Schnupfen schnell loswerden

Verena Elson Medizinredakteurin

Eine verstopfte Nase, die das Schlafen unmöglich macht oder ständiges Naseputzen, das die Haut reizt und alle Anwesenden nervt: Ein Schnupfen ist unangenehm und kann sich, unbehandelt, zu einer Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung ausweiten. Zum Glück gibt es einige bewährte Tipps, um den Schnupfen schnell loszuwerden.

 

Was tun bei Schnupfen? die besten Sofortmaßnahmen im Überblick

  1. Nasenspray
  2. Inhalieren mit Kamille
  3. Nasendusche oder Nasenspülung
  4. Brust einreiben mit Menthol oder Eukalyptus
  5. Erkältungsbäder
  6. Immunsystem unterstützen mit Obst und Gemüse
  7. Täglich mindestens zwei Liter trinken
  8. Schonen und viel schlafen
 

Schnupfen schnell loswerden mit Nasenspray

Nasenspray oder Nasentropfen lassen die Nasenschleimhäute abschwellen und erleichtern so das Atmen. Zudem wird der Druck auf die Ohren verringert und das Risiko einer Mittelohrentzündung als Folge des Schnupfens sinkt. Abschwellende Sprays sollten jedoch nur für maximal eine Woche und nicht häufiger als dreimal täglich angewendet werden, weil der Körper sich sonst an die Wirkung gewöhnt und die Nase schließlich nicht mehr ohne Hilfe frei wird. Anders ist das bei Präparaten auf Meersalzbasis: Diese können unbegrenzt verwendet werden. Sie wirken nicht abschwellend, doch sie pflegen die Schleimhäute und haben einen antientzündlichen Effekt.

 

Bewährtes Schnupfen-Hausmittel: Inhalieren

Wenn die Nase trotz ständigen Putzens nicht richtig frei wird, hilft Inhalieren – das Hausmittel hat sich selbst bei hartnäckigem Schnupfen bewährt. Festsitzendes Nasensekret wird so aufgeweicht und gelöst. Als Zusatz eignet sich beispielsweise Kamille – die Blüten der Heilpflanze enthalten entzündungshemmende Stoffe. 

Rezept für eine Kamillen-Inhalation: Eine Handvoll Blüten mit einem Liter kochendem Wasser übergießen, zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Dann direkt vor den Topf setzen, den Kopf darüber beugen und mit einem großen Handtuch abdecken, sodass kein Dampf entweichen kann, und zehn Minuten inhalieren.

Enkel umarmt Oma
Krankheiten & Behandlung Omas beste Hausmittel gegen Erkältung

 

Eine Nasendusche befreit die verstopfte Nase

Bei einer Nasendusche oder Nasenspülung wird die Nase mit einer Kochsalzlösung (aus der Apotheke) gespült – dies kann bei Schnupfen Linderung bringen. Doch Vorsicht: Ist die Nasenschleimhaut zu sehr angeschwollen, kann die Flüssigkeit unter Umständen nicht richtig abfließen. Darum empfiehlt es sich, vor der Nasendusche ein abschwellendes Nasenspray zu verwenden. Bei Nasenbluten oder stark entzündeten Nebenhöhlen ist von einer Nasenspülung abzuraten.

 

Eukalyptus und Menthol machen die Nase frei

Ein Schnupfen-Hausmittel, das viele noch aus ihrer Kindheit kennen: die Brust mit einer Salbe einreiben, die Eukalyptusöl oder Menthol enthält. Die Duftstoffe machen die Nase frei – vor dem Schlafengehen aufgetragen können sie darum für eine erholsamere Nacht sorgen.

Tipp für unterwegs: Um tagsüber nicht auf den angenehmen Effekt zu verzichten, ohne zu sehr nach Menthol zu riechen, können einige Tropfen Pfefferminzöl oder Tigerbalsam für Abhilfe sorgen. einfach auf das Handgelenk auftragen und hin und wieder daran riechen.

 

Erkältungsbad hilft gegen Schnupfen

Ein Erkältungsbad mit ätherischen Ölen aus Thymian und Eukalyptus wirkt auf die Atemwege wie eine kleine Dampfinhalation. Zusätzlich hilft die Wärme dabei, die Verbreitung der Schnupfenerreger einzudämmen. Allerdings sollte das Erkältungsbad nur bei den ersten Anzeichen einer Erkältung angewandt werden – bei einer starken Erkältung (vor allem mit Fieber) ist davon abzuraten. Die hohen Temperaturen sind für den Körper dann zu belastend. Kinder bis zu sechs Jahren sollten zudem nicht mit Badezusätzen aus ätherischen Ölen baden. Menschen mit Asthma, Bluthochdruck oder Venenproblemen sollten zunächst mit ihrem Arzt besprechen, ob ein Erkältungsbad für sie sinnvoll ist.

 

Immunsystem unterstützen mit Obst und Gemüse

Während einer Erkältung benötigt das Immunsystem zur Unterstützung besonders viele Vitamine und Mineralstoffe aus frischem Obst und Gemüse. Gemüsesuppen sind perfekt, denn sie sind leicht bekömmlich und wärmend. Abwehrstärkendes Vitamin C liefern Mangos, Zitrusfrüchte und Sanddornsaft. 

 

Flüssigkeit hält die Schleimhäute feucht

Oberstes Gebot, um den Schnupfen schnell loszuwerden: ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Das hält die Schleimhäute feucht und beschleunigt die Genesung. Erkältete sollten mindestens zwei Liter Wasser, Tee oder Saftschorle pro Tag trinken. Empfehlenswert sind entzündungshemmende Tees wie Kamillentee, Holunderblütentee oder Thymiantee. Eine heiße Zitrone unterstützt durch ihren hohen Vitamin-C-Gehalt zusätzlich das Immunsystem.

Rezept für eine heiße Zitrone: Saft einer Zitrone mit heißem Wasser auffüllen und etwas süßen, zum Beispiel mit Honig. Das Wasser darf dabei maximal 60 °C heiß sein, damit das Vitamin C erhalten bleibt.

 

Wichtiges Mittel gegen Schnupfen: Schonung

Damit es bei einem Schnupfen bleibt und sich daraus kein hartnäckiger Infekt entwickelt, lautet die wichtigste Regel: Ausruhen! Nicht nur bei Fieber braucht der Körper Schonung. Auch bei einer leichten Erkältung sind Ruhe und Erholung wichtig, um dem angeschlagenen Immunsystem Zeit zur Regeneration zu geben. Körperliche Anstrengung und Stress sollten während der Erkältung möglichst vermieden werden.

Zudem ist ein ausreichender Nachtschlaf wichtig: Wer nachts weniger als sieben Stunden schläft, hat ein dreimal höheres Risiko sich zu erkälten, wie eine 2009 veröffentlichte Erkältungsstudie zeigte. Schlaf erfüllt für den Körper viele wichtige Funktionen, zum Beispiel werden nachts Reparaturstoffe ausgeschüttet, die kranke Zellen entfernen.

Richtig Nase putzen bei Schnupfen

Damit sich der Schnupfen nicht zu einer Nasennebenhöhlenentzündung ausweitet, sollten Betroffene eine Regel beherzigen: nicht zu heftig die Nase putzen! Durch den Druck, der dabei entsteht, gelangen die Krankheitserreger schneller in die Nebenhöhlen. Stattdessen ein Nasenloch zuhalten und durch das andere vorsichtig schnäuzen.

Quellen:

Cohen, Sheldon, et al. (2009): Sleep habits and susceptibility to the common cold. In: Archives of internal medicine.

DOI: 10.1001/archinternmed.2008.505. 

Hemilä, Harri, and Elizabeth Chalker (2013): Vitamin C for preventing and treating the common cold. In: Cochrane database of systematic reviews 1.

DOI: 10.1002/14651858.CD000980.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2019 praxisvita.de. All rights reserved.