar schon am 15. Februar wieder öffnen, da die Inzidenzahlen stetig sinken. Nun plant das Land Wechselunterricht in den Klassenstufen 1 bis 6 ab dem 22. Februar und eine Öffnung der Kitas.

• Bremen 
Das Land berät noch und will sich Zeit nehmen, um eine verlässliche Entscheidung zu treffen. Frühester Termin sei der 22. Februar, eventuell werde es aber auch erst der 1. März. 

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• Hamburg
Da am 1. März die Hamburger Frühjahrsferien beginnen, werde es vor dem 7. März keine Öffnungen in Schulen und Kitas geben, so der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher.

• Hessen
Ministerpräsident Volker Bouffier will sowohl die Schulen als auch Kitas ab dem 22. Februar aufmachen – für die Klassenstufen 1 bis 6 im Wechselunterricht, ab Klasse 7 im Distanzunterricht und für die Kitas gilt eingeschränkter Regelbetrieb.

• Mecklenburg-Vorpommern
Manuela Schwesig hat schon im Vorfeld betont, Grundschulen und Kitas schnell wieder öffnen zu wollen: Ab dem 22. Februar starten beide in den regulären Präsenzunterricht bzw. Betrieb.

• Niedersachsen
Laut Kultusminister Grant Hendrik Tonne bleiben die bisherigen Maßnahmen im Februar bestehen: Das heißt, die Kitas bleiben – bis auf den Notbetrieb – geschlossen und die Grundschulen im Wechselunterricht mit geteilten Klassen. Nach den Osterferien ab 11. April soll es nur ab einem Inzidenzwert unter 50 Präsenzunterricht bzw. Normalbetrieb geben.

• Nordrhein-Westfalen
Das Land plant eine schrittweise Öffnung der Schulen ab dem 22. Februar im Wechselmodell und in Absprache mit Hessen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. Fällt der 7-Tage-Izidenz unter 50, soll es mit Präsenzunterricht weitergehen.

• Rheinland-Pfalz
Auch hier sollen die Schulen ab dem 22. Februar in der Wechselunterricht gehen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer dringt darauf, mit Schulen und Kitas erste Schritte zu gehen. Die Mitarbeiter können sich ohne Anlass testen lassen.

• Saarland
Ministerpräsident Tobias Hans strebt ebenfalls ab dem 22. Februar einen Wechselunterricht für die Grundschulen an, bei höchsten Hygienestandards und ausreichend Testmöglichkeiten. 

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• Sachsen
Sachsen macht als einziges Bundesland schon ab dem 15. Februar auf: Deshalb werden Grundschulen und Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb aufnehmen, allerdings ist die Präsenzpflicht weiterhin ausgesetzt.

• Sachsen-Anhalt
Mehr Vorsicht lässt Ministerpräsident Reiner Haseloff walten, er plant eine schrittweise inzidenzbezogene Öffnung ab dem 1. März: Liegt der Wert unter 200, gehen Grundschulen in den eingeschränkten Regelbetrieb und ältere Schüler in den eingeschränkten Präsenzunterricht. Bei einem Inzidenzwert von unter 50 gehen alle in den Regelbetrieb. 

• Schleswig-Holstein
Sowohl Kitas als auch Grundschulen gehen ab dem 22. Februar in den Regelbetrieb. Einzige Ausnahmen: die Städte Flensburg und Lübeck sowie die Kreise Herzogtum Lauenburg und Pinneberg wegen der hohen Infektionsraten.

• Thüringen
Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Landes, kündigte die Öffnung – möglicherweise schon ab dem 20. Februar – nach einem Stufenplan an. Demnach ist beabsichtig, dass Kitas und Grundschulen bei einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen.

Wo und wann die Schulen wieder öffnen, ist also sehr unterschiedlich – und dieser aktuelle Stand dürfte sich bei steigenden Infektionszahlen auch schnell wieder ändern

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Quellen: ​
Schulen können ab Mitte Februar wieder öffnen in: Das Deutsche Schulportal
Maßnahmen in Kita und Schule bleiben im Februar bestehen in: Niedersächsisches Kultusministerium
Wann machen die Schulen wieder auf? Diese Pläne haben die Länder! in: rtl.de
So wollen die Länder Schulen und Kitas öffnen in: zdf.de

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