Schützt heißer Tee vor dem Erblinden?

Carolin Banser
Tee schützt vor Glaukom
Wissenschaftler haben jetzt einen möglichen Zusammenhang zwischen Teekonsum und Glaukom-Risiko entdeckt © istock

Mit erhöhtem Augeninnendruck steigt das Risiko für ein Glaukom (grüner Star) – und eine langfristige Schädigung des Sehnervs. Jetzt haben Forscher eine einfache Methode entdeckt, der Augenerkrankung vorzubeugen. Zu den Hintergründen einer aktuellen Studie.

Einer Studie zufolge, die kürzlich im British Journal of Ophthalmology veröffentlicht wurde, kann der tägliche Konsum von heißem Tee mit einem erheblich geringeren Risiko für Glaukom-Erkrankungen in Verbindung gebracht werden.

Glaukom – eine gefährliche Volkskrankheit

Ursache eines Glaukoms ist ein zu hoher Augeninnendruck, der den Sehnerv schädigt. Er wird dadurch ausgelöst, dass der regulierende Abfluss des Augenkammerwassers verstopft ist.

Die Krankheit, die auch als grüner Star bekannt ist, betrifft derzeit 57,5 ​​Millionen Menschen weltweit und ist damit einer der Hauptgründe für Blindheit.

Betroffene mit einem Glaukom sehen zunächst Ringe um Lichtquellen, später verengt sich das Sichtfeld massiv. In 90 Prozent der Fälle helfen Augentropfen bei der Behandlung eines Glaukoms. Wenn nicht, kann durch die Implantation eines winzigen Titanröhrchens (Mikrostent) ein künstlicher Abfluss geschaffen werden, über den sich der Druck selbst reguliert.

Frühere Studien lassen jedoch vermuten, dass die richtige Lebensweise einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung der Erkrankung haben könnte. So ist bislang bekannt, dass Koffein sich positiv auf den Augeninnendruck auswirkt. Wissenschaftler haben jetzt erstmals den Einfluss von Tee auf die Augenkrankheit untersucht.

Die Studie

Für die aktuelle Studie analysierten Connie Wu und ihr Team von der Brown University in Rhode Island nun die Daten von 1.678 Erwachsenen in den USA. Die Angaben stammen aus der nationalen Gesundheits- und Ernährungsuntersuchung NHANES 2005-06 (National Health and Nutrition Examination Survey), einer landesweit repräsentativen jährlichen Umfrage, an der fast 10 000 Personen teilnahmen. Sie umfasst Interviews sowie körperliche Untersuchungen und Blutproben, um den Gesundheits- und Ernährungsstatus von Erwachsenen und Kindern in den USA zu messen.

Im Rahmen der Untersuchung wurden Sehtests bei den 1.678 Teilnehmern durchgeführt. Fünf Prozent von ihnen erhielten die Diagnose Glaukom. Unter Verwendung eines Fragebogens wurden die Probanden außerdem gefragt, wie oft und wie viel koffeinhaltige und entkoffeinierte Getränke, einschließlich Softgetränke und Eistee, sie in den vergangenen 12 Monaten konsumiert hatten.

Glaukom
Urache eines Glaukoms ist meist ein erhöhter Augeninnendruck, der den Sehnerv belastet. Einmal geschädigt, ist er nicht mehr heilbar© istock/TefiM
 

Eine Tasse Tee am Tag könnte Glaukom-Risiko senken

Die Daten ergaben, dass täglicher Teegenuss das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, um 74 Prozent senken kann. Koffeinhaltiger und entkoffeinierter Kaffee, Eistee, entkoffeinierter Tee sowie Softgetränke haben hingegen keinen Einfluss auf das Glaukom-Risiko.

Da die Studie Beobachtungsdaten enthielt, können keine eindeutigen Schlussfolgerungen zu Ursache und Wirkung gezogen werden. Außerdem fehlen Daten bezüglich potentiell einflussreicher Faktoren wie z.B. die Tassengröße, die Art des Tees oder die Dauer der Brühzeit.

Die Wissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass Tee Antioxidantien sowie entzündungshemmende Wirkstoffe enthält, die bereits mit einem verminderten Risiko für ernsthafte Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Krebs und Diabetes verbunden sind. Die Studienautoren betonen, dass „weitere Untersuchungen erforderlich sind, um die Bedeutung von heißem Tee für die Prävention von Glaukomen zu belegen“,, so die Forscher.

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