Schüßler Salze

Schröpfen gegen Cellulite - hilft das wirklich?

Sarah Schwiete Medizinredakteurin

Schröpfen gegen Cellulite, kann das wirklich gegen die unschöne Orangenhaut helfen? Dass die jahrtausendealte Heilmethode bei vielen Beschwerden wirkt, ist lange bekannt. Denn sie löst Verspannungen, regt den Lymphfluss und die Durchblutung an. Aber wie sieht es bei den lästigen Dellen an den Oberschenkeln aus?

Schröpfen gegen Cellulite kann als Behandlung von Orangenhaut helfen
Schröpfen gegen Cellulite strafft das Bindegewebe Foto:  iStock/AndreyPopov
Inhalt
  1. Was ist Schröpfen?
  2. Wann wird Schröpfen als Behandlungsmethode eingesetzt?
  3. Schröpfen gegen Cellulite – wann sollte man besser darauf verzichten?
  4. Schröpfen gegen Cellulite – gibt es Alternativen?
  5. 5 weitere Tipps für straffe Haut
 

Was ist Schröpfen?

Schröpfen gegen Cellulite hört man besonders im Beautybereich immer wieder. Aber was ist Schröpfen eigentlich?
Beim Schröpfen handelt es sich um ein uraltes Verfahren, mit dem schon vor über 5000 Jahren in der chinesischen Medizin behandelt wurde.

Ziel des Schröpfens ist es, mithilfe von Unterdruck, Sogeffekt und Reizen auf der Haut die Durchblutung und den Lymphfluss anzuregen. Zudem können z.B. tief sitzende Verspannungen gelöst werden.

Meist kommen kugelförmige Schröpfgefäße aus Glas, Plastik oder neuerdings auch aus Silikon (das Verfahren mit Silikon-Cups nennt sich „Cupping“) mit einem Durchmesser von zwei bis acht Zentimeter beim Schröpfen zum Einsatz.

Das Schröpfen ist eine Behandlungsmethode, die relativ leicht durchzuführen ist. Schröpfgefäße können im Fachhandel gekauft werden. Viele Menschen, die unter Verspannungen oder Muskelschmerzen (z.B. Muskelkater nach dem Sport) leiden oder einfach zur Entspannung oder aus kosmetischen Gründen (z.B. zur Straffung des Bindegewebes) Schröpfen, machen dies nach kurzer Anleitung meist selbst zu Hause.

Sind die Verspannungen oder anderen Beschwerden jedoch schlimmer oder es sind Stellen betroffen, die man selbst nicht erreichen kann, so empfiehlt es sich immer einen Arzt, Heilpraktiker, Physiotherapeuten oder Osteopathen aufzusuchen.

Welche Schröpfmethoden gibt es?

Zwei Schröpftechniken werden besonders häufig angewandt:

1. Bei der ersten Methode wird Watte in einem Schröpfgefäß aus Glas vor dem Aufsetzen angezündet. Kühlt die Luft ab, entsteht ein Vakuum, wodurch sich das Schröpfgefäß auf der Haut festsaugt.

2. Bei der zweiten Schröpftechnik erzeugt ein auf dem Gefäß aufgestülpter Gummiball einen Unterdruck, das Gefäß saugt sich fest. Bei beiden Varianten verbleiben die Schröpfgefäße etwa 15 Minuten auf der Haut.

Schröpfen wird auch häufig zu Massagezwecken eingesetzt. Dabei bewegt der Therapeut die Schröpfgefäße über die eingecremte oder geölte Haut hin und her. So wird der Effekt der Schröpfbehandlung mit einer Bindegewebsmassage kombiniert und zeitgleich verstärkt. Diese Behandlung ist jedoch relativ schmerzhaft und dauert daher nur wenige Minuten.

Für alle Methoden gilt: Ein typisches Zeichen für Schröpfen ist die im Anschluss rotverfärbte Haut und kleine Blutergüsse auf dem Gewebe, die nach ein paar Tagen wieder verschwinden. Schmerzen treten nach der Behandlung aber nicht auf.

Massage
Naturmedizin Die unterschätzte Heilkraft liebevoller Berührungen und Massagen

 

Wann wird Schröpfen als Behandlungsmethode eingesetzt?

Während in früheren Jahrhunderten geschröpft wurde, um die „Körpersäfte“ wieder ins Gleichgewicht zu bringen, wird dieses Verfahren heute häufig zur Faszienbehandlung eingesetzt. Mediziner sahen Faszien lange Zeit nur als reines Hüll-Gewebe. Inzwischen weiß man, dass sich in den Faszien Nervenenden und Rezeptoren befinden, aber auch Zellen unseres Immunsystems. Daher hat ihre Beschaffenheit einen Einfluss auf unser Gesamtbefinden.

Der Schröpfsog wirkt auf die oberen hautnahen Faszien, aber auch auf tiefer liegendes fasziales Gewebe: die Muskelhäute. Dadurch werden schmerzhafte Verklebungen gelöst. Gleichzeitig können auch spezielle Akupunktur- oder Triggerpunkte bearbeitet werden. Insgesamt lassen sich durch das Schröpfen erstaunliche Behandlungserfolge erzielen: Verspannungen werden langsam gelöst, Durchblutung und Lymphfluss angeregt und Schmerzen gelindert werden.

Bei folgenden Beschwerden kann das Schröpfen ebenfalls eingesetzt werden:

  • Arthrose (Kniegelenk)
  • (Muskel)Verspannungen
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Kopfschmerzen
  • Bluthochdruck
  • Nervenschmerzen
  • Asthma
  • depressive Verstimmungen
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Gallenbeschwerden
  • Leberbeschwerden
  • Verdauungsstörungen

Auch zur Cellulite-Behandlung wird Schröpfen immer wieder eingesetzt.

Schröpfen gegen Cellulite

Wer unter einem schwachen Bindegewebe leidet, hat auch oft mit Cellulite zu kämpfen. Was die meisten Betroffenen nicht wissen, ein schwaches Bindegewebe verursacht nicht nur kosmetische Probleme (z. B. Cellulite), sondern ist häufig auch die auch Ursache für Besenreiser und Krampfadern. Kann Schröpfen gegen Cellulite helfen? Ja! Denn durch das Schröpfen wird der Lymphfluss aktiviert. Funktioniert unser Lymphsystem nicht richtig, können sich Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut bilden. Der Unterdruck, der beim Schröpfen gegen Cellulite entsteht, hilft beim Abtransport dieser Flüssigkeitsansammlungen und strafft zusätzlich das Bindegewebe.

Service 7 Wahrheiten über Cellulite

Was ist Cellulite eigentlich?

Bis zu 90 Prozent aller Frauen leiden mit fortschreitendem Alter unter Dellen an Oberschenkeln und Po, der sogenannten Cellulite. Am Bauch oder den Oberarmen kann sie ebenfalls auftreten. Schuld an der „Orangenhaut“ ist ein schwaches Bindegewebe. In unserem Unterhautgewebe liegen etliche Fettzellen, die zu Kammern verbunden sind. Diese Schicht soll uns eigentlich vor Kälte schützen und fungiert außerdem als Energiedepot für den Körper. Sie hat keine glatte Struktur, sondern kleinere oder größere Beulen – je nachdem, wie viel Fett hier eingelagert ist. Das Bindegewebe liegt in feinen parallelen Strängen direkt darüber. Schiebt sich nun eine Beule aus der Fettkammer dazwischen, zeichnet sie sich als Unebenheit an der Hautoberfläche ab, da unsere oberste Hautschicht recht dünn ist. Je weicher das Bindegewebe und je größer die Fettkammer, desto deutlicher sieht man die Dellen von außen. Bei Männern kommt Cellulite übrigens kaum vor. Das liegt darin begründet, dass Männer kleinere Fettkammern haben. Ihre Bindehaut ist stabiler und stärker vernetzt, zudem haben sie eine festere Oberhaut. Diese Faktoren verhindern wirksam die Bildung von Dellen an Oberschenkeln und Po.

Cellulite ist nicht gleich Cellulitis! Hierbei handelt es sich um zwei vollkommen unterschiedliche Dinge! Cellulite oder auch Orangenhaut ist ein rein kosmetisches Problem, das nicht gefährlich ist. Cellulitis dagegen ist eine ernsthafte Erkrankung. Hierbei handelt es sich um eine krankhafte Entzündung des Unterhautgewebes und geht mit Rötungen und schmerzhaften Schwellungen einher.

 

Schröpfen gegen Cellulite – wann sollte man besser darauf verzichten?

Auch wenn es beim Schröpfen, bis auf die entstehenden blauen Flecken, keine Nebenwirkungen gibt, so gibt es jedoch einige Faktoren, bei denen auf das Schröpfen gegen Cellulite aber auch auf das Schröpfen gegen andere Beschwerden verzichtet werden sollte.

Bei diesen Beschwerden sollte auf Schröpfen verzichtet werden:

  • erhöhte Blutungsneigung
  • Einnahme von Blutverdünnern
  • akute Entzündungen der Haut
  • akute Verletzungen der Haut
  • Schwangerschaft
  • nach einer Strahlentherapie
  • Hautveränderungen infolge einer Behandlung mit Kortison
  • allergische Reaktionen der Haut
  • schweren Herzerkrankungen und generalisierte Ödeme

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Schröpfen gegen Cellulite – gibt es Alternativen?

Forscher sind auf eine Möglichkeit gestoßen, das Bindegewebe von innen zu straffen: Die Schüßler-Salze Calcium fluoratum (Nr. 1) und Silicea (Nr. 11) stärken nachweislich das Bindegewebe und sorgen auch in den untersten Hautschichten für Festigkeit und Elastizität – die perfekte Kombination, um Cellulite entgegenzuwirken. Um einen anhaltenden Erfolg zu erzielen, empfehlen Dermatologen eine Kur mit einem Kombinatonspräparat.

 

5 weitere Tipps für straffe Haut

1. Wechselduschen: Mit dieser Maßnahme wird die Durchblutung der Haut angeregt und sorgt dafür, dass Abbauprodukte aus dem Gewebe geleitet werden. So einfach geht’s: den Wasserstrahl von den Zehen über den Fußrücken über das Knie bis zur Leiste führen – zuerst mit warmem, dann deutlich kürzer mit kaltem Wasser (das Ganze dreimal wiederholen).

2. Cremes und Massagen: Eine wirksame Hautpflege mit Spezial-Cremes, Ölen oder Lotionen in Kombination mit Bürstenmassagen zeigen eine hautstraffende Wirkung. Voraussetzung dafür ist aber die dauerhafte und tägliche Anwendung.

3. Sport: Es muss nicht sofort der Hochleitungssport sein. Jede Art von Bewegung wirkt sich positiv auf das Bindegewebe aus, steigert die Durchblutung, fördert den Stoffwechsel und glättet so die Haut. 30 Minuten Nordic Walking, Joggen oder Schwimmen täglich sind ideal.

4. Ausgewogene Ernährung: Verzichten Sie öfter mal auf Fleisch und greifen dafür häufiger zu Fisch. Auch fettarme Milch und Milchprodukte sowie Hülsenfrüchte sind eine gute Wahl. Der Grund: Diese Lebensmittel enthalten viele Aminosäuren, die das Bindegewebe festigen. Viel Gemüse und Obst wirken sich ebenfalls positiv auf unsere Haut aus. Vitamin C gilt als Gewebe-Stärker – Zitrusfrüchte, Sanddornbeeren und Acerolakirschen sind besonders reich an Vitamin C.

5. Nikotin- und Alkoholverzicht: Zigaretten und alkoholische Getränke fördern nicht nur schädliche Entzündungsprozesse in der Haut, sie drosseln sogar die Durchblutung. Die Folge: Tiefere Hautstrukturen werden geschwächte und Krampfadern und Besenreiser werden begünstigt.

Eine Soforthilfe gegen Orangenhaut gibt es nicht. Wer aber ein wenig Geduld und Überwindung aufbringt und sich an eine Kombination effektiver Maßnahmen sowie an das Schröpfen gegen Cellulite hält, wird mit einem dauerhaft straffen Bindegewebe belohnt.

Quellen:

Abele, Johann (2015): Das Schröpfen: ein bewährtes naturheilkundliches Verfahren, München: Elsevier Urban & Fischer Verlag.

Frenkel, Wolfgang G. (2014): Gesund durch Schröpfen: Grundlagen und Anwendung, Stuttgart: Schattauer Verlag.

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