Insektenstiche behandeln: Was tun bei Mücken und Co.?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Wenn Insektenstiche eine Allergie hervorrufen, ist eine sofortige Behandlung – in der Regel durch den Notarzt –  notwendig. Aber auch ohne schwerwiegende allergische Reaktionen sollten Sie Insektenstiche behandeln. Lesen Sie hier, was gegen Bienen-, Wespen- und Mückenstiche hilft.

Wenn Sie Insektenstiche behandeln wollen, sollten Sie zunächst bestimmen, welches Insekt den Stich verursacht hat. Am häufigsten kommen Mücken-, Bienen- und Wespenstiche vor. Doch wie erkenne ich, welches Insekt mich gestochen hat – und was hilft dagegen?

 

Insektenstiche behandeln mit Tabletten

Sollte nur eine örtliche Reaktion zu erkennen sein, können Sie die meisten Insektenstiche behandeln, indem Sie sich auf die Symptome fokussieren. Gels, die Kortison (z. B. Soventol Hydrocortisonacetat 0,5%, rezeptfrei, Apotheke) enthalten, können gegen eine Entzündungsreaktion und Schwellung auf die Einstichstelle aufgetragen werden.

Insektenstiche im Kopf- oder Halsbereich müssen außerdem auch noch einige Zeit nach dem Stich genau auf eine mögliche weitere Entwicklung hin beobachtet werden. Sollte es zu einer gesteigerten örtlichen Reaktion mit einer starken Schwellung kommen, sollte ein Arzt den Insektenstich behandeln. Dieser kann Tabletten mit Glukokortikoiden (z. B. Prednisolon) verschreiben, die über drei bis fünf Tage eingenommen werden sollten.

Insektenstich kühlen
Wenn Sie Insektenstiche behandeln wollen, kann ein feuchter, kühlender Umschlag mit Wasser hilfreich sein, der auf die Stichstelle gelegt wird © Fotolia

Ansonsten lassen sich die meisten Insektenstiche ähnlich behandeln: Zunächst muss das Gift neutralisiert oder entfernt und anschließend eine Schwellung vermindert oder bestenfalls sogar vermieden werden. Am einfachsten funktioniert das meist durch eine Kombination aus Hitze und Kälte.

 

Was tun bei Bienenstichen?

Ein Bienenstich ist leicht identifizierbar, da der Stachel des Tiers mit Widerhaken versehen ist und in der Haut steckenbleibt – die Biene stirbt deshalb auch nach einem Stich, weil sie sich bei dem Versuch, sich zu befreien, fast immer den Hinterleib herausreißt. Erster Schritt nach einem Bienenstich ist es deshalb, den Stachel möglichst aus der Haut zu entfernen, ohne dabei die daran anhängende Giftdrüse zu zerquetschen. Damit verhindern Sie, dass noch mehr Gift ins Gewebe gelangt. Zum Entfernen sollte am besten eine Pinzette verwendet werden.

Insektenstiche behandeln
Wenn eine Biene zusticht, bleibt der Stachel durch Widerhaken in der Wunde stecken © Nataba/iStock

Dann muss das Gift neutralisiert werden. Dazu eignet sich eine kurze Hitzebehandlung, beispielsweise mit einem erhitzten Löffel. Er sollte sich heiß anfühlen, die Haut aber nicht verbrennen. Halten Sie den Löffel dann etwa zehn Sekunden auf die Einstichstelle. Auf diese Art lässt sich übrigens das Gift bei fast allen Insektenstichen behandeln und neutralisieren, nicht nur das von Bienen.

Gegen eine mögliche Schwellung hilft anschließend Kälte: Legen Sie einen kühlen, feuchten Umschlag auf die Einstichstelle. Falls Sie ein Kühlpack verwenden möchten, wickeln Sie dieses in ein Handtuch, bevor Sie es auf die Haut legen – sonst kann es zu lokalen Erfrierungen kommen. Sie können die Einstichstelle kühlen, solange es angenehm für Sie ist.

 

Was tun bei Wespenstichen?

Ein Wespenstich kann durch das Gift sehr schmerzhaft sein – daher sollte dieses als erstes aus der Haut gedrückt werden. Dazu können Sie Ihre Finger nehmen, sofern diese sauber sind. Aussaugen sollten Sie das Gift dagegen nicht – durch die Schleimhäute gelangt es so nur noch schneller in den Körper. In der Apotheke gibt es außerdem sogenannte Saugstempel, die das Gift aus der Wunde ziehen.

Insektenstiche behandeln
Wespenstiche sind meist sehr schmerzhaft – und anders als Bienen können die Tiere auch mehrmals zustechen © borchee/iStock

Um eine Schwellung zu vermeiden hilft bei Wespenstichen Hitze, da die im Gift enthaltenen Eiweißmoleküle dadurch gerinnen und sich das Gift so nicht weiter ausbreiten kann. Halten Sie die betroffene Hautstelle dafür wenn möglich sofort unter heißes Wasser. Durch einen speziellen Stichheiler erzielen Sie den gleichen Effekt: Mit dem Gerät wird die Einstichstelle lokal auf 50 Grad erhitzt. Nachdem die Hitze auf der Haut abgeklungen ist, können Sie die Stelle wie beim Bienenstich kühlen.

 

Was tun bei Mückenstichen?

Mückenstiche können sich entzünden – deshalb sollten sie zeitnah desinfiziert werden. Kratzen Sie möglichst nicht, auch wenn es juckt: Dadurch gelangen Bakterien nur noch leichter in den Körper, was ebenfalls zu Entzündungen führen kann. Zum Kühlen eignen sich auch hier feuchte Umschläge. Gegen Mückenstiche können Sie aber auch einige Hausmittel einsetzen.

Insektenstiche behandeln
So schwer es auch fallen mag: Bei Mückenstichen sollte man nicht kratzen © justtscott/iStock
 

Insektenstiche: Behandeln Sie Mückenstiche ganz natürlich

  • Gänseblümchen beruhigen

Gänseblümchen wachsen zuhauf in Gärten, Parks und auf Weiden. Und sie sind schon lange als natürliches Heilmittel bekannt, mit dem sich Mückenstiche, aber auch andere Insektenstiche behandeln lassen. Denn diese eher unscheinbaren Blumen enthalten ätherische Öle und Bitterstoffe. Sie wirken entzündungshemmend, schmerz- und juckreizlindernd. Sie können selbst Mückenstiche behandeln, indem Sie die Blüten samt Stängel zerreiben und den entstandenen Saft auf die betroffene Stelle auftragen.

  • Schnapsumschlag kühlt

Es muss kein medizinischer Alkohol sein, auch Schnaps erzielt eine kühlende und beruhigende Wirkung. Denn die Verdunstungskälte zieht die Wärme heraus und beruhigt somit die Haut. Und so können Sie Mückenstiche behandeln: Ein Tuch in Hochprozentigem tränken, auswringen und um die betroffene Stelle wickeln. Ungefähr 15 Minuten einwirken lassen. Anschließend die Haut mit Öl pflegen, da der Alkohol sie austrocknet.

  • Zitrone desinfiziert
Mückenstiche behandeln mit Zitrone
Zitronen sind ein wirksames Hausmittel bei Mückenstichen © istock/ansonmiao

Die Zitrusfrucht verschafft schnell Linderung bei lästigem Juckreiz durch einen Mückenstich. Sie desinfiziert, kühlt und beruhigt. Dazu eine frische Zitronenscheibe auf die Einstichstelle legen und fünf Minuten dort lassen. Oder mit etwas Zitronensaft wiederholt beträufeln. Übrigens: Mücken mögen den Duft von Zitronen nicht. Verteilen Sie mehrere halbierte Früchte gespickt mit Gewürznelken im Haus, um diese abzuschrecken. Dann werden Sie gar nicht erst Mücken- oder andere Insektenstiche behandeln müssen.

 

Insektenstiche behandeln mit Antiallergiemitteln

Wenn aufgrund des Insektenstichs die Symptome einer allergischen Reaktion auftreten, können Antiallergiemittel (Antihistaminika) helfen, die Beschwerden zu unterdrücken.

 

Vorsicht bei Stichen in Mund und Rachen

Besonders schnell muss bei Insektenstichen im Mund- oder Rachenraum gehandelt werden, da durch eine eventuell entstehende Schwellung Erstickungsgefahr besteht. Daher sollte unverzüglich ein Notarzt verständigt werden, der dann den oder die Insektenstiche behandeln kann. Als Sofortmaßnahme kann der Rachen durch das Lutschen von Eis oder einem Eiswürfel lokal gekühlt werden. Der Notarzt wird dann um den Insektenstich behandeln zu können direkt in die Vene Glukokortikoide geben und bei Erstickungsgefahr eine Intubation, bei der ein dünner Schlauch zur Beatmung durch die Atemwege eingeführt wird, oder einen Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) durchführen.

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Allergischen Reaktionen vorbeugen durch Hyposensibilisierung

Um bei zukünftigen Insektenstichen eine mögliche allergische Reaktion schon vorab zu unterbinden, kann – bei einer Allergie gegen Bienen- oder Wespengift – eine sogenannte Hyposensibilisierung durchführt werden. Bei dieser spezifischen Immuntherapie (SIT) wird Insektengift in langsam ansteigenden Konzentrationen gespritzt, um den Körper langsam an das Gift zu gewöhnen und die Empfindlichkeit auf Insektenstiche herabzusetzen.

Vorbeugung
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