Schnelle Hilfe für den Bauch

Krankenschein Diagnoseschlüssel K52 steht für Nichtinfektiöse Gastroenteritis (Schleimhautentzündung des Magen) und Kolitis (Darmentzündung)
K52: Nichtinfektiöse Gastroenteritis (Schleimhautentzündung des Magen) und Kolitis (Darmentzündung) © Fotolia

Wenn die Verdauung aus dem Gleichgewicht geraten ist, können Medikamente dabei helfen, die natürliche Balance wiederherzustellen.

Es gibt Hunderte verschiedene Viren und Bakterien, die den Magen-Darm-Trakt befallen können. Die meisten lösen unangenehmen Durchfall aus, der über Stunden oder sogar Tage anhalten kann. Eine weitere mögliche Ursache: Reisen. Unser Organismus kommt mit eigentlich eher harmlosen, fremden Keimen in Kontakt, gegen die das Immunsystem aber noch keine Abwehrzellen bilden konnte. Darauf reagiert die Verdauung häufig zuerst. Aber auch Lebensmittel und Medikamente, vor allem Antibiotika, können den Darm aus dem Gleichgewicht bringen. Und etwa 15 Prozent aller Deutschen vertragen beispielsweise Milchzucker nicht - die sogenannte Laktoseintoleranz. Auch sie kann - ebenso wie eine Glutenunverträglichkeit oder andere Lebensmittelallergien - chronische Beschwerden auslösen.

Genau darin liegt die größte Gefahr des chronischen Durchfalls: Verliert der Körper zu viel Wasser und trocknet aus, kann es zu dauerhaften Zellschäden, einer Verdickung des Blutes und im schlimmsten Fall zu gefährlichen Gefäßverschlüssen kommen. Daher sollten Betroffene, falls nach drei Tagen keine Besserung eintritt, unbedingt zum Arzt gehen.

Im Akutfall kommt es dagegen besonders auf rasche Hilfe an. Studien zeigen, dass der Wirkstoff Racecadotril schnell wirkt und gleichzeitig besser verträglich ist als viele andere Durchfallwirkstoffe. Er bekämpft das Verdauungsproblem, indem er den Flüssigkeitseinstrom in den Darm verringert. Die natürliche Darmbewegung bleibt dabei erhalten und eine Verstopfung im Unterschied zu vielen anderen Medikamenten aus. Der Wirkstoff zeigt außerdem so gut wie keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneien und lindert die Beschwerden schon nach 30 Minuten. Etwa die Hälfte aller Patienten erholen sich nach Einnahme von Racecadotril bereits innerhalb von zehn Stunden, 80 Prozent nach einem Tag.

Weitere Maßnahme: Viel trinken (mindestens drei Liter täglich). Und die Salzspeicher des Körpers wieder auffüllen - z. B. mit einer Hühnersuppe. "Salzstangen und Cola sind zwar als Hausmittel bekannt, aber bei Durchfall eher schädlich", sagt der Mediziner Prof. Wolfgang Fischbach.

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