Schreibaby? Was Sie nicht tun sollten

Was tun wenn Babys weinen?
Schreibabys teilen im Grunde mit, dass ihnen etwas fehlt – und wenn es nur ein paar Sekunden Zuwendung sind © Fotolia

Ein Baby kann nicht sprechen. Will es uns etwas mitteilen, dann schreit es. Aber welches Verhalten ist dann richtig? Ein Schreibaby kann für die Eltern schnell zum Albtraum werden. In einer aktuellen Studie haben Forscher untersucht, was für die Entwicklung von Babys am besten ist.

Ein Forscherteam der University of North Carolina in Greensboro fand heraus, dass Kinder in ihrer Entwicklung geistig, emotional und körperlich gesünder sind, wenn ihre „Mütter schnell, herzlich, konsequent und geduldig auf das Schreien reagieren“. Darüber hinaus werden Babys, die viel Zuwendung bekommen, insgesamt selbstbewusster und ausgeglichener, was wiederum dazu führt, dass sie weniger schreien.

Studienautorin Professor Esther M. Leerkes von der Universität von North Carolina gesteht zwar ein, dass es „nicht immer einfach ist auf ein Schreibaby empfindsam zu reagieren“, aber für eine Mutter sei es dennoch „eine wichtige Herausforderung“, der sie sich stellen muss.

 

Schreibabys kommunizieren ihre Bedürfnisse

Viele Mütter seien vor allem in den ersten Monaten nach der Geburt besonderen Stresssituationen ausgesetzt. Jedoch haben Studien gezeigt, dass Babys von gestressten, depressiven oder überforderten Müttern besonders häufig und ausdauernd schreien. Wichtig sei es – so erklären die Forscher –, dass Mütter das Weinen nicht fälschlicherweise als manipulative Handlung ihres Kindes wahrnehmen. Vielmehr kommunizieren Schreibabys den Müttern ihre Bedürfnisse (Needs Crying) oder ein Gefühl des Unbehagens sowie mangelnder Aufmerksamkeit (Memory Crying).

 

Schreit ein Baby, hat es auch einen guten Grund

Schreibabys kann man nicht durch mütterliches Ignorieren „abhärten“ oder dazu abrichten, das Weinen auf bestimmte – aus Sicht eines Erwachsenen nachvollziehbare – Begehren zu beschränken. Ganz im Gegenteil warnen Mediziner sogar vor dem Versuch, da Entwicklungsschäden die Folge sein können. Anders gesagt: Weint ein Kind, dann hat es auch einen guten Grund. Übrigens besteht bei Kindern nicht die Gefahr, es mit Aufmerksamkeit zu verwöhnen. Kinder, die in den ersten Lebensmonaten ein sicheres Urvertrauen zur Mutter aufbauen konnte, zeigen im Erwachsenenalter die wenigsten Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen.

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