Schützt mich meine Beziehung vor Demenz?

Verena Elson
Ein älteres Paar sitzt im Bett und liest Zeitung
Partnerschaften haben viele Auswirkungen auf die Gesundheit – beispielsweise auf das Immunsystem, das Gewicht und die Herzgesundheit. Britische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass Beziehungen auch vor Demenz schützen können © iStock

Menschen in einer Partnerschaft haben ein geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken, zeigt eine aktuelle britische Studie. Wie kommt es zu diesem Zusammenhang?

Dass Beziehungen das Risiko für Herzerkrankungen senken, ist Wissenschaftlern seit Längerem bekannt. Doch offenbar schützen sie auch das Gehirn – das zeigt jetzt eine aktuelle Studie von britischen Wissenschaftlern der Universitäten in Loughborough und Nottingham und des University College London.

 

Gebundene Menschen entwickeln seltener Demenz

Die Forscher analysierten Daten von rund 6.700 Erwachsenen zwischen 52 und 90 Jahren, die im Rahmen der Langzeitstudie „English Longitudinal Study of Aging“ erfasst wurden. Sie interessierten sich dabei besonders für die sozialen Bindungen der Studienteilnehmer – ob sie in einer Beziehung lebten, wie viele enge Freunde sie hatten, ob sie sich einsam oder sozial isoliert fühlten.

In dem Studienzeitraum von rund sechs Jahren wurde bei 220 Probanden Demenz diagnostiziert. Setzten die Wissenschaftler diese Daten mit den Informationen über den Beziehungsstatus der Personen in Verbindung, ergab sich folgendes Ergebnis: Alleinstehende Menschen haben ein fast doppelt so hohes Risiko, an Demenz zu erkranken, als Menschen in einer Beziehung.

 

Auch Freundschaften schützen vor Demenz

Zwischenmenschliche Bindungen wie Freundschaften schützen demnach ebenso vor Demenz. Dabei ist es ausschlaggebend, wie eng die Bindungen sind – und nicht etwa, wie viele es sind.

Über den Grund für den Zusammenhang können die Forscher nur Vermutungen anstellen. Eine mögliche Erklärung ist, dass sich Ehepartner gegenseitig zu einem gesünderen Lebensstil anhalten. Zudem ist Stress ein Risikofaktor für Demenz – und Einsamkeit kann  Stress verursachen. Eef Hogervorst, Professorin an der Loughborough  University und einer der Studienautoren: „Wir sind soziale Wesen und die Reduktion von Stress durch sozialen Beistand könnte wichtiger sein, als wir bisher dachten.“

Die Aufgabe von Medizinern und Betreuern sehen die Autoren darum darin, Patienten mit ersten Anzeichen von Demenz dabei zu unterstützen, Kontakte aufzubauen (beispielsweise durch die Teilnahme an Gruppenaktivitäten) und bestehende Kontakte zu pflegen.

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