Schützt Joghurt vor Bluthochdruck?

Joghurt mit Erdbeeren
Frauen, die fünfmal pro Woche Joghurt essen, haben ein geringeres Bluthochdruck-Risiko, zeigt eine Studie – dieser Effekt wird noch verstärkt durch einen hohen Konsum an Obst und Gemüse © Fotolia

Wer regelmäßig Joghurt isst, hat ein geringeres Bluthochdruck-Risiko – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle US-amerikanische Studie. Wie viel Joghurt ist dafür notwendig?

In einer aktuellen Studie untersuchten US-amerikanische Wissenschaftler, wie sich der regelmäßige Verzehr von Joghurt auf das Risiko auswirkt, Bluthochdruck zu entwickeln. Die Ergebnisse wurden auf einer Konferenz der American Heart Association vorgestellt.

Die Wissenschaftler werteten Daten aus zwei großangelegten Studien aus: der Nurses’ Health Study, an der hauptsächlich Frauen zwischen 25 und 55 Jahren teilnahmen, und der Health Professional Follow-up Study – diese umfasste größtenteils Daten von Männern zwischen 40 und 75 Jahren. Die Frauen und Männer wurden 18 bis 30 Jahre lang begleitet.

Demnach haben Frauen, die fünf oder mehr Portionen Joghurt pro Woche essen ein um rund 20 Prozent geringeres Bluthochdruck-Risiko als Frauen, die selten Joghurt essen (einmal pro Monat).

Bei Männern konnte dieser Effekt nicht festgestellt werden – vermutlich lag das daran, dass Männer allgemein im Schnitt deutlich weniger Joghurt zu sich nehmen als Frauen und die Daten somit keine Rückschlüsse erlauben. Es ist allerdings zu vermuten, dass dieser Effekt auch bei ihnen eintritt.

 

Gesunde Ernährung verstärkt den Effekt

Die Forscher untersuchten außerdem, ob die Schutzwirkung des Joghurts mit einer allgemein gesunden Ernährung noch ausgebaut werden kann. Dazu analysierten sie, wie nah die Frauen und Männer den Vorgaben der sogenannten DASH-Diät kamen – das ist eine Ernährungsform, die speziell darauf ausgerichtet ist, Bluthochdruck entgegenzuwirken.

Der Schutzeffekt war demnach am höchsten bei den Frauen, die sich am genauesten an die DASH-Vorgaben hielten – die also besonders viel Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, fettarme Milchprodukte und Vollkornprodukte aßen. Bei ihnen lag die Schutzwirkung des Joghurts sogar bei 31 Prozent im Vergleich mit Personen, die selten Joghurt aßen und sich nicht an die DASH-Vorgaben hielten.

„Es gibt nicht das eine Wunder-Lebensmittel – aber Joghurt einer allgemein gesunden Ernährung zuzufügen scheint zu helfen, das Langzeit-Risiko von Bluthochdruck bei Frauen zu senken“, sagt Studienautor Justin Buendia von der Boston University School of Medicine. Laut Angaben von Buendia handelt es sich um die größte Studie ihrer Art, die bisher zu diesem Thema durchgeführt wurde.

Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelte, konnte sie nicht nachweisen, dass der Joghurtverzehr der Grund für das geringere Bluthochdruck-Risiko ist. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass spezielle Bakterien im Joghurt cholesterinsenkend wirken, wodurch wiederum das Bluthochdruck-Risiko gesenkt wird.

Welche Sorten Joghurt jeweils verzehrt wurden, war ebenfalls nicht Bestandteil der Analyse – ob verschiedene Sorten sich unterschiedlich auf den Blutdruck auswirken, soll in weiteren Studien untersucht werden.

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