Schützen Pfifferlinge vor einem Herzinfarkt?

Stephanie Pingel Medizinredakteurin
Herzinfarkt durch Eisenmangel
Laut einer Studie erhöht Eisenmangel das Risiko eines Herzinfarktes enorm © iStock

Laut einer neuen Studie ist das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich erhöht, wenn Betroffene an einem chronischen Eisenmangel leiden. PraxisVITA erklärt alle Studienergebnisse und verrät, wie Sie Ihren Eisenmangel in den Griff bekommen können.

Deutsche Forscher um Dr. med. Sarina Schäfer vom Universitären Herzzentrum Hamburg haben in einer neuen Studie festgestellt, dass chronischer Eisenmangel das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich erhöhen kann. Für die Untersuchung wurden die Daten von 895 Patienten ausgewertet, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten oder bei denen eine sogenannte Angina Pectoris („Brustenge“) diagnostiziert wurde. Bei gleichzeitigem Eisenmangel hatten die Betroffenen „ein um 70 Prozent erhöhtes Risiko, innerhalb von vier Jahren einen Herz-Kreislauf-bedingten Tod oder einen nicht-tödlichen Herzinfarkt zu erleiden im Vergleich zu Patienten ohne Eisenmangel“ wie es in einem Bericht der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) heißt. Ihre Ergebnisse stellten die Forscher auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Barcelona vor.

 

Eisenmangel beeinflusst die Überlebenschance massiv

Die Probanden mussten sich für die Datenerhebung einer Herzkatheter-Untersuchung unterziehen. Außerdem wurde durch regelmäßige Blutuntersuchungen über einen Zeitraum von vier Jahren hinweg der Eisenstatus überprüft. Das Endergebnis zeigte deutlich, dass Eisenmangel massive Auswirkungen auf die Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt oder bei einer Angina Pectoris haben kann. Aber auch für Nicht-Risikopatienten ist die Studie interessant: Die Ergebnisse legen nahe, dass Eisenmangel die Herzgesundheit generell beeinflusst, auch wenn noch kein Herzinfarkt eingetreten ist. Es sei zudem bereits bekannt, dass Patienten mit Herzinsuffizienz in 50 Prozent aller Fälle unter Eisenmangel leiden. Die ESC empfiehlt daher, bestehende Leitlinien an die Untersuchungsergebnisse anzupassen: Bei Patienten mit Herzinsuffizienz soll der Eisenstatus routinemäßig kontrolliert werden, um bei einem Mangel schneller reagieren zu können.

 

Was hilft bei Eisenmangel?

Eisenmangel wird in der Regel nach der Ursache behandelt – oft steckt eine unausgewogene Ernährung hinter den Beschwerden. In diesem Fall sollten mehr eisenhaltige Lebensmittel wie beispielsweise Pfifferlinge auf dem Speiseplan stehen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Frauen 15 Milligramm Eisen pro Tag, Männern nur 10 Milligramm. Zum Vergleich: 100 Gramm Pfifferlinge enthalten bereits rund 6,5 Milligramm Eisen. Welche Nahrungsmittel noch geeignet sind, um einen Eisenmangel auszugleichen, erfahren Sie in unserem Artikel „Eisenhaltige Lebensmittel im Überblick.“ Abgesehen von der Ernährung kann auch die Einnahme eines Eisenpräparates gegen die Beschwerden helfen.

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